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11. April 2012

Kosmetik: Mann will schöner werden

 Von Clemens Dörrenberg
Kosmetik-Salon: Immer mehr Herren wollen gepflegt aussehen und scheuen dabei nicht den Gang zum Profi. Foto: Andreas Arnold

In Kosmetikstudios sind Frauen längst nicht länger unter sich. Immer mehr Herren legen Wert auf ihr Äußeres, wollen gepflegt und faltenfrei aussehen. Unser Autor hat eine Gesichtsbehandlung ausprobiert und mehr über seine Haut erfahren.

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Die Augen geschlossen, liege ich auf einer Art weich gepolstertem Zahnarztstuhl und spüre, wie eine kalte Masse auf meinen Wangen und Augenlidern bis rauf zur Stirn verteilt wird. Aus dem Raum nebenan ertönt leise Panflötenmusik. Mit sanftem Druck in den Fingern und kreisenden Bewegungen massiert Wuri Handayani-Gaebert von Gaebert-Kosmetik eine Reinigungsmilch ein. Sie kühlt die Haut und die Massage entspannt die Gesichtsmuskeln. Ich bin überrascht, dass die Augen nicht brennen. Doch dass Augenlider eingecremt werden, ist gewöhnungsbedürftig.

„Benutzen Sie zu Hause Gesichtscreme?“, fragt die Kosmetikerin. Das beantworte ich mit einem klaren Nein. Der Fotograf lacht, er habe von seiner Schwester eine Pflege-Serie geschenkt bekommen, die seit Jahren unberührt im Badschrank stehe. Duschgel und Shampoo – braucht Mann noch mehr zur Körperpflege? Ja, sagt zumindest Wuri Handayani-Gaebert. „Ihre Gesichtshaut ist sehr trocken“, analysiert sie und legt mir zwei feuchte Watte-Pads auf die Augen. Als Nächstes wird mein Gesicht in heißen Wasserdampf gehüllt.

Es fühlt sich ein wenig wie beim Inhalieren an. „Das ist Sauna für das Gesicht. So öffnen sich die Poren“, erklärt die 31-Jährige und zieht sich Gummihandschuhe an. Mit einem kleinen spitzen Metallstift bewaffnet, widmet sie sich meinen Mitessern auf Stirn und Wangen. Dabei schaut sie durch eine überdimensionale Lupe mit eingebauter Leuchte, die an einer beweglichen Halterung befestigt ist.

Anwendung: Wuri Handayani-Gaebert arbeitet präzise.
Anwendung: Wuri Handayani-Gaebert arbeitet präzise.
Foto: Andreas Arnold

Ein Pieken auf der Nase

Wider Erwarten spüre ich keine Schmerzen, nur ein kurzes Pieken auf der Nase. Auch das Zupfen der Augenbrauen tut nicht weh. Die Expertin berichtet, dass Männer meist schmerzempfindlicher seien als Frauen. Etwa 25 Prozent ihrer Kunden seien männlich. Monika Ferdinand vom Bundesverband deutscher Kosmetiker/innen rechnet jedoch damit, dass die Zahl männlicher Kunden in Kosmetikstudios bundesweit künftig leicht steigt.

Ich bekomme eine Decke über die Beine gelegt. Dann wird eine Tagescreme aufgetragen und anschließend mit einem feuchten, heißen Tuch abgetupft. Die meisten Männer kämen durch Empfehlungen ihrer Partnerinnen in ihr Studio, sagt Wuri Handayani-Gaebert. „Die Herren wollen heute gut und gepflegt aussehen, erst einmal für sich, aber auch für ihre Frau oder Freundin und natürlich für den Beruf“, sagt die staatlich geprüfte Kosmetikerin. „Sie wünschen sich unkomplizierte und effiziente Pflege, häufig in der Mittagspause.“

Die meisten Kunden seien Geschäftsmänner, aber auch Studenten und Rentner seien dabei. Das Durchschnittsalter ihrer pflegebewussten, männlichen Kundschaft schätzt sie auf Mitte 30 und älter. Lifting würde bei Männern ab Ende 30 im Trend liegen. Dazu wird Ultraschall eingesetzt, der die Falten glätten soll. Zunächst trägt die Kosmetikerin ein Konzentrat aus Vitamin C und Kontakt-Gel auf mein Gesicht auf. Mit dem Ultraschall-Gerät fährt sie insbesondere die Partien unter den Augen ab. Dort seien meine Problemzonen, die zumindest nach nur einer Behandlung nicht viel anders aussehen.

Volldampf: reinigt die Poren.
Volldampf: reinigt die Poren.
Foto: Andreas Arnold

Rote Algen beruhigen

Zum Abschluss trägt die Kosmetikerin eine rosafarbene Maske aus roten Algen auf, die die Haut beruhigen und Rötungen mildern soll. „Jetzt schenke ich Ihnen noch eine Handmassage“, sagt sie, „dabei kann die Maske einwirken.“ Nachdem alles vorbei ist, darf ich noch einige Minuten ruhen, ehe ich per Fernbedienung mit dem Stuhl in die Senkrechte zurückfahre. Wie ich mich fühle, fragt die Fachfrau und lächelt. „Entspannt“, antworte ich. Die Haut ist weich, ich habe viele Cremes kennengelernt und den Besuch schmerzfrei überstanden. Vorerst werde ich wohl trotzdem lieber nur bei Duschgel und Shampoo bleiben.

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