Viele runzeln die Stirn, wenn sie Floorball oder Unihockey hören, und können sich nicht so recht etwas darunter vorstellen. Floorball ist eine Mischung aus Feld- und Eishockey. Die Sportart ist in Deutschland eher unbekannt, doch das Interesse wächst. Vor allem in Frankfurt und Umgebung, seit wir mit der Männermannschaft des TSV Berkersheim im vergangenen Jahr das erste Mal deutscher Meister geworden sind. In diesem Jahr konnten wir den Titel verteidigen. Für uns etwas ganz Besonderes, das war ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
Mich fasziniert an Floorball, dass es ein schneller und dynamischer Hallensport ist und dabei für jedermann relativ leicht zu erlernen. Fairness wird großgeschrieben. Auch an Ausrüstung braucht es nicht viel: Schläger, Hallenschuhe und Sportkleidung. Die ist, verglichen mit anderen Sportarten, recht günstig. Die Schläger sind superleicht und auch für kleine Kinder einfach zu halten. Die jüngsten Spieler im Verein sind fünf Jahre alt.
Floorball stammt ursprünglich aus den USA, wo es in den 1950ern als Cosom-Hockey, eine Sommervariante des Eishockeys, bekannt wurde. Zu seiner jetzigen Spielform wurde es vor allem in Schweden weiterentwickelt. Dort ist es eine beliebte Schulsportart. Am weitesten verbreitet ist Floorball derzeit in Schweden, Finnland, Tschechien und der Schweiz.
Neben dem TSV Berkersheim (www.tsv-berkersheim.de) spielen Floorball in Hessen verschiedene Gruppen: das Team des Sportvereins Fit und Gesund Hechtsheim „Floorball Mainz“ (www.floorball-mainz.de), der SV Floorball Butzbach (www.floorball-butzbach.de), die Hochschulsportgruppe der Uni Kassel „Kassel Rangers“ (www.ks-rangers.blogspot.com), die TSG Erlensee (http://unihockey-erlensee.de) und der UC Marburg (www.marburger-elche.de).
Ausprobieren kann man Floorball beim TSV Berkersheim montags von 19 bis 20.30 Uhr beim Just4Fun-Training in der Liesel-Oestreicher-Schule, Boskoopstraße 6, Frankfurt. Mehr Infos zu Floorball und Trainingszeiten bietet auch Abteilungs- leiter Holger Schroeder unter Telefon 069/ 95410205 oder E-Mail floorball@tsv-berkersheim.de.
Probleme hat der TSV Berkersheim derzeit mit der Trainingssituation. Die Traglufthalle, in der die Männer übten, wird abgerissen. Den vom Sportamt angebotenen Ersatz, die Fabriksporthalle, hat der Verein wegen zu geringer Größen und eines ungeeigneten Bodens abgelehnt. Vorläufig hat man sich auf die Astrid-Lindgren-Schule geeinigt, doch es wird weiter gesucht.
Das rasante Spiel ist wirklich schweißtreibend, da wir nonstop über das Feld rennen, abbremsen und wieder losrennen. Schon nach kürzester Zeit ist man nass geschwitzt, und die Lunge pumpt, vor allem bei Anfängern. Kurz und knackig, so kann man den Einsatz der Spieler beschreiben.
Die Schläger haben eine große Kelle, daher trifft man den löchrigen Ball mit rund sieben Zentimetern Durchmesser leicht. Da gibt es schnell Erfolgserlebnisse, was besonders bei Kindern wichtig ist. Die sind stolz auf ihre Leistungen und lernen beim Floorball Teambildung und Taktik, aber auch, Verantwortung zu übernehmen. Und sie bekommen ein Gefühl für den eigenen Körper.
„Entsetzt über Spielweise“
Ich habe 1995 während meines Zivildienstes bei einer Kirchengemeinde mit dem Sport angefangen. Damals wusste ich aber weder, was Floorball ist, noch, dass es bereits eine Bundesliga und Nationalteams gibt. In der Gemeinde lagen diese Schläger und der Ball herum, die haben wir uns geschnappt und drauflosgespielt. Mit eigenen Regeln, wenn man das überhaupt so nennen kann. Das ging eine ganze Weile so, wir hatten einfach unseren Spaß.
An der Fachhochschule habe ich während meines Studiums eine Sportgruppe gegründet, die es bis heute gibt. Eines Tages kam ein Tscheche zu uns in die Gruppe. Er war entsetzt über unsere Spielweise. Denn der war quasi mit dem Schläger in der Hand aufgewachsen. In Tschechien ist Floorball recht bekannt. So lernten wir endlich die Regeln und erfuhren, wie das, was wir da mit unseren Schlägern vollführten, heißt.
Ich und einige andere suchten dann nach einem Verein, der an Floorball interessiert ist, und fanden den TSV Berkersheim. Die Abteilung wurde erst vor zweieinhalb Jahren gegründet. Dass wir nun nach so kurzer Zeit schon zweimal deutscher Meister geworden sind, damit hätte wohl niemand gerechnet. Ein Erfolgsrezept gibt es nicht: Wir spielen einfach.
Die Regeln lernt man schnell. Generell gilt: Gespielt wird nicht mit Kopf oder Hand. Es ist ein körperloses Spiel; den Geg