Benno Möhlmann zählt ganz sicher nicht zu den Lautsprechern der Liga. Der neue Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt ist wenige Stunden vor Ende der gestern abgelaufenen Transferfrist denn auch um Sachlichkeit bemüht. Auf die Frage, ob er denn mit seinen Personalentscheidungen des Winters zufrieden sei, antwortete er zurückhaltend: „Wenn alle fit und gesundbleiben, haben wir einen Kader, der zweitligatauglich ist.“
Auf Mallorca vorgespielt
Kurz zuvor hatte sich der Fußballsportverein die Dienste von Dennis Cagara gesichert. Der 26 Jahre alte Linksverteidiger von Lyngby BK unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende und ist nach Chadli Amri, Ilian Micanski (beide 1. FC Kaiserslautern) und Michael Görlitz (Halmstads BK) der vierte Neue in Bornheim. Am Nachmittag trainierte der in Dänemark geborene zweimalige philippinische Nationalspieler erstmals am Hang.
Cagara zählte zu jenen Profis, die im Trainingslager auf Mallorca vorgespielt hatten. Der ehemalige dänische Jugend- und Juniorennationalspieler konnte zwar nicht restlos überzeugen, fiel aber auch nicht durch. Nachdem die Bornheimer in der vergangenen Woche einen Korb von Fabian Schönheim bekommen hatten, entschieden sie sich nun, Cagara unter Vertrag zu nehmen. „Er ist ein engagierter, zweikampf- und laufstarker Spieler“, sagte FSV-Sportchef Uwe Stöver. „Er bringt die Tugenden mit, die man im Abstiegskampf braucht.“ Den Verantwortlichen imponierte zudem, wie sich Cagara im Trainingslager schnell in die Gruppe einfügte: Stöver: „Er war gleich anerkannt.“
Hickl kehrt zurück
Cagara ist in Deutschland kein Unbekannter. Er spielte achtmal für Hertha BSC in der Bundesliga und 28-mal für Dynamo Dresden in der zweiten Liga. „Er hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem gestandenen Profi entwickelt“, lobte Möhlmann seinen neuen linken Verteidiger, der keine zweite Wahl sei. „Er ist ein ganz anderer Typ als Schönheim. Schönheim hatte uns zwar abgesagt, wir hätten uns aber auch nicht sofort für ihn entschieden, sondern uns bis zum Ende der Transferfrist alle Optionen bewahrt“, betonte Möhlmann.
Am späten Dienstagnachmittag verpflichtete der FSV auch noch den ehemaligen Bornheimer Stefan Hickl − allerdings für die in in der Regionalliga spielenden U23 des FSV. Der beim Drittligisten Kickers Offenbach nach nur einer Halbserie ausgemusterte Hickl „trainiert und spielt bis Saisonende mit unserer zweiten Mannschaft“, sagte Stöver. Der 23-Jährige habe aber die Chance, so der Manager, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.
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