Die Motorrad-Rikscha ist das größte Objekt der Schau. Aber der Fahrgast, der hinten hineinklettert, sollte seinerseits nicht zu groß sein. So beliebt ist dieses vergleichsweise preiswerte, aber geschwinde Transportmittel bei ausgelaugten Arbeitern und Studenten, dass es wegen des Schmutzes und Lärms vielerorts schon wieder verboten wurde. Auch ein Fahrrad der Marke „Forever“ ist in Frankfurt zu sehen. In den Städten spielt es aber lange nicht mehr die Rolle, die sich der europäische Filmfreund noch vorstellen mag.
Tigerbalsam erfreut sich anders als der Glückskeks tatsächlich auch in China großer Beliebtheit als Wundermittel in allen Zweifelsfällen. Sein Erfinder Hu Wenhu (Jahrgang 1882) hatte offenbar nicht nur eine glückliche Hand als Apotheker, sondern auch als Geschäftsmann. Er lancierte seine Erfindung unter anderem mit „getigerten“ Autos, einem wirklich frühen PR-Gag. Tigerbalsam sagt der Chinese offenbar auch zu einem, der in Deutschland ein Hansdampf in allen Gassen wäre.
Die rot-blau-weiße Tasche ist in China der Ausstellung zufolge grundsätzlich rot-blau-weiß. Darum und wegen ihrer rauen Oberfläche wird sie auch „Schlangenhaut“ genannt. Aus Osteuropa kennen wir auch andere Varianten, aber die Verwendung ist offenbar dieselbe. Louis Vuittons Luxusausgabe der rot-blau-weißen Tasche konnten die Chinesen wenig abgewinnen, informiert die Schau.
Acht-Kostbarkeiten-Reisbrei ist anscheinend sehr kompliziert herzustellen, zumal es feine regionale Unterschiede gibt. Der Dose ist das ebenso wenig anzusehen wie die Tatsache, dass es ein solcher Reisbrei gewesen sein soll, der einst Shakyamuni, dem Gründer des Buddhismus, kurz vor seiner Erleuchtung gereicht wurde. Heute kauft sich der Chinese im Supermarkt vielleicht ein Fläschchen Future Cola dazu, die vor 14 Jahren als „echt chinesische Cola“ auf den Markt kam.
Die Schlitzhose für Babys und Kleinkinder, erfährt man in der Ausstellung „Chinesische Dinge“, ist in China eine Selbstverständlichkeit. Der Schlitz spart die Windel. Das macht die Hose praktisch, zugleich aber im Straßenbild gewöhnungsbedürftig, berichten Ausländer. Die chinesischen Autoren des Katalogs stellen auch einen Zusammenhang zu einem „fehlenden Respekt vor der Privatheit der Babys“ her. Chinesische Kinder würden auf diese Weise jedenfalls sehr früh sauber, erzählt ein Chinese.
Matthias Wagner K, Direktor in spe, will das Museum für Angewandte Kunst zu einem der führenden Häuser in der Republik machen. Und dafür will er das Museum grundlegend erneuern. Mehr...