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FSV
News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

21. Oktober 2012

FSV Frankfurt: Mit Herz und Disziplin, aber ohne Wucht

 Von Jörg Hanau
Berlins Silvio Carlos de Oliveira (links) enteilt Tim Heubach. Foto: dapd

Der FSV Frankfurt spielt bei Union Berlin 75 Minuten in Unterzahl gut mit, zeigt aber in der Offensive zu wenig Durchschlagskraft und verliert 0:1.

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Berlin –  

Natürlich war Benno Möhlmanns Laune schon mal besser. Welcher Trainer mag sich nach einer Niederlage auch freuen? Erst recht, wenn selbst der Gegner in Person von Uwe Neuhaus von einem „dreckigen Sieg“ sprach. Denn nichts anderes war der 1:0-Erfolg von Union Berlin am Sonntag gegen den FSV Frankfurt.

Ohne Frage, in Köpenick wäre diesmal mehr drin gewesen für den Fußballsportverein, der den „Eisernen“ 75 Minuten lang mit nur zehn Mann ein ebenbürtiger Gegner war. Und das trotz der frühen Gelb-Roten Karte für Marc Heitmeiers handwerkliche Fähigkeiten im eigenen Sechzehner und dem daraus resultierenden Treffer von Torsten Mattuschka vom Elfmeterpunkt. „Es mag sich dumm anhören, wir haben in Unterzahl besser gespielt als in Gleichzahl“, resümierte ein hörbar angefressener und erschöpfter Björn Schlicke.

Keiner der Schwarz-Blauen ließ sich hängen, „wir haben es gut gemacht“, lobte Möhlmann: „Taktisch, läuferisch wie kämpferisch.“ Nur das Tor wollte nicht fallen. Dabei hatten die Bornheimer ein paar gute Möglichkeiten. Nicht so viele wie die Berliner sicherlich, aber genügend, um den ersten Punkt in ihrer Zweitligageschichte aus der Alten Försterei zu entführen. „Im Sechzehner“, so Möhlmann, „fehlte uns die Cleverness, oder wir haben die falsche Entscheidung getroffen.

Offensive Taktik

Das traf in der zweiten Halbzeit vornehmlich auf Angreifer John Verhoek und Linksverteidiger Nils Teixeira zu, die gute Chancen ausließen. Vielleicht auch, weil ihnen im Moment des Abschlusses der Saft ausging. „Es war sehr kräftezehrend, der letzte Pass hat am Schluss gefehlt“, sagte Schlicke: „Da hat vielleicht auch die Luft gefehlt nach diesem anstrengenden Spiel.“

Die Vorzeichen standen eigentlich auf Angriff. Möhlmann wählte eine offensive Taktik, ließ erstmals seit dem Saisonauftakt in Sandhausen mit zwei nominellen Spitzen (Edmond Kapllani und John Verhoek) spielen. „Die Jungs waren gut drauf im Training, deshalb habe ich es so probiert. Das war das Ergebnis der Trainingsarbeit“, erklärte Möhlmann. Dazu wirbelte über links der schnelle Australier Mathew Leckie. „Ich hätte gerne 90 Minuten so durchgespielt“, sagte der Trainer. Heitmeiers Aussetzer sorgte allerdings für ein jähes Ende des Experiments. Möhlmann reagierte, notgedrungen. Der ohnehin mit Magenproblemen spielende Kapllani räumte nach 20 Minuten das Feld, Moise Bambara übernahm den Job von Heitmeier neben Manuel Konrad im defensiven Mittelfeld.

Lob von Uwe Stöver

Ungeachtet der taktischen Veränderung nach Heitmeiers Platzverweis, ließ sich keiner hängen. Im Gegenteil, es war bei allen Frankfurtern der Wille spürbar, die Abwärtsspirale nach zuletzt drei schwachen Auftritten zu stoppen. „Das war leidenschaftlich, mit Herz, und in der Disziplin so, wie man spielen muss, wenn man auswärts etwas holen will“, lobte der für den Sport zuständige FSV-Geschäftsführer Uwe Stöver. Eine Entwicklung, die Stöver bereits in der Länderspielpause ausgemacht haben wollte. „Die ganze Trainingswoche war schon gut: fokussiert, beherzt, engagiert.“

Allerdings machten es dem FSV die Berliner leicht. Nach ihrem Führungstreffer verloren sie plötzlich den Faden. Statt nachzusetzen, auf das zweite Tor zu drängen, spielte Union kopflos. „Die Jungs haben gekämpft, aber ohne Konzept“, sagte Union-Trainer Neuhaus. Das mag auch daran gelegen haben, so Mattuschka, „dass du in Überzahl immer mehr zu verlieren hast als in Unterzahl“.

Die Nase voll

Nach 78 Minuten hatten schließlich auch die Fans der „Eisernen“ die Nase voll, forderten ihre Mannschaft mit Sprechchören zum „Aufwachen“ auf. „Das sagt sicherlich etwas über die Leistung von Union Berlin, aber auch über die Leistung des FSV in Unterzahl“, bemerkte Stöver.

Lediglich in der Schlussphase, als der FSV den Druck weiter erhöhte, Möhlmann die Offensiven Odise Roshi (für den wiederum enttäuschenden Michael Görlitz) und Jutae Yun (für den erschöpften Leckie) brachte, nutzten die Berliner die sich ihnen bietenden Räume für Konter. Tijani Belaid, (82./84.) und Mattuschka (90. +1) vergaben drei große Chancen, am dreckigen Sieg von Union Berlin am Sonntag änderte das freilich nichts mehr.

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