Ein paar kurze Trippler nach links, ein Sprung zur Seite. Benno Möhlmann fuchtelte mit den Armen, er schrie, er fluchte – der Trainer des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt spielte mit, war 90 Minuten in Bewegung.
„Bei diesen Temperaturen“, sagte der erst kurz vor Weihnachten verpflichtete Trainer-Routinier, „ist das angebracht. Außerdem kann ich im Stehen besser denken.“ Seine Entscheidungen griffen, Möhlmann startete am Freitagabend seine Mission Klassenerhalt mit einem 2:1 (1:0)-Sieg beim MSV Duisburg.
Ein Einstand nach Maß für den 57 Jahre alten Übungsleiter, der nach dem ersten Dreier der Bornheimer seit dem 3:1-Auswärtssieg in Aachen am 30. September vergangenen Jahres bescheiden blieb.
„Es ist gut, dass die vier Wochen Arbeit erst mal mit einem Sieg belohnt worden ist“, sagte Möhlmann: „Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges. Wir haben noch nichts erreicht.“
MSV verzweifelt an Klandt
Zumindest kletterte der FSV wenigstens für einen Abend mit nun 17 Punkten auf den 14. Tabellenplatz – ein erstes Lebenszeichen im Klassenkampf.
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„Wenn man unterm Weihnachtsbaum sitzt, hat man natürlich ein paar Wünsche. Wir haben nicht nur gepunktet, sondern auch spielerisch überzeugt“, sagte ein glücklicher Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver nach „einem allerdings glücklichen Sieg“.
Denn der MSV Duisburg war gestern Abend am eigenen Unvermögen und dem überragenden FSV-Keeper Patric Klandt gescheitert, der nur einmal danebengriff, als der Duisburger Goran Sukalo das zwischenzeitliche 1:1 (48.) köpfte. „Den kann man auch mal halten“, sagte Klandt mit diebischem Grinsen und überließ die große Lobhudelei anderen. „Schließlich werde ich dafür bezahlt, Bälle zu halten. Dafür stehe ich im Tor.“
Der zweite Mann des Abends war unzweifelhaft Ilian Micanski. Der Bulgare erzielte beide Tore (17. und 68.) zum erst dritten Saisonsieg des Fußballsportvereins. „Das ist natürlich perfekt gelaufen für mich“, sagte der erst während des Trainingslagers auf Mallorca vom Erstligisten 1. FC Kaiserslautern ausgeliehene Stürmer, der nicht nur durch seine Effizienz vor dem Tor zu überzeugen wusste. Einen nicht minder guten Einstand feierten die beiden anderen Winter-Zugänge, Chadli Amri und der später für den Algerier eingewechselte Michael Görlitz. „Ich war heute mit allen zufrieden“, sagte Möhlmann und gab den Pädagogen. „Wir müssen als Mannschaft funktionieren.“
Schwierige Bedingungen
Am Vormittag hatte die Partie noch auf der Kippe gestanden. Die Rasenheizung war nicht in der Lage, den tiefgefrorenen Rasen zu erwärmen. Hart wie Beton, glatt wie Eis – und doch gab ihn die Platzkommission frei. Zum Leidwesen der Profis, die auf dem Rechteck jedwede Standfestigkeit vermissen ließen. Eine frostige Rutschpartie, unkontrollierbar.
Von irregulären Verhältnissen wollten aber weder Möhlmann noch sein Duisburger Kollege Oliver Reck sprechen. „Es waren für beide Mannschaft dieselben Bedingungen. Es ist nur schwieriger für die Spieler und den Schiedsrichter, denn es ist ein anderes Spiel als unter normalen Bedingungen“, sagte Möhlmann.
Die Akteure wackelten bedenklich über das gefrorene Grün. Zeitweise wähnten sich die Spieler mehr bei den Kringeldrehern als auf einem Fußballplatz. „Der ganze zentrale Bereich den Feldes war vereist“, sagte FSV-Kapitän Samil Cinaz und klagte wie viele seiner Kollegen über starke Rückenschmerzen: „Das zieht voll rein.“
Aber egal: „Scheiß Platz, dreckiger Sieg − alles andere ist völlig egal.“
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