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18. März 2013

FSV Frankfurt: Die Lachnummer des Mathew Leckie

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Aus zwei Metern am Tor vorbei: Mathew Leckie. Foto: Jan Hübner

Die Länderspielpause dürfte Trainer Benno Möhlmann gerade recht kommen, um nach der 0:3-Pleite des FSV Frankfurt beim SC Paderborn in Abwehr und Angriff an den Grundlagen zu arbeiten.

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Die Länderspielpause dürfte Trainer Benno Möhlmann gerade recht kommen, um nach der 0:3-Pleite des FSV Frankfurt beim SC Paderborn in Abwehr und Angriff an den Grundlagen zu arbeiten.

Holger Osieck seherische Fähigkeiten zu unterstellen, wäre des Guten dann doch zu viel. Der deutsche Trainer der australischen Nationalmannschaft bewies aber unter der Woche ein gutes Näschen, als er auf die Nominierung von Mathew Leckie für das am anstehende WM-Qualifikationsspiel der Socceroos gegen den Oman verzichtete. Der 22 Jahre alte Angreifer des FSV Frankfurt sei noch nicht bereit für den Kick am 26. März in Sydney, ließ Osieck wissen. Zweimal habe er ihn in Testländerspielen probiert, zwei Kurzeinsätze gegen Südkorea (2:1) und Rumänien (2:3) reichten Leckie nicht, seinen Coach aus Germany zu überzeugen.

Franz Beckenbauers Weltmeister-Assistent von 1990 konnte am vergangenen Donnerstag natürlich noch nicht wissen, dass Leckie tags darauf beim 0:3 des FSV Frankfurt in Paderborn für die Lachnummer des Zweitliga-Spieltags sorgen sollte: Aus zwei Metern schoss der Stürmer den Ball am verwaisten Tor vorbei, der Ball hoppelte quer durch den Fünfmeterraum am langen Pfosten vorbei. Eine Szene, so unglaublich wie unmöglich. Und doch ist Leckie dieses Missgeschick widerfahren und dürfte in keinem Saisonrückblick fehlen.

Auch Verhoek verballert

Leckie war unzweifelhaft die tragische Figur an diesem denkwürdigen Abend in Ostwestfalen. „Er hätte der Held werden können“, sagte FSV-Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver am Sonntag. Zwei-, dreimal habe er sich die Szenen noch mal in Fernsehen angeschaut.

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Chancen um Chancen hatte sich der FSV herausgespielt − allein Leckie versemmelte zwei Hundertprozentige. Die dritte Großchance ballerte John Verhoek im Stile eines Kickers im American Football über die Querstange. Stöver fassungslos: „Er hatte alle Optionen − und dann so was.“

Leckie trollte sich nach seiner Auswechslung in der 83. Minute in die Kabine und ward nicht mehr gesehen. Es war zum Haareraufen, dumm nur, Leckie trug Mecki. Der Australier hatte sich vor dem Spiel den Schädel rasiert. Ein Häufchen Elend, kein Wort, nur ein paar Gesten. „Das ist Fußball“, sagte Stöver, „natürlich gibt’s nach dem Spiel den obligatorischen Handschlag.“ V

iel mehr aber auch nicht. Als Trainer Benno Möhlmann nach dem Spiel gefragt wurde, ob er den Australier trösten werde, antwortete der barsch: „Ich habe ihn nicht getröstet und ich werde ihn auch nicht trösten.“ Da war einer angefressen. Im Profigeschäft ist eben kein Platz für Sentimentalitäten. Stöver kühl: „Es geht weiter.“

Fehler in der Defensive

Das sieht mit etwas Abstand auch Möhlmann nicht anders. In der Stunde der Niederlage war der 58 Jahre alte Trainerroutinier allerdings richtig sauer, tigerte aufgebracht durch die Katakomben. Nach jedem Interview wurde es schlimmer. Je öfter Möhlmann über die zurückliegenden 90 Minuten sprechen musste, desto ärgerlicher wurde er. „Unser Trainer ist halt sehr ehrgeizig“, analysierte Stöver treffend. Das spricht für Möhlmann, der das 0:3 nicht als einen zwar unnötigen, aber verschmerzbaren Betriebsunfall kleinzureden versuchte. „Die Niederlage ist für mich nicht erklärbar“, sagt er.

Nicht nur im Angriff dilettierten die vor einer Woche beim 6:1 gegen Aalen noch so hoch gelobten Frankfurter. Auch in der Abwehr reihte sich Fehler an Fehler. Marc Heitmeiers Patzer leitete den Strafstoß ein, den Alban Meha sicher zum 1:0 verwandelte (21). Ausgerechnet der für Heitmeier eingewechselte Michael Görlitz besiegelte mit seinem Eigentor sechs Minuten vor dem Ende alle Frankfurter Hoffnungen. Dass zu guter Letzt Philipp Hofmann in der Schlussminute noch auf 3:0 für Paderborn erhöhte, spielte da längst keine Rolle mehr.

Diese Schwäche ist nicht neu. „Wir haben auch schon gegen St. Pauli in der Defensive Fehler gemacht“, sagte Möhlmann. Der Grundstein zum Erfolg, keiner weiß das besser als er, wird in der Abwehr gelegt. Da kommt es natürlich nicht gut, wenn in der Defensive häufig verletzungsbedingt umgestellt werden muss. Die Innenverteidiger Gledson und Tim Heubach fehlten, Heitmeier lag unter der Woche wegen eines Magen-Darm-Virus’ flach.

Die Länderspielpause dürfte Möhlmann nun gerade recht kommen. Er wird die Zeit nutzen, um an den Grundlagen zu arbeiten − Toreschießen inklusive. Deshalb sei es auch gut, dass Leckie der Trip zur Nationalmannschaft erspart bleibe, so Stöver. Ein Tapetenwechsel ist unnötig − „es ist gut, dass er bei der Mannschaft bleibt, man zieht sich gemeinsam aus dem Loch.“ Und arbeitet.

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