Aktuell: Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main | Eintracht Frankfurt | Bahn-Streik

Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau stellt den Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter

21. November 2012

Frankfurter Rundschau Insolvenz-Antrag: Gespräche mit Investoren

 Von Claus-Jürgen Göpfert
Die Frankfurter Rundschau am Karl-Gerold-Platz.  Foto: dapd

Am 13. November hat die FR Insolvenz beantragt. Insolvenzverwalter Frank Schmitt und sein Team führen Gespräche mit potenziellen Investoren. Schmitt ist "sehr zuversichtlich", dass die Zeitung dauerhaft fortbesteht.

Drucken per Mail

Am 13. November hat die FR Insolvenz beantragt. Insolvenzverwalter Frank Schmitt und sein Team führen Gespräche mit potenziellen Investoren. Schmitt ist "sehr zuversichtlich", dass die Zeitung dauerhaft fortbesteht.

Etwas mehr als eine Woche ist vergangen, seit der Insolvenzantrag für die Frankfurter Rundschau gestellt wurde. Bei Insolvenzverwalter Frank Schmitt herrscht schon nach dieser kurzen Zeit Optimismus. Der Fachmann ist „sehr zuversichtlich“, eine Lösung zum Fortbestand und zur Sanierung der Zeitung finden zu können. Die Zeitung erscheint ganz normal weiter.

750 Soli-Abos

Die Solidaritäts-Abonnements der FR, die es erst seit dem Wochenende gibt, sind ein großer Erfolg. Bis zum Mittwochnachmittag hatten schon 750 Leserinnen und Leser neue Abos abgeschlossen, die Zahl steigt weiter.

Auch der Einzelverkauf der Zeitung wächst: Er hat um 20 Prozent zugenommen.

Beim Solidaritätsabo bestellen die Leserinnen und Leser die Zeitung für drei Monate.

Damit unterstützen sie die Zeitung und helfen, die Auflage zu stabilisieren. Das Abonnement, das monatlich bezahlt wird, kostet den normalen Preis von 37,75 Euro pro Monat beziehungsweise 36,55 Euro in Hessen. Zu bestellen auf www.fr-abo.de

Ein Sympathie-Spezial erscheint am Samstag, 1. Dezember. Auf den Seiten berichten wir über die aktuelle Situation der Frankfurter Rundschau, blicken auf unsere 67-jährige Geschichte zurück und beleuchten die Zukunft unserer Zeitung.

Schmitt und sein Team führen Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren, die überlegen, bei der FR und ihrer Druckerei wirtschaftlich einzusteigen. Ziel der Verhandlungen ist eine sogenannte „übertragende Sanierung“.

Dabei würde der Investor die Aktiva des Unternehmens kaufen, Verbindlichkeiten aber nicht übernehmen. Der Insolvenzverwalter hat für den Verlag und die Druckerei der FR in Neu-Isenburg einen detaillierten Liquiditätsplan erstellt. Die Gespräche zeigten, dass noch immer Interesse an Print-Titeln vorhanden sei, sagte der Rechtsanwalt.

Ohnehin wandele sich das Verhältnis zwischen Print- und Online-Auftritt: Immer mehr Medien führten auch im Internet eine Bezahlschranke ein. Es werde deutlich, dass hochwertig produzierte journalistische Inhalte eben Geld kosteten und auch bezahlt werden müssten.

"Langfristig nicht kostenlos"

„Das kann man langfristig nicht alles kostenlos zur Verfügung stellen, das müssen dann auch die Leser verstehen“, so der Insolvenzverwalter.

Bisher gebe es keinen Online-Auftritt in Deutschland, mit dem Verlage gutes Geld verdienten. Ein Vorteil der FR sei ihr App-Angebot, das im Vergleich zu dem der Konkurrenz sehr weit verbreitet sei.

Die Geschäftsleitung und die Redaktion erreicht jeden Tag eine Flut von Briefen und E-Mails, in denen die Leserinnen und Leser sowie Institutionen des öffentlichen Lebens ihre Solidarität und Unterstützung bekunden. Schmitt betonte die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit Geschäftsleitung, Mitarbeitern und Betriebsrat der FR. Die Beschäftigten seien „sehr motiviert“. Niemand gebe auf.

Als Hauptprobleme, die zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Zeitung führten, nannte der Rechtsanwalt den in Deutschland massiv eingebrochenen Anzeigenmarkt, insbesondere bei den Stellenanzeigen. Außerdem seien die Aufträge der Kunden wie etwa Axel Springer und Verlagsgruppe Handelsblatt für die Druckerei zurückgegangen.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
In eigener Sache

Die Frankfurter Rundschau stellt einen Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter. Das Spezial.


In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Frankfurter Rundschau
Anzeige
Sympathie-Anzeigen
Frankfurter Rundschau im Abo
Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeige
Anzeige