Uwe Stöver, 45, ist sein Unbehagen deutlich anzusehen. „Wir haben schon schlechter gespielt und gewonnen“, sagt der Geschäftsführer Sport des FSV Frankfurt nach der 0:1-Niederlage am Sonntag gegen den TSV 1860 München. Seiner Meinung nach sei es diesmal genau umgekehrt gewesen.
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Herr Stöver, die Heimserie ist gerissen, der FSV hat 2012 sein erstes Spiel am Bornheimer Hang verloren. Schmerzt das sehr?
Mit der heutigen Leistung hätte das nicht sein dürfen, ich möchte sogar sagen, nicht sein müssen. Wenn wir auf die Statistik schauen, hatten wir wieder ein deutliches Plus: 28 zu acht Schüsse aufs Tor, 41 zu acht Flanken, 57 zu 43 Prozent Ballbesitz. Wenigstens ein Punkt wäre für uns verdient gewesen. Ich kann der Mannschaft heute aber keinen Vorwurf machen.
Außer beim Gegentor, oder?
Es ist bitter, dass wir das Spiel durch einen stark von Heitmeier abgefälschten Ball verloren haben. Die Kugel ist dem Lauth optimal vor die Füße gefallen. Der musste den Ball nicht mal mehr mitnehmen, sondern konnte ihn direkt verwerten. Es ist sehr ärgerlich, dass wir ohne Punkt von der Platte gehen mussten.
Erstmals seit dem 17. Dezember 2011 kassiert der FSV Frankfurt wieder als Verlierer vom eigenen Platz. Gegen 1860 München unterliegen die Bornheimer trotz mehr Spielanteilen mit 0:1. Das Tor des Tages erzielt Benjamin Lauth (36.).
Foto: dpaEin Grund dafür ist die schlechte Chancenwertung.
Auch hier waren wir sehr unglücklich. Entweder hat sich einer mit dem Fuß dazwischengeworfen oder aber der Torwart war zur Stelle. Der Kiraly weiß jetzt noch nicht, wie er den Schuss von Verhoek halten konnte. Der wehrt den Ball mit dem Kopf ab. Huber wollte es in der 89. Minute dann zu genau machen und den Ball in den Winkel hauen. Wenn er ihn nur aufs Tor schießt, wäre er drin gewesen. So zog sich das durchs ganze Spiel. Wenn man Kritik üben will, dann, dass wir unsere Torchancen nicht verwertet haben.
Die Mannschaft hat viele hohe Bälle in den Strafraum geschlagen. Das sah mitunter aber sehr planlos aus...
...das sehe ich ein bisschen anders. Wir haben versucht, auch die zweiten Bälle zu erobern, die bei den unkontrollierten Abwehrversuchen von Vallori oder Aygün entstanden waren. Unser Ziel war es, aus der zweiten Reihe nachzuschieben und Druck aufzubauen. Wir wollten gegen solch eine spielstarke Mannschaft wie 1860 München so viel Ballbesitz und so viele gefährliche Situationen wie möglich herausspielen. Das ist uns gelungen. Für mich war das heute eines unserer besten Saisonspiele.
Das Gespräch führte Jörg Hanau.
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