Die Zornesröte stand Clemens Krüger im Gesicht. Der Finanzchef des FSV Frankfurt kochte vor Wut: „Das war katastrophal.“ Der Mann nahm nach der 1:6-Klatsche gegen den Stadtrivalen kein Blatt vor den Mund.
Natürlich steht der kleine Fußballsportverein im städtischen Ranking nur im Schatten der großen Eintracht.
Sich aber so zu präsentieren, verbiete sich, habe weitreichende Konsequenzen − über den Fußball hinaus. „Da kannst du dich in der Stadt nicht mehr zeigen“, schämte sich Krüger fremd.
Ordentlich Dresche für Bornheim
Die zweite Derby-Niederlage dieser Saison war schlicht blamabel und imageschädigend. Der um kommunale Anerkennung ringende Stadtteilklub wurde auf ein Format zurechtgestutzt, das Krüger nicht mehr für möglich hielt: „Statt Wiedergutmachung zu betreiben, hat die Mannschaft alles, was wir in den letzten Wochen aufgebaut haben, mit dem Arsch wieder eingerissen.“
So hart es klingen mag, der FSV dilettierte in der zweiten Halbzeit nur noch vor sich hin. „Nach dem 0:3 hat sich die Mannschaft nicht mehr gewehrt“, analysierte der für den Sport verantwortliche Geschäftsführer Uwe Stöver. Mehr noch, Stöver schwante bereits zu diesem Zeitpunkt Schlimmes: Nach Meiers Treffer zum 0:3 „habe ich gehofft, wir wären schon in der 89. Minute“.
In der letzten halben Stunde gab’s für die Bornheimer noch ordentlich Dresche. „Wir haben die Eintracht zum Toreschießen eingeladen“, sagte ein ernüchterter Torhüter Patric Klandt: „Das waren erschreckend viele Fehlpässe, wir haben teilweise unbedrängt die Bälle in die Füße des Gegners gespielt.“
Möhlmann verzichtet auf die Peitsche
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff versammelte Möhlmann seine Profis in der Kabine.
Eine erste Manöverkritik?
Nicht wirklich. Vielmehr ging es dem Fußballlehrer darum, die Reihen zu schließen. „Wir brauchen uns jetzt nicht gegenseitig Vorwürfe zu machen. Dass das keine Hurra-Leistung war, wissen die Spieler selbst, da braucht es keine Peitsche.“
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