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23. Januar 2013

Eintracht gegen Hoffenheim: Eiszeit im Stadion

 Von Georg Leppert
Etwa Minus fünf Grad meldet der Wetterbericht fürs Wochenende - da wird's kalt im Stadion, wenn die Eintracht auf Hoffenheim trifft. Foto: dpa

Es wird kalt bei der Eintracht im Stadion. Bitterbitterbitterkalt. Minusgrade sind fürs Wochenende angesagt. Wir verraten, wie man die winterlichen Heimspiele dennoch genießen kann.

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Es wird kalt bei der Eintracht im Stadion. Bitterbitterbitterkalt. Minusgrade sind fürs Wochenende angesagt. Wir verraten, wie man die winterlichen Heimspiele dennoch genießen kann.

Wolfsburg, immer wieder Wolfsburg. Die Stadt am Mittellandkanal ist bei Eintracht-Fans zum Synonym für Fußball bei Eiseskälte geworden. Am 19. Dezember 2009 spielte die Eintracht im Waldstadion gegen den VfL Wolfsburg, und es war kalt, bitterbitterbitterkalt. Minus 15 Grad, sagen die einen, andere erzählen etwas von minus 18.

Jeder der 41.700 Zuschauer, die zumindest zu Spielbeginn im Stadion waren (die einen oder anderen verabschiedeten sich wegen der Temperaturen in der Halbzeitpause), jeder dieser Zuschauer hat seine eigenen Erinnerungen an das wohl kälteste Spiel der Eintracht-Historie. Sie handeln von Männern, die erst 20 Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf dem Platz erschienen, weil sie sich bis dahin auf dem Klo aufgewärmt hatten. Oder von Glühwein, der nach wenigen Minuten die Temperatur eines Erdbeer-Milchshakes im Fast-Food-Restaurant angenommen hatte. Oder vom Sitznachbarn, der bei Alexanders Meiers Tor zum 2:2-Endstand aufspringen wollte, aber es einfach nicht mehr konnte, weil alle Muskeln eingefroren waren.

Verglichen mit der Eishölle gegen Wolfsburg, soll es beim Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim fast schon warm werden. Etwa minus fünf Grad meldet der Wetterbericht. Das sind mindestens zehn Grad mehr als damals. Aber allemal Grund genug, sich Gedanken zu machen, wie man als Fußball-Fan der Kälte trotzt.

Um ein Thema schnell abzuhandeln: Ja, man kann sich direkt neben die Leute stellen, die Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen die „Problembesucher“ nennt. Womöglich zünden die irgendwann Bengalos, die Dinger werden bis zu 1000 Grad heiß, und dann friert in der Umgebung niemand mehr. Wir danken sämtlichen Zynikern für diesen Vorschlag und kommen zu den ernst gemeinten Tipps.

Natürlich kann man möglichst viel anziehen: Zwei paar Socken, lange Unterhose, Handschuhe … Das hilft nur wenig. Man sitzt 90 Minuten auf dem Platz, springt höchstens bei Toren oder Großchancen auf, und dann kriecht die Saukälte in die Klamotten, man merkt förmlich, wie eine Kleidungsschicht nach der anderen versagt. Und ab der 55. Minute friert man. Unweigerlich.

Zumal überhaupt nur Sachen aus echter Wolle langfristig ein wenig warmhalten können, wenn man sich nicht bewegt. Viele begehen den Fehler, Fanschals aus Polyester oder Baumwolle für geeigneten Kälteschutz zu halten. Hilfreich wäre aber nur der von der eigenen Mutter gestrickte Schal – für den man aber im Fanblock Spottgesänge zu hören bekäme. Aber beschäftigen wir uns mal nicht zu sehr mit dem Faktor Kleidung. Die Methode, die am meisten Erfolg verspricht, ist: möglichst abgehärtet ins Stadion gehen. „Die Kälte“, so sagte ein Dauerkarteninhaber auf der Gegentribüne beim legendären Wolfsburg-Spiel, „die Kälte muss dein Freund sein, nicht dein Gegner.“ Darum sollte ein knackig kalter Spieltag auch kalt beginnen – mit einer kalten Dusche. Wer mit dem Auto ins Stadion fährt, sollte auf keinen Fall die Heizung zu hoch drehen. Und: Stoßlüften nicht vergessen. Das ist übrigens auch in älteren S-Bahn-Zügen möglich, sehr zur Freude der anderen Fahrgäste. In diversen Ratgebern gibt es noch weitere Tipps, das Immunsystem auf die Kälte vorzubereiten. Allerdings ist es grenzwertig, auf dem Weg zur Tribüne barfuß durch den Schnee zu stapfen. Ungefähr so grenzwertig wie Mutters Fanschal in der Nordwestkurve.

Zeitung wärmt auch

Eine Alternative, auf die gerade ältere Besucher schwören, ist die Zeitung zwischen Pullover und Unterhemd. Man kennt das ja von der Tour de France. Bevor sich die Fahrer auf eine schnelle Abfahrt machen, stecken sie sich eine Zeitung unters Trikot. Der Vorteil dieser Lösung: Man trägt alles Wissenswerte übers Spiel direkt am Körper. Der Nachteil: Spätestens beim Torjubel gerät die ganze Konstruktion durcheinander, und dann hängt die Zeitung sonst wo.

Was sonst noch hilft gegen Kälte: das klassische Sitzkissen. Das gibt es sogar im coolen Eintracht-Look. Nachteile: Man läuft die ganze Zeit mit einem Kissen durch die Gegend, und irgendein Idiot wird auf dem Weg zu seinem Platz bestimmt eine Abkürzung über die Sitze nehmen und mit matschigen Schuhen aufs Kissen treten.

Schließlich raten Experten noch zu einem richtig scharfen Essen vor dem Aufenthalt in der Kälte. Das allerdings müssen Sie daheim machen. Feuerwurst, Chili con Carne oder irgendetwas mit Tabasco werden Sie an den Stadionbuden vergeblich suchen.

Nach der legendären Wolfsburg-Partie sagten die Spieler der Eintracht etwas, was für Fußballer bemerkenswert ist: Ihnen sei an den Füßen extrem kalt gewesen. Die Zuschauer, so viel ist sicher, froren hingegen nicht nur dort.

Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim, Samstag, 26. Januar, 15.30 Uhr, Waldstadion.

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