Das einzig Gute an der sportlichen Misere beim Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt ist der Blick auf die Tabelle. Trotz anhaltender Erfolglosigkeit und nur zwölf Punkten aus 15 Spielen, wird der Fußballsportverein auf Platz 14 und damit auf einem Nichtabstiegsplatz gelistet. Die Leistung der zweiten Fußballkraft am Main passt aber längst nicht mehr zum Tabellenbild.
Das weiß niemand besser als der seit Wochen in der Schusslinie stehende Trainer Hans-Jürgen Boysen. „Das Beste am diesem Wochenende“, sagte der 54 Jahre alte Coach, „ist die Tatsache, dass unsere Konkurrenten auch nicht gewonnen haben.“
Deshalb trennen den FSV weiter drei Punkte von Alemannia Aachen und dem FC Ingolstadt und somit von einem direkten Abstiegsplatz. Ein trügerisches Polster. Zumal am Freitag die auswärtsstarken Paderborner auf dem Hang vorspielen und es um das Selbstbewusstsein der Bornheimer Profis alles andere als gut bestellt ist.
Bei Abstieg gibt es nur Verlierer
Die zweite Halbzeit in Fürth war ein fußballerischer Offenbarungseid. Nichts anderes haben die sportlich Verantwortlichen den Profis in der Aufarbeitung erzählt. „Das war nicht akzeptabel, das geht nicht“, sagte Uwe Stöver. der Geschäftsführer Sport, nach seiner Kabinenansprache. „Ich frage mich, ob alle die Zeichen der Zeit erkannt haben“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. Er habe den Spielern versucht zu erklären, was ein Abstieg bedeutet − nicht nur für den FSV, sondern für jeden Einzelnen. Stöver spricht aus Erfahrung. Mit dem VfL Bochum ist er als Spieler aus der Bundesliga, mit dem SV Wehen Wiesbaden als Sportlicher Leiter in die Dritte Liga abgestiegen. „Da gibt es keine Gewinner, nur Verlierer.“
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Die Herren Berufsfußballer sagten kein Ton, „es gab keine Fragen“, so Stöver. Warum auch, Antworten werden nur auf dem Platz akzeptiert.
Geredet wurde auch außerhalb der Kabine, einen Stock höher in der abbruchreifen Geschäftsstelle des FSV Frankfurt. Am Montag besprachen die Geschäftsführer Uwe Stöver, Jens-Uwe Münker und Clemens Krüger zusammen mit Präsident Julius Rosenthal und Trainer Boysen die Lage, am Dienstag tagte das Geschäftsführer-Dreigestirn alleine. „Es ist unser fester Wille, dass wir den Bock gemeinsam umwerfen“, sagte Stöver am Dienstag.
Was aber, wenn es am Freitag nicht den ersten Sieg seit sieben Monaten zu bejubeln gäbe? Stöver ist Realist: „Wie es mein Kollege Krüger bereits gesagt hat, es gibt im Fußball keinen Freifahrtschein.“
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