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30. Oktober 2012

FSV Frankfurt - VfL Wolfsburg: Schlicke darf gegen Wolfsburg ran

Abgang: Björn Schlicke sucht nach seiner Tätlichkeit das Weite. Foto: bild pressehaus

Der DFB greift nach der Tätlichkeit von Björn Schlicke durch und sperrt den Innenverteidiger des FSV Frankfurt für drei Spiele. Im DFB-Pokal gegen Wolfsburg ist Schlicke aber spielberechtigt. Der FSV reist trotzdem als Außenseiter nach Niedersachsen.

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Der DFB greift nach der Tätlichkeit von Björn Schlicke durch und sperrt den Innenverteidiger des FSV Frankfurt für drei Spiele. Im DFB-Pokal gegen Wolfsburg ist Schlicke aber spielberechtigt. Der FSV reist trotzdem als Außenseiter nach Niedersachsen.

Jörg Hanau –  

So wirklich begreifen konnte es Björn Schlicke auch am Montag nicht. „Ich sage meinem kleinen Sohn immer, er soll sich zusammenreißen. Der ist nämlich auch so ein Wilder.“ Dann schüttelte er den Kopf. Einmal, zweimal, „ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist. Das geht gar nicht.“ Schlicke erinnerte sich einen Tag nach dem 3:1 des FSV Frankfurt gegen Jahn Regensburg natürlich noch gut an jene verhängnisvolle Situation in der 19. Minute, als dem 31 Jahre alten Kapitän die Sicherungen durchgebrannt und er Jonatan Kotzke vorsätzlich in die Beine getreten hatte.

„Der hatte mich erst provoziert und dann auch noch getreten“, sagte Schlicke. Was dann kam, „waren pure Emotionen“. Nicht entschuldbar, aber nachvollziehbar. „Das war ein Reflex“, nahm ihn Trainer Benno Möhlmann in Schutz. Aber auch der Reflex schützt vor Strafe nicht: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes sperrte Schlicke am Montagnachmittag nach schriftlicher Anhörung „wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen Handlung“ für drei Spiele.

Schlicke muss bluten

Für Schlicke war es die dritte Rote Karte in seiner Profikarriere, „einmal eine Notbremse, einmal war’s gar nichts und jetzt diese Tätlichkeit.“ Und teuer wird es auch noch. Das regelt der Strafenkatalog, den sich Mannschaft vor der Saison selbst verpasste. Schlicke muss bluten: „Da geht es nicht um 50 Euro.“

Gutes Geld gibt es für den FSV am Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals zu verdienen. Allerdings reist der Zweitligasechste nicht gerade als Favorit zum Bundesliga-16. VfL Wolfsburg. Sollte die Schwarzblauen das Kunststück fertig bringen und die wiedererstarkten Niedersachsen aus dem Wettbewerb kegeln, winkt Bares. „535.000 Euro für ein Heimspiel, 485.000 Euro für ein Auswärtsspiel“, rechnete Finanz-Geschäftsführer Clemens Krüger vor. Sollte das nächste Spiel live im Free-TV laufen, dürfte sich der Betrag noch mal um 300.000 Euro erhöhen. „Aber darüber machen wir uns erst am Mittwochabend Gedanken“, sagte Krüger.

FSV in der Außenseiterrolle

Aus gutem Grund. „Wir kommen aus der Außenseiterrolle“, sagte Trainer Möhlmann. Vor einer knappen Woche fühlte sich das noch etwas anders, besser an. Wolfsburg war in der Bundesliga bis auf den letzten Tabellenplatz durchgereicht worden. Die Profis kickten offenkundig gegen ihren eigenen Chef. Nach der Entlassung des Trainer-Managers Felix Magath folgte am Samstag der Befreiungsschlag in Düsseldorf (4:1).

Wäre Möhlmann vielleicht sogar froh, Kollege Magath würde noch immer das Sagen beim VfL haben? „Das ist nicht meine Art. Felix ist im Bund Deutscher-Fußballlehrer mein Vizepräsident“, antwortete Möhlmann. Kollegenschelte war seine Sache noch nie. Und überhaupt, „mit Magath hätten die Wolfsburger vielleicht 8:0 in Düsseldorf gewonnen.“ Vielleicht aber auch nicht.

Sicher ist nur, dass Björn Schlicke am Mittwoch mit von der Partie sein wird. Die Sperre gilt nur für die Liga. Er habe etwas gutzumachen − bei seinen Kollegen und seinem kleinen Sohn.

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