Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau stellt den Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter

03. Dezember 2012

FR-Geschäftsführer Kroke: Enge Bindung zu Lesern und Werbenden

 Von Karlheinz Kroke
Karlheinz Kroke, Geschäftsführer der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH, in seinem Büro.  Foto: Boeckheler

Viele Geschäftsleute aus der Region haben spontan ihr Auftragsvolumen erhöht, und der Einzelverkauf ist um 20  Prozent gestiegen. FR-Geschäftsführer Kroke blickt nach vorne.

Drucken per Mail

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 13. November 2012 musste ich als Geschäftsführer der Frankfurter Rundschau beim Amtsgericht Frankfurt Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens stellen. Dies war die schwärzeste Stunde im meinem 33-jährigen Berufsleben.

Der Hoffnungslosigkeit des 13. November folgte aber sehr schnell das erkennbare Interesse neuer Investoren an der Fortführung der Frankfurter Rundschau und unserer Druckerei in Neu-Isenburg. Seit zwei Wochen befinden wir uns in intensiven Gesprächen mit seriösen Interessenten, die an einem Kauf der Frankfurter Rundschau und der Druckerei interessiert sind.

Sollte es zu einer Verständigung zwischen Investoren und Insolvenzverwaltung kommen, wäre die Fortführung der Frankfurter Rundschau und der Druckerei gesichert.

Nun ist es erfahrungsgemäß immer so, dass neue Eigentümer auch das alte Gesicht des erworbenen Unternehmens verändern werden, verändern müssen, um die neu erworbene Gesellschaft auf ihre Strukturen anpassen zu können. Wir wissen, dass einschneidende Veränderungen auf uns zukommen werden.

Aber über allem stehen die Fortführung der Zeitung und der Druckerei und die Sicherung der Marke Frankfurter Rundschau.

Die Unterstützung, die wir von vielen Menschen in den letzten Tagen erfahren haben, ist für uns alle sehr beeindruckend. Viele Geschäftsleute aus der Region haben spontan ihr Auftragsvolumen erhöht. Unser Einzelverkauf am Kiosk ist um 20  Prozent gestiegen und bis heute haben rund 1700 Leser ein Solidaritätsabo abgeschlossen.

Neben den wirtschaftlichen Effekten zeigt aber dieses Verhalten die hohe Bindung zwischen Lesern und Anzeigenkunden einerseits und der Frankfurter Rundschau andererseits.

Aus solchen Solidaritätsbekundungen nimmt die Belegschaft in diesen schwierigen Tagen die Kraft, ungebrochen jeden Tag eine gute Zeitung zu produzieren. Der Krankenstand geht gegen null, weil keiner unserer Kolleginnen und Kollegen jetzt die Firma hängen lassen will; aber wir alle wissen auch, dass dieses aufopferungsvolle Engagement enorm viel Kraft kostet und nicht über Wochen durchzuhalten ist.

Wir arbeiten mit Nachdruck daran, bis Ende Dezember die Gespräche mit potenziellen neuen Investoren abschließen zu können. Der Weg dorthin wird steinig bleiben und wir müssen jeden Tag aufs Neue improvisieren, um unsere Arbeit, die durch die vorläufige Insolvenz deutlich schwieriger und formalistischer geworden ist, zu meistern.

Ich bin aber sicher, dass wir es mit dieser engagierten und kämpferischen Belegschaft und mit Ihrer Unterstützung und Solidarität schaffen können. Für uns kann es nur eins geben: Weiter, weiter, weiter!

Ihr Karlheinz Kroke

Jetzt kommentieren

In eigener Sache

Die Frankfurter Rundschau stellt einen Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter. Das Spezial.


In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Frankfurter Rundschau
Anzeige
Sympathie-Anzeigen
Frankfurter Rundschau im Abo
Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeige
Anzeige