Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau stellt den Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter

30. Januar 2013

Pressemitteilung: Die entscheidende Phase

Auch morgen wieder zu haben. Foto: dpa

Wortlaut der Presseerklärung, die der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun am Mittwoch, 30. Januar 2013, verschickt hat.

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Der Investorenprozess für die Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH ist in die entscheidende Phase eingetreten. „Zurzeit sind wir noch im Gespräch mit zwei potenziellen Investoren, die ernsthaftes Interesse an der Übernahme von Teilen des Unternehmens bekundet haben“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun heute mit. Schmitt wies jedoch erneut darauf hin, dass er sich verpflichtet habe, keine Angaben zu den Namen der Interessenten zu machen. (…)

Ein deutscher Investor möchte die Frankfurter Rundschau in gewohntem Umfang fortführen und die dafür notwendige Anzahl von Mitarbeitern in der Redaktion beschäftigen. Dies würde bedeuten, dass rund 400 Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlören. Um diesen Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten, hat Schmitt die Schaffung einer Transfergesellschaft auf den Weg gebracht. Da die insolvente Gesellschaft aber nicht in der Lage ist, die entsprechende Finanzierung aufzubringen, hat Schmitt bereits gestern Gespräche mit den Gesellschaftern aufgenommen, um diese zur Bereitstellung der nötigen Mittel zu bewegen, was auch gelang; noch gestern Abend haben die Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) und die SPD-Medienholding ddvg zugesagt, sich in beträchtlicher Höhe zu beteiligen.

Sollte es zu einem Vertragsabschluss mit dem deutschen Investor kommen, würde der Betriebsübergang zum 1. März erfolgen. Die Mitarbeiter der Redaktion, die nicht übernommen würden, könnten (…) zu diesem Zeitpunkt in die Transfergesellschaft wechseln. In der Druckerei in Neu-Isenburg würde noch bis Ende März der Druck des Handelsblatts erfolgen, der Druck der Frankfurter Rundschau bis Ende April. So lange würde der dortige Betrieb noch aufrechterhalten. Anschließend könnten auch die dortigen Mitarbeiter nach und nach die Transfergesellschaft in Anspruch nehmen.

Der zweite Interessent ist ein ausländisches Medienunternehmen, die Firma Estetik Yayincilik, die eine Übernahme von Verlag und Druckerei anstrebt, wobei auch hier ein ganz wesentlicher Teil der Arbeitnehmer entlassen werden müsste. Das Unternehmen hat bisher sein Interesse allerdings nur in formloser, unverbindlicher Form erklärt. Dennoch hat sich der Gläubigerausschuss am Montag intensiv damit auseinandergesetzt. Das Kaufpreisangebot war jedoch wesentlich zu niedrig, die Zahlungsmodalitäten nicht akzeptabel. Auch erfolgte kein Angebot für die Unterlegung des Kaufpreises mit Sicherheiten. Hinzu kam, dass das vorgelegte Konzept in keiner Weise tragbar war, und zwar sowohl bezüglich der Kosten- als auch der Personalplanung. Schmitt betonte jedoch, dass er auch jetzt noch mit jedem gerne in Verhandlungen treten werde, der ein belastbares, ernsthaftes Angebot vorlege.

Das zuständige Insolvenzgericht wird voraussichtlich das Insolvenzverfahren am 1. Februar eröffnen. Da bis dahin die Verkaufsverhandlungen aller Voraussicht nach noch nicht abgeschlossen sein werden, hat der Gläubigerausschuss (…) bereits am Montag zugestimmt, das insolvente Unternehmen vorerst über den 1. Februar hinaus fortzuführen. Damit kann die Frankfurter Rundschau auch über den 31. Januar hinaus weiter erscheinen. Der Gläubigerausschuss folgte damit einem Vorschlag des vorläufigen Insolvenzverwalters. Schmitt erhält damit zusätzliche Zeit, um die laufenden Verkaufsgespräche zum Abschluss zu bringen.

Schmitt wies abschließend darauf hin, dass der Ausgang der laufenden Investorengespräche noch offen sei. Die Verhandlungen könnten auch noch scheitern. „Ich bin aber guten Mutes“, sagte er.

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