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12. Dezember 2012

Antigravity Yoga: In der Schwebe

 Von Kathrin Rosendorff
Schweben beim Antigravity Yoga. Foto: peter-juelich.com

Antigravity Yoga ist fast wie Fliegen. Und trainiert trotzdem die Muskeln. Unsere Autorin hat sich für den neuen Fitnesstrend in die Horizontale begeben.

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Antigravity Yoga ist fast wie Fliegen. Und trainiert trotzdem die Muskeln. Unsere Autorin hat sich für den neuen Fitnesstrend in die Horizontale begeben.

Im Moment fühle ich mich wie eine coole Cirque-du-Soleil-Artistin, im nächsten wie ein verspieltes Affenbaby, das zum ersten Mal turnt. Ich hänge kopfüber, meine Haare schweben wenige Zentimeter über der Yogamatte. Ein Trapeztuch, das wie ein Bettlaken aussieht, ist mit beiden Enden an Metallhaken an der Decke verankert. Eine Art Schaukel. Ein Teil umwickelt straff und etwas blutabschnürend meine Oberschenkel und stützt meinen Po. Meine Hände können den Boden berühren.

Meinen letzten Handstand habe ich mit zehn gemacht. Im Kinderzimmer – gegen die Tür gelehnt (ohne Stütze habe ich das nie hinbekommen) – und aus dem Kassettenrekorder dröhnte das Pippi-Langstrumpf-Lied. „Falle ich da wirklich nicht raus?“, frage ich 20 Jahre später verunsichert – ich spüre wie das Blut in den Kopf schießt. Ein wenig ist mir schwindlig. „Das Tuch würde sogar einen Elefanten aushalten“, sagt Anne Stricker und lacht. Das beruhigt mich. Die 26-jährige Gymnastiklehrerin bietet in ihrem Niederräder Studio „Your Body, Your Soul“ zweimal die Woche Antigravity Yoga an. Ich vertraue ihr, dass ich beim Kampf gegen die Schwerkraft gleich wieder heil aus den Tüchern rauskomme.

„Antigravity Yoga hat mehr mit Luftakrobatik und nicht mehr allzu sehr mit Yoga zu tun. Also auch Leute, die noch nie Yoga gemacht haben, können hier gut mitmachen“, betont Stricker. Außerdem besteht das Training aus Pilates, Ballett- und Gymnastikelementen und trainiert so ziemlich alle Muskelpartien, aber besonders Rücken und Bauch. Die Umkehrstellung des Körpers soll gesunde Folgen haben, heißt es in einem britischen Sportmagazin zum Thema: um den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt anzuregen und auch die Venenklappen zu entlasten.
Der Fitnesstrend kommt wie die meisten aus den USA. „In Amerika gibt es den Trend fast in jedem Studio“, erzählt Stricker. In deutschen Großstädten breitet er sich erst langsam aus. Seit einem Jahr unterrichtet sie Antigravity Yoga in Frankfurt – bislang als Einzige.
Acht Tücher hängen im kleinen Gymnastikraum. Im Anfängerkurs sind wir heute nur zu viert und hängen dicht beieinander. Alle sind Frauen um die 30. Als Aufwärmübung dürfen wir schaukeln. Ich brauche zwar etwas, bis ich bequem im Tuch sitze, aber dann würde ich gerne die ganze Stunde weiterschaukeln. „Das sieht zwar schön aus, aber ist nicht wirklich effektiv“, sagt Stricker. Schade.

Antigravity in Frankfurt: „Your Body – Your Soul“, Triftstr. 19, neben Schnupperkursen gibt es auch Kinderkurse , Tel. 069/13819466, www.yourbody-yoursoul.de;

in Darmstadt: Body Culture, Pfnorstr. 10-14, Tel. 06151/33577, www.body-culture.com;

in Hofheim: Yoga Zentrum Main Taunus, Nordring 30, Tel. 06192/ 4709337, www.yogazentrum-maintaunus.de

Dann kommt der Pferdchensprung: Wir beugen die Beine ran und hüpfen abwechselnd hoch. Unsere Arme greifen nach oben und wir versuchen uns am Tuch hochzuziehen. „Das ist so wie Klimmzüge, bloß leichter, weil man dazu keine Megakraft braucht, sondern das Ziehen durch Hüpfen besser hinbekommt“, ermuntert uns die Trainerin. Ich konzentriere mich bei den Übungen, wie oft ich das Tuch um welchem Körperteil wickeln muss. Bislang habe ich Yoga und die unendlichen Variationen von Hatha bis Power gemieden. Das ist mir zu esomäßig. Spätestens bei dem Satz „Sitze gerade, stelle dir vor, du seist eine Prinzessin und hast ein Krönchen auf“ musste ich bei einer Pilates-Stunde so lachen, dass ich beinahe des Kurses verwiesen wurde.

Doch Antigravity Yoga gefällt mir. Lachen ist erlaubt und das Rumturnen weckt Spielplatz-Erinnerungen. Auch Teilnehmerin Charlotte ist begeistert: „Das ist super, weil es eine Mischung aus Kraft und Entspannung ist. Vor allem ist es lustiger als das normale Yoga.“ Da kann ich ihr nur zustimmen.

„Einerseits stützt das Tuch, anderseits muss man sich ständig ausbalancieren und das beansprucht die Tiefenmuskulatur“, betont Stricker. Wir machen die Yoga-Übung „Herabschauender Hund“ – bei der Dehnübung sieht man genauso aus wie einer. Die Füße hängen in der Schaukel. „Durch das Tuch ist diese Übung leichter als normal“, so Sticker.

Das Tuch ermöglicht aber auch eine Rückwärtsrolle aus dem Stand. Im Normalzustand bin ich zu ungelenk dazu. Das gefällt mir. Ich denke an das tolle neue Video von Pink „Try“. Darin turnt die Sängerin grazil an ihrem Sixpack-Musikclip-Lover entlang, wobei sie auch eine Rückwärtsrolle über seine Schultern macht. Und das ohne Tuch. Also, wenn erst mal meine Tiefenmuskulatur da ist, kann ich ja mal für Pink einspringen.

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