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FSV
News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

20. Oktober 2012

FSV Frankfurt: „Unsere Vision heißt Bundesliga“

"Das darfst du niemandem erzählen" - FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger.Foto: Jan Huebner

Finanz-Geschäftsführer Clemens Krüger spricht im FR-Interview über Unkraut auf den Tribünen, Idealismus und weshalb Trainer Benno Möhlmann ein Glücksfall für den FSV Frankfurt ist.

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Clemens Krüger, 41, hat sich am Dienstag in Berlin das denkwürdige Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden angesehen, anderntags nimmt der Finanz-Geschäftsführer des FSV Frankfurt schon wieder Termine am Bornheimer Hang wahr − unter anderem stellt er sich in einem fast einstündigen Interview den Fragen der FR.

Herr Krüger, am Sonntag spielt der FSV in Köpenick. Mit welchem Gefühl kehren Sie zurück in Ihre Heimatstadt Berlin?

Ich freue mich immer sehr, wenn ich in meine Heimat zurückkehre. Aber der Respekt vor Union Berlin ist schon sehr groß. Wir haben uns gegen Union immer sehr schwergetan. Aber wir fahren dort hin, um was mitzunehmen.

Sie haben in Berlin früher selbst gekickt...

...ja, aber nie im Ostteil der Stadt. Ich bin noch heute Mitglied bei Hertha BSC und spiele ab und an in der Ü40 des Lichtenrader BC.

Wie oft sind Sie noch in der Hauptstadt?

14 Mal im Jahr.

Das wissen Sie so genau?

Ich bin Mathematiker (lacht). Mehr als zwölf- aber weniger als 16 Mal.

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Fühlen Sie sich mehr als Berliner? Oder sind Sie Frankfurter?

Halb-halb − ich bin ja auch schon ewig hier, zwölf Jahre...

...und kennen am Bornheimer Hang jeden Grashalm.

Irgendwie schon. Ich habe anfangs beim FSV alles selbst gemacht. Ich habe den Rasen gemäht und auch die Waschmaschine angeworfen. Ich habe als Co-Trainer im Trainingslager der Ersten Mannschaft fungiert und war ein Jahr lang Spielertrainer der Zweiten. Ich habe hier viermal die Tribünen vom Unkraut befreit. Unglaublich. Das darfst du niemandem erzählen. Ich habe die Kasse am Spieltag gemacht, ich habe die Stadionhefte von der ersten bis zur letzten Seite selbst gemacht. Ich habe sogar die Interviews mit mir selbst geführt. Das sind heute Klassiker (lacht).

Damals spielte der FSV noch in der Oberliga. Da gehörte viel Idealismus dazu, oder?

Natürlich hat sich in der Zwischenzeit vieles verändert, aber es ist beim FSV nach wie vor sehr viel Idealismus dabei. Denn so viel verdienen wir alle nicht beim FSV. Jeder Mitarbeiter würde woanders mehr bekommen.

Wird der FSV im Winter personell nachlegen?

Der Trend geht nicht in diese Richtung. Wir erachten den Kader für gut genug, um bis zur Winterpause 24, 25 Punkte zu holen. Sollte sich aber die Verletztenmisere nicht verbessern, würden wir vielleicht umdenken. Grundsätzlich aber wollen wir mit diesem Kader in die Rückrunde gehen.

Haben Sie für den Fall der Fälle Rücklagen gebildet?

Für einen Spieler würde es reichen. Aber wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten wie vor einem Jahr.

Weil...

...wir im Marketingbereich bislang etwa drei Millionen Euro erwirtschaften konnten, im vergangenen Jahr waren es noch 3,3 Millionen. Wir hoffen aber durch die Vermarktung der Logen, wieder in diesen Bereich zu kommen. Zudem fehlt natürlich das umsatzstarke Derby gegen die Eintracht.

Wenn Sie die Logen schon ansprechen. Wie geht der Ausbau des Stadions voran? Es war zu hören, der 24. November wäre für die Eröffnung der Haupttribüne nicht zu halten.

Wir haben immer gesagt, dass der 24. November ein ehrgeiziger Termin ist. Ursprünglicher Fertigstellungstermin der Logen- und Hospitality-Bereiche war der 7. Dezember. Wir werden definitiv die Haupttribüne am 24. November für alle Sitzplatzbereiche eröffnen. Ob wir an diesem Tag auch bereits die Business- und Logenräumlichkeiten eröffnen, werden wir in den nächsten Tagen erfahren. Es wäre für uns aber schon wichtig, denn wir erwarten gegen den 1. FC Kaiserslautern ein ausverkauftes Haus.

Mit wie viel Mehreinnahmen darf der FSV durch den Verkauf der Logen kalkulieren?

Eine Vollvermarktung des Logenbereichs nebst der Verbesserung der Vermarktbarkeit der Business-Räumlichkeiten bringen eine Nettoeinnahme von ungefähr 650.000 Euro. Aber das werden wir in dieser Saison natürlich nicht mehr erreichen.

Sie sind im Dezember 2010 vom Prokuristen zu einem von drei Geschäftsführern aufgestiegen. Wie fällt Ihr Fazit für die ersten beiden Jahre in der Verantwortung aus?

