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29. Januar 2013

Wellness im Fünf-Sterne-Hotel: Im Luxus baden

 Von Nicole Schmidt
Es gibt Gelegenheiten, da darf es etwas Besonderes sein: Wellness-Bereich im Luxushotel Villa Kennedy.  Foto: peter-juelich.com

Reicht die öffentliche Sauna oder soll es doch lieber das Spa im Fünf-Sterne-Hotel sein? Unsere Autorin hat ausprobiert, ob das Wohlgefühl hier tatsächlich einen Unterschied macht.

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Lautlos öffnet sich die Tür zum Spa der Villa Kennedy, eines der Fünf-Sterne-Hotels in Frankfurt. Dahinter wartet eine dezente, stille Welt, wo Alltag nichts zu suchen hat. Die Nase nimmt einen feinen Duft wahr, Kerzen brennen, eine lächelnde Dame an der Rezeption reicht den Schlüssel zum Spind. Darin liegen Handtücher, ein Bademantel und Slippers bereit. Die Dame bittet, nach dem Ablegen der Winter-Kleider erst ins Dampfbad zu gehen. „Das öffnet die Poren und bereitet den Körper auf die Behandlung vor.“ Eine einstündige Surrender Massage – „individuell abgestimmt und intuitiv kombiniert auf der Grundlage diverser Techniken“ – hat sich die Kundin ausgesucht für 100 Euro. Danach oder davor kann sie, immerhin, kostenlos den ganzen Spa-Bereich mit Fitnessraum, zwei Saunen und dem langen Pool nutzen. Trotzdem ein teurer Spaß.

Und natürlich hat sie sich gefragt: Lohnt es sich überhaupt, so viel Geld für Wellness auszugeben? Denn natürlich ginge es auch preiswerter: Im Thai-Studio um die Ecke, in ihrer Krankengymnastik-Praxis oder im Fitnessstudio, wo Therapeuten den Rücken 20 Minuten lang für 23,50 Euro kneten. Sie hätte auch die viel größere Bade- und Saunalandschaft der Taunus-Therme in Bad Homburg nutzen können und dazu noch eine einstündige hawaiianische „Lomi Lomi Nui“ Massage für 88 Euro gehabt. Oder in der exklusiven kleinen Sauna-Welt wie dem Kur Royal in Bad Homburg eine kleine Aromaölmassage plus Eintritt für 60 Euro. Der körperliche Effekt ist wohl überall ähnlich: Die Muskeln entspannen sich.

Aber es gibt eben Gelegenheiten, da darf es auch mal etwas ganz Besonderes sein, hatte ihre Freundin gesagt. „Mein Mann zahlt für ein Depeche-Mode-Konzert doch auch so viel, ebenso meine Mutter, ohne mit der Wimper zu zucken, für eine Opernkarte.“ Und allein die Tatsache, dass man einmal außer der Reihe schieren Luxus gebucht hat, beschwinge. „Das ist so, als ob ich statt der täglichen Baumwollschlüpfer ein sündhaft teures Spitzenhöschen anziehe. Da fühle ich mich gleich besser.“

Den Luxus-Spa-Effekt können in Frankfurt externe Gäste fast in allen Edel-Hotels buchen. Ganz neu dabei ist das Spa des Frankfurter Hofs mit blauem Hamam und einem „Gentlemens Barbershop“. Das „Haven Spa“ im 18. Stock des Radisson Blu blickt auf die Frankfurter Skyline, ebenso das lichtdurchflutete „Emotion-Spa“ im Westin Gran, das Hilton Hotel wartet mit einem 25 mal 15 Meter Schwimmbecken auf, das „Roomers“ mit wärmenden Glasperlen und dunklem Design.

Banker nehmen Auszeit

Ob man in diesen Hotel-Spas nur neben reichen Hotelgästen sauniert und gepampert wird? Keineswegs, sagt Villa-Spa-Managerin Nektaria Sfendoni. „Wir haben sehr viel Kundschaft von außen. Gestresste Mütter und Banker, die sich einen Tag Auszeit nehmen. Ehefrauen, die mit einem Geschenk-Gutschein ihres Mannes kommen. Freundinnen, die sich lange nicht gesehen haben.“

Also, her mit dem kostenlosen frisch gepressten Grapefruitsaft! Mehr dieser fluffigen Handtücher, die man hinterher einfach in die Tonne werfen kann! Und hinein in den Prunk. Aber nein. Da wird die Kundin enttäuscht. In der Villa Kennedy herrscht das Gegenteil von Überfluss: Alles strahlt eine sehr zurückhaltende Ruhe aus – der Naturstein, das Holz, der schlichte lange Pool. Und die finnische Sauna und das Dampfbad sehen aus wie überall. Nur sitzt kein Mensch drin. Überhaupt sind nicht mal eine Handvoll Gäste zu sehen. Die sind mit sich selbst beschäftigt, lesen, liegen da mit geschlossenen Augen. Wie angenehm, wie intim.

Martina Matt, eine der 20 Therapeutinnen in strahlendem Weiß, fragt die Besucherin, als sie auf der von innen gewärmten Liege ruht: „Wie möchten Sie sich hinterher fühlen? Brauchen Sie einen Energie-Kick oder soll ich Sie runterholen“? Das ist der Luxus, merkt die Kundin jetzt. Da ist ein Profi am Werk, der auf dich eingeht und das findet, was dir guttun wird. Das sei Spa, sagt Martina Matt. „Ein Physiotherapeut arbeitet eine Diagnose ab am kranken Menschen.“

Am Ende wird sie sich mit der feinen Bodylotion eincremen, die kostenlos im Umkleideraum neben dem Spiegel steht, und sie wird zu sich sagen: Ja, es hat sich gelohnt. Aber das nächste Mal wird sie wieder in ihre Lieblingstherme, ins Taubertsbergbad in Mainz gehen, zum Nachtschwärmertarif von elf Euro. Auch danach fühlt sie sich total entspannt, selbst ohne Behandlung.

Spa im Hotel Villa Kennedy, Frankfurt, Kennedyallee 70, Tel. 069/717121160, www.roccofortehotels.com

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