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05. Februar 2016

Alte Oper Frankfurt: Wecker und Wader kommen

 Von Stefan Schickhaus
Mann mit Gitarre: Liedermacher Hannes Wader.  Foto: Michael Petersohn

Wie passend: Die Liedermacher Konstantin Wecker und Hannes Wader kommen im März in die Alte Oper Frankfurt. Nicht gemeinsam, aber innerhalb von vier Tagen.

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Der eine kommt aus dem Norden – mittlerweile nur noch der Norden Hessens, einst war es Bielefeld –, der andere aus dem Süden, sie geben sich demnächst in Frankfurt die Klinke in die Hand. Beide sind sie Liedermacher seit den frühen 1970er-Jahren, beide politisch links eingestellt. Aber sind sie sich deshalb auch ähnlich?

Hannes Wader, der Barde mit kommunistischer Vergangenheit, und Konstantin Wecker, der Münchner mit den wilden Jahren, prägten beide auf ihre Art die große Zeit des poetisch-politischen Lieds, und beide sind noch immer in diesem Auftrag unterwegs. Im Abstand von drei Tagen kommen Wader und Wecker jetzt in die Alte Oper, mit neuen Programmen und altbekannten Klassikern. Und beide werden, zumindest wenn es nach dem Tracklisting der aktuellen Tour-Alben geht, sogar das gleiche Lied singen: „Die Gedanken sind frei“, es passt für beide gleich gut.

Vor einigen Jahren waren Konstantin Wecker und Hannes Wader sogar gemeinsam auf Konzert-Tournee, der Filmemacher Rudi Gaul hat eine preisprämierten Dokumentation („Wader Wecker Vaterland“) darüber gedreht. „Hannes, du warst ja der Idealtyp des linken Sängers“, sagt darin Wecker zu Wader.

Konzerte

Konstantin Wecker spielt am Dienstag, 1. März, 20 Uhr, in der Alten Oper Frankfurt, Opernplatz 1, mit Band sein Programm „Ohne Warum – Lieder von Mystik und Widerstand“, die Karten kosten zwischen 34 und 49 Euro.

Hannes Wader kommt mit dem Programm „Live 2016“ drei Tage nach Wecker, am Freitag, 4. März, 20 Uhr, in die Alte Oper. , die Karten kosten zwischen 41 und 46 Euro.

Karten-Tel.: 069 / 1 34 04 00. ick

Und beschreibt dann das Bild, das er in seinen Anfangsjahren abgegeben hat: „Ich war erstens Bayer – dass einer aus Bayern politisch denken kann, konnte sich damals keiner vorstellen –, dazu war ich kurzhaarig und hatte Bodybuilding gemacht“. Und Wader: „Mein Ideal war, so minimal zu sein, dass mir schon die sechs Saiten auf der Gitarre zu viel waren. Konstantin war genau das Gegenteil. Das war mir gar nicht sympathisch.“

Hier also der asketisch wirkende Provokateur mit Klampfe, dort der Lebemann zwischen Koks und Toskana. Aber, sagt Wecker in der Filmdokumentation aus dem Jahr 2011: „Man darf nicht vergessen, dass wir beide unter den verschiedenen Mänteln das gleiche wollen.“

Der 69-jährige Konstantin Wecker präsentiert am 1. März sein Programm „Ohne Warum“ – den Titel erklärt er gerne anhand von Gedichtzeilen von Angelus Silesius, der vor 400 Jahren schrieb: „Die Ros ist ohn Warum, sie blühet, weil sie blühet.“ Bedingungslosigkeit war ja schon immer ein wichtiges Stichwort in Konstantin Weckers Leben. Mit im Programm ist ein Klassiker aus seinen Anfangsjahren, das Lied „Willy“, dem Wecker einen neuen Text spendiert hat. Lieder über Kriegsangst und menschenverachtende Politik, über Liebe und Vergänglichkeit kommen da zusammen, ein typisches Wecker-Programm also. Vielleicht etwas ruhiger, kontemplativer als in früheren Jahren.

Seine Mitmusiker sind Jo Barnikel, der ein langjähriger Weggefährte Weckers ist, dazu die in Frankfurt am Main geborene Cellistin und Patin der Musik-Comedy-Gruppe „Cello-Mafia“ Fany Kammerlander, der Multiinstrumentalist Wolfgang Gleixner sowie die junge ehemalige Straßenmusikerin Cynthia Nickschas.

Auch Hannes Wader kommt um einen seiner Klassiker nie herum: Seit 1972 beginnt der Mann mit der Gitarre jedes seiner Konzerte mit jenem „Heute hier, morgen dort“, das schon den Status eines Volksliedes hat – und das die Toten Hosen sogar Punk-fähig gemacht haben.

Das erste Lied als Ritual: „Das brauche auch ich, nicht nur die Leute im Saal“, bekannte der 74-Jährige kürzlich in einem Interview. „Denn ich habe immer noch, nach so vielen Jahren, ganz dolles Lampenfieber, und zwar vor jedem Auftritt!“

Am 4. März wird Hannes Wader die Lieder seiner 2015 erschienen CD „Sing“ vorstellen – das Album war damals binnen einer Woche auf Platz 45 der meistverkauften CDs in Deutschland geklettert.

Wader wundert das nicht: „Hüsch tot, Degenhardt tot, da bleibe ja nur noch ich als Doyen übrig. Spätestens seit meinem 70. Geburtstag bin ich immens gefordert.“

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