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2:2 gegen Paderborn: Zwei Minuten am Sieg geschnuppert

Der FSV Frankfurt muss auch gegen Paderborn die Punkte teilen.

        

Torjubeltraube: die Spieler des FSV nach dem 1:1.
Torjubeltraube: die Spieler des FSV nach dem 1:1.
Foto: dapd/Dirk Waidner

Der Bock steht noch. Oft zitiert in den zurückliegenden Wochen, aber auch am Freitagabend ist es dem FSV Frankfurt nicht gelungen, ihn umzustoßen. „Ich bin enttäuscht“, sagte der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Clemens Krüger nach dem 2:2 (0:1) gegen den SC Paderborn. Wieder kein Dreier, seit dem 15. April ist der Fußballsportverein am Bornheimer Hang ohne Sieg. Kopfschüttelnd lief Krüger durch die dem Abriss geweihten Katakomben der Haupttribüne. Im Dezember rollen die Bagger an, um den maroden Bau einzureißen. Ein Sinnbild für die sportliche Situation des Fußball-Zweitligisten, der den Abstiegsrängen mit 13 Punkten auf Platz 14 empfindlich nahe ist.

Eine Situation, die dem FSV nicht fremd ist. Im vierten Jahr kickt der Frankfurter Stadtteilklub zweitklassig und kämpft regelmäßig ums Überleben. In den vergangenen beiden Spielzeiten hielt Trainer Hans-Jürgen Boysen die Mannschaft überm Strich. Ob er das Nichtabstiegstrippel hinlegen kann, davon sind in und um den Verein nicht mehr alle überzeugt. Glaubt man dem Boulevard, soll der Klub bereits Gespräche mit etwaigen Nachfolgern geführt haben. „Stimmt nicht“, konterte gestern Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport. „So ein Gespräch hat definitiv nicht stattgefunden- “ Das haben die Bosse des FSV auch Boysen vor dem Anpfiff vermittelt. Ob er ihnen glaubt? „Es macht keinen Sinn darüber zu sprechen was andere denken“, antwortete Boysen, der bei seinem letzten Arbeitgeber Kickers Offenbach bereits Vergleichbares erlebte. „Es gibt welche, die mögen einen, andere nicht. Wichtig ist nur, dass mich meine Frau mag – das genügt mir eigentlich“, sagte der 54 Jahre alte Coach.

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In der Woche nach dem 0:4-Debakel in Fürth war viel gesprochen worden. Der Appell an die Spieler (Stöver: „Bei Abstieg gibt es nur Verlierer“) schien zunächst nicht zu fruchten. Allen Brandreden zum Trotz lieferten die Bornheimer in der ersten 45 Minuten eine wiederum enttäuschende Vorstellung ab. Die gut organisierten Ostwestfalen hatten wenig Mühe, den FSV auf Distanz zum eigenen Sechzehner zu halten. Der Spielfilm der ersten Halbzeit passte den Paderbornern dabei trefflich ins taktische Konzept. Bereits nach sechs Minuten waren die Gäste durch Nick Proschwitz in Führung gegangen. Allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen. Dem Abstauber war eine Abseitsstellung von Florian Mohr vorausgegangen, dessen Kopfball an die Latte geklatscht war und so Proschwitz in Szene gesetzt hatte. „Wir kassieren zu viele Tore zu Beginn einer Halbzeit oder am Ende. Das kann Zufall sein, oder mangelnde Konzentration“, analysierte Boysen: „Wenn man mit großen Erwartungen beginnt und dann so einen Nackenschlag kriegt, ist es für jede Mannschaft schwer, in den Rhythmus zu kommen.“ Einziger Höhepunkt vor dem Wechsel war ein Distanzschuss von Yannick Stark (43.) an die Latte.

Erst nach dem Wechsel und dem schnellen Ausgleichstreffer von Samil Cinaz (48.) steigerte sich der FSV „läuferisch und kämpferisch“ (Boysen), nahm das Heft des Handelns in die Hand und wähnte sich nach der 2:1-Führung durch Macaulay Chrisantus auf der Siegerstraße. „Wir waren zu sehr euphorisiert und unachtsam“, ärgerte sich Stöver. Denn im Gegenzug war es wiederum Proschwitz, der völlig frei im Strafraum den Ausgleich köpfte. „Das ist sehr, sehr ärgerlich“, resümierte Stöver, der aber dennoch mit dem Spiel seiner Mannschaft „gut leben“ kann. Boysen, so viel steht fest, wird auch am nächsten Sonntag auf der Bank sitzen. Stöver „Wir fahren gemeinsam nach Dresden und müssen dort versuchen, einen Sieg einzufahren.“ Der Bock muss fallen...

FSV punktet gegen Paderborn

Bildergalerie ( 71 Bilder )
Autor:  Jörg Hanau
Datum:  25 | 11 | 2011
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