Frauen-Fußball-WM 2011

09. Juni 2011

Kommentar zur Frauen-WM: Sommermärchen

 Von Jürgen Ahäuser
Jürgen Ahäuser 

Die wichtigste Erkenntnis aus den formidablen Auftritten der Frauen ist, dass die Trainerin de facto zwei gleich starke Teams aufbieten kann. Die Gefahr, dass die deutschen Frauen schon vor Beginn des Turniers abheben, besteht freilich nicht.

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Es scheint alles gerichtet für das große Fest. Die Zuschauer bei den WM-Vorbereitungsspielen der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft sind schon in bester Feierlaune. Und das Team um Trainerin Silvia Neid tut zweieinhalb Wochen vor Beginn des allseits erwarteten Sommermärchens alles, um dem Publikum beste Unterhaltung zu bieten. 2:0, 5:0 und noch mal 5:0. Die Weltmeisterinnen des Jahres 2011 können nur aus Deutschland kommen − oder? Ganz so einfach ist es nun doch nicht. Der Sport lebt von der Ungewissheit, von den überraschenden Momenten. 2006 wäre die grottenschlecht spielende und vom Schiedsrichter mit einem unberechtigten Strafstoß beschenkte italienische Männer-Mannschaft im Viertelfinale gegen Australien beinahe ausgeschieden. Im Halbfinale gegen Gastgeber Deutschland präsentierte sich diese Elf dann ganz anders. Eine Partie später war die Squadra Azurra Weltmeister. Bei der EM 2004 in Portugal glaubte die ganze Welt, dass Glück und Können der Griechen im Finale gegen die haushoch favorisierten Gastgeber endgültig aufgebraucht sein müssten. Es kam anders: Otto Rehhagel machte sich und seine Mannen zu (allerdings sterblichen) Fußballgöttern.

Die Gefahr, dass die deutschen Frauen schon vor Beginn des Turniers abheben, besteht nicht. Dafür sorgt schon die Cheftrainerin, die gerne darauf hinweist, dass der erneute Titelgewinn kein Selbstläufer wird. Neid hat zu Recht auch darauf hingewiesen, dass die torreichsten Erfolge gegen Gegnerinnen erzielt wurden, die eigentlich schon in den Sommerferien sind. Die Partie gegen WM-Teilnehmer Norwegen am 16. Juni in Mainz wird vermutlich ein echter Prüfstein.

Die wichtigste Erkenntnis aus den formidablen Auftritten der Frauen ist, dass die Trainerin de facto zwei gleich starke Teams aufbieten kann. Die ungeheure Leistungsdichte, gespeist aus jugendlicher Unbekümmertheit und jeder Menge Erfahrung, ist der größte Trumpf dieser Mannschaft. Wenn es gelingt, das Team trotz des großen Gerangels um die Plätze bei Laune zu halten, dann ist Schwarz-Rot-Gold tatsächlich nur durch Unwägbarkeiten des Sports zu schlagen.

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