Clemens Krüger, der beim Zweitligisten FSV Frankfurt für die Finanzen verantwortliche Geschäftsführer, ist nach dem verschenkten Sieg im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt (1:1) weiter von der Mission Klassenerhalt überzeugt. Dafür wurde der Etat im Winter auf 5,7 Millionen Euro erhöht.
Herr Krüger, vier Punkte aus den ersten beiden Spielen im neuen Jahr − eigentlich keine schlechte Ausbeute, oder?
Vier Punkte war unser Ziel. Das haben wir erreicht, aber nach so einem Spiel wie am Freitag muss ich sagen: Scheiße gelaufen.
Zwei Minuten haben zum ersten Heimsieg gefehlt...
...trotzdem haben wir gut gespielt, aber leider unsere Chancen nicht genutzt. Zwei Minuten vor dem Ende dürfen uns solche individuellen Fehler einfach nicht passieren. Letzten Endes müssen wir jetzt aber einen Haken dranmachen und nach vorne schauen. Ich sehe es mittlerweile mehr mit einem lachenden, als mit einem weinenden Auge.
Weshalb?
Weil die Mannschaft vor allem in der Offensive besser spielt, da kommt uns die Qualität der neuen Leute zu Gute. Das ist ein ganz anderer FSV als im vergangenen Jahr. Wir spielen schneller, schalten schneller um und sind variabler in unserem Spiel. Chadli Amri und Ilian Micanski sind zwei sehr gute Spieler, die sich aus verschiedenen Gründen momentan in der Bundesliga nicht durchgesetzt haben, wohl aber die Qualität für die erste Liga haben. Beide tun uns gut.
Hat die neue Qualität des FSV auch etwas mit dem Trainerwechsel zu tun?
Das ist natürlich sehr spekulativ. Vielleicht hätte der alte Trainer (Hans-Jürgen Boysen; Anmerk. d. Red..) es mit den neuen Spielern auch besser hinbekommen. Fakt ist, wir spüren hier eine Aufbruchstimmung, der neue Trainer (Benno Möhlmann; Anmerk. d. Red.) ist schon in der Ansprache sehr motivierend und begleitet die 90 Minuten proaktiv am Spielfeldrand. Das tut der Mannschaft gut, aber ich wiederhole mich: Vergleiche zwischen den Trainern sind müßig.
Der FSV ist also auf dem richtigen Weg.
Absolut, aber wir müssen noch viel arbeiten, um den Klassenverbleib zu sichern. Dieses Gegentor in der 88. Minute erinnert uns natürlich auch an die Hinrunde, in der wir oft die Last-Minute-Deppen waren. Wir sind noch nicht so stabil, aber die Mannschaft ist absolut auf dem richtigen Weg.
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Neuer Trainer, vier neue Spieler − wie groß ist das finanzielle Risiko für den FSV?
Wir haben unseren Etat um 500.000 auf nun 5,7 Millionen Euro erhöht. Ein Abstieg käme uns bedeutend teurer.
Der Vertrag mit dem Hauptsponsor läuft aus. Wie stehen die Verhandlungen?
Wir sind immer noch in guten Gesprächen.
Das sagen Sie schon länger...
...wir sind sehr zuversichtlich, mit Hyundai zu verlängern.
Das Gespräch führte Jörg Hanau.
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