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FSV
News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

10. Januar 2013

FSV Frankfurt: Kronleuchter wie Kleinwagen

 Von Frank Hellmann
Trotzt der empfindlichen Kühle an der Türkischen Riviera: Benno Möhlmann, Trainer des FSV Frankfurt.  Foto: Pressehaus

Der FSV wohnt an der Türkischen Riviera luxuriös, doch die Kälte macht den Profis zu schaffen. Die Chefs freuen sich derweil auf potente Testspielpartner.

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Lara –  

Fehlen eigentlich nur noch goldene Wasserhähne. Oder goldbedrucktes Toilettenpapier. Aber auch das hätte das Fünf-Sterne-Hotel Royal Holiday Palace, nach eigenen Angaben eine Kombination von Geschichte, Geheimnis und Komfort der heutigen modernen Architektur, sicherlich irgendwo im Sortiment. Außergewöhnlich luxuriös ist diese Herberge inmitten von Lara, dieser Ansammlung protziger Bauten an der Türkischen Riviera unweit des Flughafens von Antalya, auf jeden Fall, und wenn die Fußballer des FSV Frankfurt im Trainingsanzug unerkannt in ihren Besprechungsraum „Erica“ schlendern, dann wirkt das irgendwie nicht richtig passend.

Bis zum kommenden Donnerstag nächtigt der 35-köpfige Tross des Zweitligisten in dem auf 53.000 Quadratmeter errichteten Hotelkomplex mit seinen 1160 Zimmern. Wer nicht aufpasst, verläuft sich umgehend. Als Orientierung dienen immerhin gigantische Kronleuchter, die in einer schwindelerregenden Konstruktion an pompösen Dächern angebracht sind und locker das Gewicht eines Kleinwagens haben. Die Spieler sprechen von „einem schönen Hotel“, was eine recht bescheidene Umschreibung für die vielen Verzierungen und Verschnörkelungen drinnen und draußen ist.

30.000 Euro kostet das Trainingslager

Trotzdem muss sich um die Bodenständigkeit der Bornheimer niemand sorgen. Dafür sorgen schon Sportchef Uwe Stöver und Cheftrainer Benno Möhlmann, die sich ziemlich unaufgeregt nach einer Trainingseinheit auf ein Sofa setzen, um die Zielsetzung für die nächsten Tage zu erläutern. „Wir wollen hier taktische, technische und spielerische Elemente verbessern“, erklärt Möhlmann. „Wir hätten vielleicht auch in Frankfurt gut arbeiten können“, ergänzt Stöver, „aber ein Trainingslager ist angenehmer.“

Und überdies nicht überteuert: Auf rund 30.000 Euro werden die Kosten für den Türkei-Aufenthalt geschätzt – übrigens macht dort gerade fast die gesamte zweite Liga Station. Der FSV wird vor Ort von zwei Fans begleitet, die eine namentliche Erwähnung verdienen: Stefan Wallrabenstein und Detlev Christoph, den alle nur als „Levdy“ kennen. Er wohnt mit im Hotel und findet das Trainingslager klasse, „so bin ich noch näher an allen dran.“

        

Luxus pur: Das Mannschaftshotel des FSV in Lara.
Luxus pur: Das Mannschaftshotel des FSV in Lara.
Foto: Pressehaus

Stöver findet den Ort dagegen deshalb ideal, „weil hier gute Spielpartner vorhanden sind.“ Tatsächlich versprechen sich die Verantwortlichen von den Tests gegen die Erstliga-Kellerkinder Greuther Fürth (Freitag 15 Uhr) und FC Augsburg (Sonntag 15 Uhr) einiges, „wir steigen ja schnell in die Abläufe ein und wollen unser Zusammenspiel noch verbessern“, gibt Möhlmann aus, „die konditionellen Grundlagen sind im Sommer gelegt worden.“

Der 58-Jährige bleibt seiner Devise treu, nicht irgendwelche unnötigen (Punkte-)Vorgaben hinauszuposaunen. „Unsere Zielsetzung ist es, im ersten Rückrundenspiel gegen Ingolstadt topfit zu sein.“ Die im Kalenderjahr 2012 verbuchten 48 Zähler sieht er als Ansporn, „ich möchte noch weiterkommen, aber das gibt nicht den Ansatz für meine tägliche Arbeit.“ Viel wichtiger sei ihm, dass die lange verletzten Zafer Yelen, Marcel Gaus und Gledson schnell Anschluss finden, „das sind drei Neuzugänge für uns“ (Möhlmann). Deshalb müssten auch keine Neuzugänge im Winter her.

"Wie in Sibirien"

Der mit der Familie in Bremen beheimatete Fußballlehrer, der seine Zweitwohnung in Bornheim mittlerweile sehr schätzt, erzählt gerne, dass er eigentlich der Pionier der Türkei-Trainingslager für den deutschen Profifußball gewesen sei. „1995 war ich mit dem Hamburger SV als einer der ersten Vereine in Side, weil wir einen türkischen Sponsor hatten. Beim zweiten Mal hat es allerdings ständig geregnet und man hat versucht, den Platz dann mit Handtüchern zu trocknen, was nicht geklappt hat, so dass wir nach vier Tagen abreisen mussten.“

So etwas wird 2013 nicht passieren. Kaum eine Gegend hat sich so professionell auf den Fußball-Tourismus eingestellt wie dieses türkische Fleckchen Erde. Und auch wenn der exklusiv dem FSV vorbehaltene Trainingsplatz unweit des im Hinterland gelegenen Mardan-Sportskomplexes nur durch einen welligen wie verwinkelten Parcours vorbei an unzähligen Gewächshäusern zu erreichen ist, so würde er selbst mehrtägigen Niederschlag verkraften.

Frankfurts Kickern missfällt etwas ganz anderes: die empfindliche Kühle und der schneidende Wind, der über die Plätze pfeift. Gerade am Nachmittag, wenn die Sonne rasch verschwindet, kriecht die Kälte förmlich in die Kleider. Das Thermometer zeigt Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. „Wie in Sibirien“, entfuhr es dem aus Burkina Faso stammenden Moise Bambara nach der allerersten Einheit. Immerhin wartet nach jedem Training bereits der Bus, der die FSV-Profis unverzüglich und unversehrt über alle Bodenwellen ins Hotel zurückfährt. Und dort wartet ja mehr als nur eine warme Dusche.

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