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Indien - Gewalt gegen Frauen
Eine Vergewaltigung in Indien löst eine nationale Debatte aus.

11. Januar 2013

Vergewaltigung in Indien: Vergewaltiger sollen ihre Tat geplant haben

Verteidiger Manohar Lal Sharma spricht mit der Öffentlichkeit.Foto: REUTERS

Die indische Polizei wirft den Vergewaltiger von Neu-Delhi vor, ihre Tat mit Vorsatz begangen zu haben. Sie hätten sich zum Essen getroffen und dabei ihr grausames Vorhaben geplant.

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Die Angeklagten im indischen Vergewaltigungsprozess haben ihre Tat nach Erkenntnissen der Polizei genau geplant und gezielt nach einem Opfer Ausschau gehalten. Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag, trafen sich die Männer am Abend des 16. Dezember zum Essen in einem Slum im Süden Neu-Delhis. Dabei sei der Plan besprochen worden, noch am selben Tag nach einer Frau Ausschau zu halten, um sich an ihr zu vergehen. Das Todesurteil für das Opfer, so heißt es in dem Bericht, sei zu dem Zeitpunkt bereits gefällt worden.

Die Angeklagten wiederum werfen der Polizei schwere Misshandlung vor. Sie seien geschlagen und mit Stöcken vergewaltigt worden, ließ der Verteidiger Manohar Lal Sharma verlauten.

Die Studentin war zwei Wochen nach der Tat ihren Verletzungen durch die mehrfachen Vergewaltigungen und Drangsalierungen mit einer Eisenstange erlegen. Die Brutalität des Falles sorgte im In- und Ausland für Bestürzung. In dem mehr als 600 Seiten starken Bericht sind Geständnisse, Zeugenaussagen und medizinische Berichte enthalten, die die Schuld der Angeklagten beweisen sollen. Nach der Tat habe der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der Fahrer des Busses, das Fahrzeug mit der Kleidung des Opfers reinigen wollen.

Diese und weitere Beweisstücke habe er später verbrannt. In offenkundiger Unkenntnis der Ereignisse scharten sich dem Bericht zufolge Anwohner um das Feuer, um sich zu wärmen.

Es wird erwartet, dass die Angeklagten auf nichtschuldig plädieren. Den fünf Männern droht die Todesstrafe. Das Alter eines weiteren Beschuldigten ist unklar, er gibt sich als Jugendlicher aus. Ihm soll separat der Prozess gemacht werden. (rtr/fle)

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