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15. Februar 2013

FSV Frankfurt: „Schmerzhaft und lehrreich“

„Wenn man verletzt ist, ist man für eine Mannschaft nicht mehr wichtig“, sagt Marcel Gaus (r.) Foto: imago

FSV-Akteur Marcel Gaus über die Ich-AG Fußball-Profi und seine lange Verletzungspause.

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FSV-Akteur Marcel Gaus über die Ich-AG Fußball-Profi und seine lange Verletzungspause.

Marcel Gaus, 23, ist wütend. Der Linksaußen des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt hasst es, zu verlieren − auch im Training. Er ist eben ein Siegertyp: In der Rückrunde 2012 war der gebürtige Düsseldorfer unter Trainer Benno Möhlmann im linken offensiven Mittelfeld durchgestartet. Er war zweifellos die Entdeckung der vergangenen Saison. Im Sommer legte ihn aber eine Schambeinentzündung lahm − sechs Monate Pause. Nun ist er wieder zurück. Beim 2:0-Sieg am Freitag in Aue gab er sein Debüt.

Herr Gaus, sind Sie erschrocken, als Ihnen Benno Möhlmann sagte, dass Sie von Anfang spielen werden?

Ich habe es kurz vor dem Mittagessen erfahren. Natürlich hoffte ich darauf, Einsatzzeit zu bekommen. Aber in der Startelf zu stehen, hat mich dann doch überrascht, aber auch sehr froh gemacht. Nach so einer langen Pause ist es wichtig, mit der Verletzung endlich abzuschließen. Das geht aber nur, wenn man spielt.

Aber ausgerechnet bei Schnee und Eis. Hatten Sie keine Sorge, sich erneut verletzen zu können?

Daran habe ich nie gedacht. Ich habe mich nur gefreut zu spielen. Das Gute an meiner Verletzung war, dass ich nichts an den Bändern hatte. Meine Schambeinentzündung ist auskuriert und kann eigentlich nicht wieder aufbrechen. Ich denke nicht mehr daran. Die Geschichte ist aus meinem Kopf.

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Wären Sie enttäuscht, würde Sie der Trainer am kommenden Sonntag gegen Cottbus wieder auf die Bank setzen?

Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Letzte Woche war ich begünstigt, weil Mathew Leckie unter der Woche auf Länderspielreise war. Aber natürlich wäre ich auch nicht glücklich, würde ich nicht spielen. Ich habe bei Fortuna Düsseldorf lange genug auf der Bank gesessen. Das macht keinen Spaß. Ich formuliere aber sicherlich keine Ansprüche. Der Trainer entscheidet, wer spielt.

In den nächsten drei Wochen fehlt Linksverteidiger Nils Teixeira gesperrt. Das ist zwar nicht Ihre Lieblingsposition , aber vielleicht ...

... wenn der Trainer sagt, spiele hinten, dann mache ich das auch. Das wäre ja nicht das erste Mal − ich denke, ich könnte das heute sogar etwas besser spielen als damals unter Trainer Hans-Jürgen Boysen, weil ich mir mittlerweile ein viel größeres Selbstvertrauen erarbeitet habe. Aber es stimmt, es ist nicht meine Paradeposition.

Dieses Selbstvertrauen haben Sie sich in der Rückrunde 2012 erarbeitet. Wie viel davon ist noch in Ihnen? Kann man Selbstvertrauen konservieren?

Ich war sechs Monate weit weg von allem. Die Reha war sehr zäh und langwierig. Mein Einsatz gegen Aue war ein erster Schritt, auch für meinen Kopf. Ich bin noch nicht im Vollbesitz meiner Kräfte. Letzten Endes kann ich an meine alte Leistungsstärke nur kommen, wenn ich spiele. Das gilt ebenso für mein Selbstvertrauen.

Haben Sie vor einem halben Jahr ahnen können, dass Sie so lange ausfallen würden?

Ich bin ja erst einmal vier bis sechs Wochen rumgeeiert, weil ein Arzt in Berlin eine falsche Diagnose gestellt hatte. Danach war ich in München bei Dr. Müller-Wohlfahrt in Behandlung. Natürlich habe ich immer darauf gehofft, dass er sagt, „nächste Woche kannst du wieder anfangen“. Aber das passierte nicht. Erst Mitte September habe ich realisiert, dass die Hinrunde gelaufen ist. Das war nicht leicht für mich.

Wer hat Sie in dieser Zeit gestützt?

Sehr wichtig war meine Familie in Düsseldorf, meine Freundin, meine Freunde. Die haben mich immer wieder aufgebaut und man denkt dann gar nicht daran, zu zweifeln. Ich bin auch nicht der Typ, der pessimistisch an so was herangeht oder glaubt, er könne nie mehr Fußball spielen. Die Erfahrung war schmerzhaft, aber auch sehr lehrreich.

Was haben Sie gelernt?

Geduldig zu sein.

Ausgerechnet Sie, die Ungeduld in Person.

(lacht) Eine Katastrophe. Die ersten Wochen war ich so ungeduldig, ich dachte, es müsste von heute auf morgen besser werden. Aber gar nichts ging voran. Mit der Zeit wird man dann entspannter, ich konnte ja nichts erzwingen.

Wie ist das so als verletzter Profi? Fühlt man sich als kleine Ich-AG plötzlich nicht sehr einsam?

Jeder Fußballer ist eine kleine Ich-AG. Man muss ständig versuchen, sich durchzusetzen und zu profilieren. Gerade wenn man verletzt ist, sinkt der Wert. In diesem Moment ist man für eine Mannschaft nicht mehr wichtig. Da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Das ist bei jedem Verletzten so. Aber davon darf man sich nicht beunruhigen lassen. Die Welt geht deshalb nicht unter.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wie ist der Stand?

Momentan haben wir noch keine Gespräche geführt. Der Verein und ich haben keine Eile, da machen wir uns keinen Stress. Ich will jetzt auf dem Platz Argumente für die Vertragsgespräche sammeln; der Verein will sich absichern, ob ich wieder in die Form des Vorjahres komme. Das sehe ich sehr entspannt. Wir haben noch viel Zeit.

Das Gespräch führte Jörg Hanau.

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