Sarah Wiener stellt auf der Buchmesse 2011 ihr neues Kochbuch "Herdhelden" vor. Damit hat sich die Fernsehköchin erstmals nach dreißigjährigem Exil in Berlin und Hamburg wieder der Küche ihres Heimatlandes gewidmet. "Ich habe im vergangenen Jahr Österreich neu kennengelernt und gemerkt, dass sich in der österreichischen Küche sehr viel getan hat in den vergangenen Jahrzehnten", sagte Wiener im FR-Gespräch mit Christian Schlüter.
Doch mit ihrem neuen Buch geht nicht nur eine Rückbesinnung einher. Sarah Wiener folgt dem von ihr in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg und radikalisiert sich weiter in ihrer Kritik an der Lebensmittelproduktion und dem Konsumverhalten vieler Menschen. "Geschmack kann man lernen, doch wenn ich nicht beurteilen kann, was ich mir oben reinstecke, wie soll ich dann politische Zusammenhänge beurteilen." So kritisiert sie die zunehmende Vereinheitlichung der Geschmäcker der Lebensmittel und den Anbau von riesigen Sojamengen in Südamerika für die Massenproduktion von Fleisch in Europa. "Ich bin bereits in der Systemopposition, denn je mehr ich weiß, bleibt mir nichts anderes übrig, als dagegen zu sein."
Dagegen stellt Wiener in ihrem neuen Buch 15 Gebote auf, mit denen sie ihre Leser zu einem besseren Verhältnis zum Essen und ihrem Geschmack bringen will. "Man muss nur eines einhalten, und schon hat man etwas Gutes getan", sagt sie. Leidenschaftliche Fleischesser können aber beruhigt werden, Vegetarismus gehört nicht zu ihren Regeln. "Das ist mir viel zu dogmatisch. Ich lasse mich selbst gern von einem guten Stück Fleisch verführen und wir sind von unserem Organismus her Mischköstler." Aber: Gut produziert muss es sein, in artgerechter Tierhaltung auf saftig grünen Wiesen.
Hören Sie hier das komplette FR-Gespräch mit Sarah Wiener.
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