Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau stellt den Insolvenz-Antrag - die Zeitung erscheint weiter

27. November 2012

Taz hilft FR: Carepaket aus Berlin

 Von Stefan Behr
tazpresso - und der härteste Chefredakteur wird mild. Foto: Alex Kraus

Mit einem Hilfspaket rettet die „tageszeitung“ zumindest den Koffeinpegel der FR-Redaktion. Und Nervennahrung ist auch noch drin. Das Sache hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1980 zurückreicht.

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Mit einem Hilfspaket rettet die „tageszeitung“ zumindest den Koffeinpegel der FR-Redaktion. Und Nervennahrung ist auch noch drin. Das Sache hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1980 zurückreicht.

Frankfurt a.M. –  

"Kleine Taten, die man ausführt“, wusste schon General George C. Marshall, „sind besser als große, die man plant.“ Und manchmal tragen sie Früchte.

Rettet die Rundschau

Vor zwei Wochen hat die Frankfurter Rundschau einen Insolvenzantrag gestellt; seitdem reißt die Welle von Unterstützung und Zuspruch nicht ab. Weiterhin erreichen uns aufmunternde Zuschriften, in denen immer wieder gefragt wird: Wie können wir helfen, unsere Zeitung zu retten? Die Antwort ist weiterhin einfach: die Zeitung kaufen und/oder eine Anzeige schalten.

Das Solidaritätsabo der Frankfurter Rundschau, das es seit knapp zehn Tagen gibt, ist bereits jetzt ein Erfolg: Schon 1200 Menschen haben sich entschieden, die Rundschau für drei Monate zu bestellen und damit ihre Auflage zu stabilisieren. Das Abonnement, das monatlich bezahlt wird, kostet den Normalpreis von 37,75 Euro pro Monat bzw. 36,55 Euro in Hessen. Bestellung und weitere Informationen unter www.fr-abo.de

Am kommenden Samstag, 1. Dezember, erscheint ein großes Sympathie-Spezial, in dem wir über die aktuelle Situation der Rundschau berichten, auf unsere 67-jährige Geschichte zurückblicken und die Zukunft unserer Zeitung beleuchten.

Informationen finden sich auch in unserem Online-Spezial unter der Adresse www.fr-online.de/sympathie

Es ist schon eine Ewigkeit her: Man schrieb das Jahr 1980, es weihnachtete sehr, und die Kollegen der taz in Berlin litten bittere Not. Kein Geld weit und breit, und die ganze Republik wusste, dass die „Leichtfuß-Spontis“ aus Berlin nicht mal mehr Geld für ihre berüchtigte „Sandino Dröhnung“, ihren geliebten politisch korrekten Nicaragua-Kaffee, hatten.

Bei der Frankfurter Rundschau, wo man seit jeher wusste, dass Qualitätsjournalismus ohne Koffein, Nikotin und Alkohol zwar möglich, aber nicht unbedingt erstrebenswert ist, gründeten einige Kollegen daraufhin spontan das „Notopfer taz“ – und schickten zwölf Pfund Kaffee in die Halbstadt.

Hilfe der Leichtfuß-Spontis

Dass es sich dabei ausgerechnet um das politisch völlig unkorrekte Produkt „Jacobs Krönung“ handelt, belegte das mangelnde Taktgefühl der Rundschau-Redaktion. Weggesoffen wurde der bourgeoise Muckefuck in der taz dennoch.

Tempora mutantur : Jetzt ächzt die Frankfurter Rundschau unter der Knute der Insolvenz – und die Leichtfuß-Spontis aus Berlin helfen. Uns erreichte ein Paket aus der Hauptstadt, „mit kollegialem und solidarischem Gruß im Namen aller Kolleginnen und Kollegen“. Innen drin: ein Dutzend Päckchen feinster „tazpresso“, zudem noch „Gummibärchen und weiße Schokolade für die Techniker“.

Kaffee geschnupft

Hei, da war die Freude groß. Und noch während die Koffeinjunkies der Rundschau versuchten, den gemahlenen Kaffee irgendwie in unsere sündhaft teuren Designerkapselkaffeequatschmaschinen zu stopfen, erklärte sich Redakteurin O. hinterrücks solidarisch mit der Technik und kümmerte sich im Alleingang rührend um Gummibärchen und Schokolade. Fotograf K. berichtete derweil aus seinem reichen Erfahrungsschatz: Man könne Pulver auch durchaus schnupfen.

Dies führte letztlich dazu, dass allen Kollegen Tränen der Rührung über die Wangen liefen. Selbst der hartherzige Chefredakteur vergoss eine Zähre, wildfremde Säzzer und Volontäre lagen sich weinend in den Armen, und aus der Tiefe rufen wir alle euch, liebe KollegInnen der taz, ein weihnachtliches „Hohoho“ und ein dreifach donnerndes „Tschi Minh“ zu. Und natürlich ein Dankeschön.

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In eigener Sache

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Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

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