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Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau stellt den Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter

14. Dezember 2012

Frankfurter Rundschau Insolvenz: "Ich hab' ihn mit der FR geheiratet"

 Von Eva Bender
Karl und Erna Fritz bei der Lektüre. Foto: ROLF OESER

Erna und Karl Fritz lesen die FR so lange sie zusammen sind: seit 61 Jahren. Karl hat sein Abo sogar schon seit 1946. Und sie halten - nicht unkritisch - weiter zu "ihrer" Zeitung. Denn die Rundschau gehört zur Familie.

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Erna und Karl Fritz lesen die FR so lange sie zusammen sind: seit 61 Jahren. Karl hat sein Abo sogar schon seit 1946. Und sie halten - nicht unkritisch - weiter zu "ihrer" Zeitung. Denn die Rundschau gehört zur Familie.

Als Erna und Karl Fritz vor 61 Jahren heirateten, war Karl Fritz bereits seit fünf Jahren Abonnent der Frankfurter Rundschau. „Also habe ich ihn mit der Zeitung geheiratet“, sagt Erna Fritz lachend. Das war 1951. Die beiden Mittzwanziger hatten sich im Zug kennengelernt. Damals arbeiteten sie beide in Frankfurt: er als Werkzeugmacher, sie als Maschinenstickerin. Seit der Heirat leben sie zusammen in einem Haus in Mörfelden. Jeden Abend, wenn Karl Fritz von der Arbeit nach Hause kam, fragte er als erstes nach seiner Zeitung. „Was schreibt die Rundschau Neues?“, will er von seiner Frau wissen.

„Die Rundschau zu lesen hatte damals schon etwas mit Politik zu tun“, erklärt Erna Fritz, „hier sind die Leute eher links orientiert“. Jeden Tag lesen die beiden seitdem die Frankfurter Rundschau, beim Frühstück am Küchentisch. Dabei haben sie ein festes Ritual: „Ich lese den Lokalteil und fange immer von hinten an zu lesen. Die große Politik ist eher was für meinen Mann, so wie die Eintracht-Ergebnisse“, sagt die 85-Jährige.

Tagelang ohne die FR

In all den Jahren kam die FR pünktlich jeden Morgen. Doch vor ein paar Jahren wartete das Ehepaar Fritz plötzlich vergeblich. Tagelang waren sie ohne Zeitung. Das sorgte für Verwirrung: „Die nette Dame von der Rundschau und unsere Zustellerin konnten sich das alles nicht erklären“, so Erna Fritz. Irgendwer schien ihnen jeden Morgen die Zeitung zu stehlen.

Seitdem schiebt die Zeitungszustellerin die FR in den Briefkasten, und alles läuft wieder wie gewohnt. „Das ist ja auch das Gute an der FR“, so Erna Fritz, „dass sie eben in den Briefkasten passt“. Und auch ihr Mann findet das kleine Format praktisch: „Das ist viel besser morgens am Frühstückstisch“.

Keine Scheu vor Kritik

Doch auch als treue FR-Leser scheut sich das Ehepaar Fritz nicht vor Kritik: „Die FR berichtet nicht über alles, was hier in Mörfelden passiert. Das will ich dann gerne nachlesen, warte aber vergeblich“, so Erna Fritz.

Insgesamt sind die Eheleute aber sehr zufrieden mit ihrer Rundschau. Die spannendsten Artikel sammelt Karl Fritz seit Jahren: „Fast 50 Ausschnitte habe ich zusammen“, schätzt der 87-Jährige.

Ihre Begeisterung für die FR haben Erna und Karl Fritz sogar vererbt: Sohn und Enkelin sind ebenfalls Abonnenten der FR. „Deshalb gehört die Zeitung bei uns einfach zur Familie.“
Eine Zukunft ohne die FR kann sich keiner von beiden vorstellen: „Wir hoffen, dass es mit ihr weitergeht, solange wir noch können“, sagt Erna Fritz. Und ihr Mann ergänzt lachend: „Ich les’ auch noch von oben weiter.“

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