Wir haben in den vergangenen Jahren viel auf den Weg gebracht. Sportlich haben wir zweimal die Klasse gehalten und stehen momentan trotz einer Etatreduzierung von fast 400.000 gut in der Tabelle. Positiv ist auch die Entwicklung unserer U19, die in die Bundesliga aufgestiegen ist, und unser Jugendleistungszentrum, dem zwar immer noch zwölf Punkte von fünfzig fehlen, um vom DFB einen Stern zu erhalten, aber im Vergleich zu 2008 haben wir uns sehr verbessert. Finanziell sind wir gut aufgestellt, haben keinerlei Bankverpflichtungen und zweimal die Lizenz ohne Bedingung vom DFB erhalten. Die neue Haupttribüne wird endlich bald fertig. Und wir haben den richtigen Zeitpunkt erwischt, im vergangenen Winter den Trainerwechsel vorzunehmen und Benno Möhlmann zu verpflichten.

Ein Glücksfall für den FSV?

Absolut. Nicht nur was seine Arbeit betrifft. Er passt auch als Mensch hierher und ich gehe davon aus, dass in der Winterpause die Gespräche über eine Vertragsverlängerung beginnen werden.

Wie ist Ihr Gefühl? Bleibt er?

Da bin ich sehr optimistisch. Er fühlt sich hier wohl. Das passt einfach.

Klingt, als wäre der FSV ein wahres Schlaraffenland.

Natürlich wäre es vermessen, alles nur rosarot zu sehen. Wir haben einen großen Nachholbedarf in Sachen Zuschauentwicklung. In der Oberliga waren es noch durchschnittlich 300, in der Regionalliga waren 1900, in der zweiten Liga haben wir eine Steigerung von 4200 auf 5300 hingelegt. Momentan sind wir bei 5600 Zuschauern. Es muss aber das Ziel des Vereins sein, weiter zu wachsen. Wir haben noch viele Aufgaben vor der Brust.

Wohin soll es mit dem FSV in Zukunft gehen?

Schwarze Serie

Berlin ist eine Reise wert − bislang nur nicht für den FSV Frankfurt, der am Sonntag bei Union vorspielt.

Zu Hause haben die „Eisernen“ gegen den FSV eine weiße Weste: In allen drei Zweitligaspielen zogen die Bornheimer in der Alten Försterei den Kürzeren: 2009/10 (0:1), 2010/11 (0:2) und 2011/12 (0:4).

Der aktuelle Trend spricht ebenfalls gegen den FSV, der seit drei Spielen auf einen Sieg wartet. Union ist seit vier Spielen ungeschlagen.

Deshalb redet FSV-Trainer Benno Möhlmann von einer „sehr anspruchsvollen Aufgabe“. Läuferisch, spielerisch und vor allem kämpferisch müsste seine Mannschaft das Optimale hinkriegen, um punkten zu können.

Dem FSV fehlen verletzt: Gledson, Yelen und Gaus.

Wir wollen mit unserer ersten Mannschaft jedes Jahr einen Tabellenplatz besser dastehen.

Bedeutet, Aufstieg in elf Jahren.

Vielleicht auch ein bisschen schneller. Man muss sich heutzutage Ziele setzen. Dazu gehört auch, dass wir unsere zweite Mannschaft dauerhaft in der Regionalliga und mit unserem überschaubaren Etat auch unsere Jugendmannschaften in den höchsten Spielklassen etablieren. Außerdem möchten wir jedes Jahr 500, 600 Zuschauer mehr begrüßen. Und unsere Vision ist es halt auch, irgendwann mal mit dem FSV Frankfurt in der Bundesliga zu spielen. Das ist aber noch weit weg, das wissen wir. Wir haben uns Mannschaften wie Mainz, Fürth oder Augsburg zum Vorbild genommen.

Visionen sind schön, aber auch die kosten Geld.

Die Mehrkosten können natürlich nicht allein durch höhere Zuschauerzahlen oder mehr verkaufte Logen gedeckt werden. Eine sehr große Rolle spielen für uns die TV-Gelder. An dieser Stelle war der Jahrhundertabschluss sehr wichtig für uns, der in den nächsten Jahren durchschnittlich 630 Millionen statt 420 Millionen Euro für die Vereine der ersten und zweiten Liga generiert. Allein im nächsten Jahr würden wir bei gleichbleibendem Verteilungsschlüssel von 79,5 Prozent für die erste Liga und 20,5 Prozent für die zweite Liga eine Million Euro mehr aus dem TV-Topf erhalten.

Befürchten Sie etwa, dass sich am Verteilungsschlüssel zugunsten der Erstligisten etwas ändern könnte?

Ich möchte den Gesprächen und Beschlüssen nicht vorgreifen, hoffe aber, dass es beim alten Verteilungsschlüssel bleibt und weiterhin anerkannt wird, dass die zweite Liga ein Topprodukt ist, wo die Durchlässigkeit zwischen der ersten und zweiten Liga wettbewerbsfähig bleiben muss.

Das Gespräch führten Jörg Hanau und Ingo Durstewitz.

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