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17. Dezember 2012

FSV Frankfurt: Eine Grundregel vergessen

 Von Andreas Hunzinger
Frankfurts Alexander Huber (l.) und Herthas Elias Kaschunga. Foto: dapd

Der FSV Frankfurt hat bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC den lange Zeit uninspirierten Aufstiegsfavoriten gut im Griff, bringt sich dann aber durch eigenes Verschulden um den möglichen Sieg.

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Der FSV Frankfurt hat bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC den lange Zeit uninspirierten Aufstiegsfavoriten gut im Griff, bringt sich dann aber durch eigenes Verschulden um den möglichen Sieg.

Berlin –  

Clemens Krüger bemühte sich erst gar nicht, seinen Frust zu verbergen. „Ich könnt’ kotzen“, brüllte der Geschäftsführer Finanzen des FSV Frankfurt, als er nach dem Zweitliga-Gastspiel der Bornheimer bei Hertha BSC im Bauch des Olympiastadions durch die Mixed Zone tigerte. Dem gebürtigen Berliner Krüger war die 1:2 (0:0)-Niederlage des FSV beim Bundesligaabsteiger wahrlich an die Nieren gegangen. Damit war er nicht allein, er war nur derjenige, der seinen Ärger am lautesten und am prägnantesten formulierte.

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Frust schoben sie alle im Lager der Schwarz-Blauen. Was nicht verwunderte. Schließlich hatte die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann in der Hauptstadt einen beherzten Auftritt hingelegt, hatte bis zur 82. Minute mit 1:0 geführt, um sich dann binnen weniger Minuten um den Lohn zu bringen. Denn dass gegen einen über weite Strecken uninspirierten Aufstiegsanwärter der vierte Auswärtssieg der Saison möglich gewesen war, davon waren hinterher alle FSVler überzeugt. „Von denen kam nicht viel“, sagte Torhüter Patric Klandt, und auch sein Teamkollege Tim Heubach war der Meinung, „dass wir Hertha gut kontrolliert haben“.

In der Tat hatte sich Möhlmanns Team exakt an die Vorgaben des Trainers gehalten und dem Favoriten so erfolgreich Knüppel zwischen die Beine geworfen. „Wir haben uns sehr schwer getan“, gestand denn auch auch Hertha-Coach Jos Luhukay, „Kompliment an Benno und seine Mannschaft.“ Vor allem in der ersten Halbzeit hielt der FSV die Berliner sehr effektiv von seinem Tor weg, Chancen besaßen die Gastgeber nur ganz am Anfang durch Mittelfeldspieler Peer Kluge (nach neun Sekunden!) und durch Adrián Ramos (42.). Der FSV machte zwar aus dem Raum, den die Hertha anbot, nach vorne zu wenig, aber „taktisch hat die Mannschaft das Konzept eins zu eins umgesetzt“, lobte Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver. Und nachdem Mathew Leckie kurz nach der Pause frei vor dem Berliner Torwart Thomas Kraft gescheitert war (49.), gingen die Gäste in Führung. Nach einem Freistoß von Heubach prallte der Ball zu Matthias Görlitz und der Flügelflitzer traf per Direktschuss zum 1:0 (55.).

Mit Saisonverlauf zufrieden

Hertha wirkte anschließend trotz Überlegenheit konfus und hätte wohl die Partie nicht mehr gedreht, wenn nicht der FSV dabei behilflich gewesen wäre. Nachdem Heubach den eingewechselten Sandro Wagner angeblich gefoult hatte, hielten die Frankfurter kollektiv ein Schläfchen. Hertha-Spielmacher Ronny führte den Freistoß schnell aus und Marcel Ndjeng traf zum 1:1 (82.). „Das darf einer Profimannschaft nicht passieren, dass sich da keiner vor den Ball stellt“, kritisierte FSV-Kapitän Björn Schlicke das Verhalten beim Freistoß. „Das ist eine Grundregel im Fußball.“ Auch Benno Möhlmann rüffelte die Schläfrigkeit: „Da muss man einfach aufpassen.“ Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Bornheimer. Ganze zwei Minuten nach dem Ausgleich ließen sie Hertha-Innenverteidiger Fabian Lustenberger über den ganzen Platz laufen und den Ball auf Ronny spielen, den der schussgewaltige Berliner Spielmacher zum 2:1 ins Netz beförderte.

Damit war der Frust beim FSV komplett, er ließ sich aber dadurch etwas mildern, dass die Bornheimer mit dem Verlauf der ersten Saisonhälfte insgesamt einverstanden sind. Den hervorragenden Saisonstart habe der FSV zwar „von den Punkten her nicht ganz durchziehen können“, so Trainer Möhlmann. „Aber vom Fußballerischen her haben wir uns stabilisiert.“ Und mit 27 Punkten rangiert der FSV elf Zähler vor dem Relegationsplatz 16. Selbst der so sachliche Möhlmann schaute da optimistisch in die Zukunft. Den Klassenerhalt könne man in dieser Saison „vielleicht vorzeitig“ erreichen. Garniert „vielleicht mit einem einstelligen Tabellenplatz“. Bei derlei Zuversicht dürfte es auch Clemens Krüger wieder etwas wohler werden.

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