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FSV Frankfurt
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19. November 2012

FSV Frankfurt: Möhlmann, der Psychologe

 Von Jörg Hanau
Viel Hektik bei der Partie in Dresden Foto: dapd

Der FSV überzeugt in Dresden, kehrt aber wiederum mit leeren Händen zurück. Was auch am überforderten Schiedsrichtergespann liegt.

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Der FSV überzeugt in Dresden, kehrt aber wiederum mit leeren Händen zurück. Was auch am überforderten Schiedsrichtergespann liegt.

Knapp 460 Kilometer reichten Uwe Stöver. „Ich hatte auf der Heimfahrt nach Frankfurt genügend Zeit, um runterzufahren“, sagte der Sport-Geschäftsführer des Zweitligisten FSV Frankfurt am Sonntag. Vergessen wird er das Skandalspiel von Dresden aber so schnell nicht. Es sei ja schließlich nicht das einzige Spiel an diesem Wochenende gewesen, das so abgelaufen ist. Fakt aber bleibt, dass der FSV am vergangenen Freitag beim 1:2 in Dresden nicht an Dynamo, sondern am Schiedsrichter gescheitert war.

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Besagter Florian Steuer erwischte in der Tat einen gebrauchten Tag. Seit 2008 pfeift der 32 Jahre alte Bankkaufmann aus dem Sauerland in der zweiten Liga. Steuer ist sicher kein heuriger Hase mehr. Und doch, „er war total überfordert“, grantelte FSV-Torwart Patric Klandt nach der unnötigen Niederlage in Sachsen. Das habe man von der ersten Minute an gemerkt. Trotz seiner mehr als 30 Einsätze in der zweiten Liga „hatte er vielleicht nicht die Pumpe in der Hose, in der letzten Minute den Elfer zu pfeifen. Vielleicht hatte er Angst vor der Kulisse.“

Gutes Spiel - kein Ertrag

Das elfmeterwürdige Foul an Tim Heubach in der dritten Minute der Nachspielzeit wäre die Chance für den FSV gewesen, sein gutes Spiel mit einem Punkt zu belohnen. „Es ist aber wie in der vergangenen Woche: Wir haben wieder ein gutes Spiel hingelegt, fahren aber ohne Ertrag nach Hause“, sagte Stöver hörbar verstimmt. Ein Umstand, der auch Trainer Benno Möhlmann besorgt. Der 58 Jahre alte Fußballlehrer konnte über weite Strecken mit dem Gezeigten leben, „nach den ersten 20 Minuten sind wir gut ins Spiel gekommen, frecher gewesen“, merkte er an. Vor allem habe seine Mannschaft bis zum Schluss „alles versucht und fast auch immer den richtigen Weg gewählt und nicht etwa blind nach vorne gespielt. Trotzdem ist das psychologisch keine einfache Situation.“ Möhlmann weiß um die Tücken solcher Niederlagen. Vor allem, wenn sie unverdient sind.
Das ist den Bornheimern nun schon zum zweiten Mal binnen einer Woche passiert. Bereits gegen den TSV 1860 München in der Vorwoche war der FSV Frankfurt die bessere Mannschaft, verlor aber 0:1. „Wir müssen einfach sehen, dass wir oft nicht so gut gespielt, aber gepunktet haben. Jetzt haben wir zweimal gut bis sehr gut für unsere Verhältnisse gespielt, ohne einen Punkt geholt zu haben.“ Das könnte einen Knacks geben. Möhlmann weiß das nur zu gut. Er ist jetzt als Psychologe gefragt.

Überforderte Schiedsrichter

Möhlmann ist keiner dieser Lautsprecher, die nach einer Niederlage mit der Leistung des Unparteiischen hart ins Gericht gehen. Er sucht die Fehler lieber bei den eigenen Spielen. Das war auch am Freitag zunächst nicht anders. „Wir haben die Niederlage durch unsere Fehler selbst eingeleitet“, sagte der Trainerroutinier. So ganz ohne Seitenhieb ging es dann aber doch nicht: „Ich bin keiner, der gerne etwas zu Schiedsrichtern sagt, ich halte mich meistens sehr zurück. Aber heute sind die Herren überfordert gewesen, das muss man so sagen.“ Es regte sich kein Widerspruch.

Auf die Leistung des Schiedsrichters lässt sich allerdings kein Einfluss nehmen. Tatsachenentscheidungen sind unmöglich zu revidieren. Anders verhält es sich da schon mit den eigenen Spielern. Ein Beispiel: Odise Roshi. Der Albaner wirkte in den 22 Minuten, die er auf dem Rasen irrlichterte, mitunter doch sehr abwesend. Der 21-Jährige fand keine Bindung ins Spiel. Er war erst am Donnerstag vom Länderspiel in Genf gegen Kamerun (0:0) zurückgekehrt. „Er hat gesagt, er fühlt sich gut“, berichtete Möhlmann und versuchte, Roshis Nominierung für die erste Elf zu rechtfertigen. „Ich hatte mir wegen seiner Schnelligkeit einiges von ihm erhofft.“

Niederlage erst mal verdauen

Eine Hoffnung, die der albanische Nationalspieler schnell zunichtemachte. Die Dynamo-Führung ging allein auf die Kappe des vom 1. FC Köln ausgeliehenen Offensivspielers, weil er, obwohl Sebastian Schuppan bei Ecken zugeteilt, den Torschützen zum 1:0 aus den Augen verlor. „Du musst die Zuordnung bis zum Schluss durchhalten“, mäkelte Möhlmann, brach aber nicht Stab über Roshi. „So ein junger Spieler kann das möglicherweise nicht zu 100 Prozent einschätzen. Vielleicht ist auch so eine Belastung unter der Woche nicht so wegzustecken, um zwei Tage später auch mental wieder 100 Prozent geben zu können.“ Keine Frage, gestand Möhlmann ein, Roshi sei mental nicht ganz so dabei gewesen.
Das Gegenmodell zu Roshi verkörperte am Freitagabend Mathew Leckie. Der Australier, wie Roshi 21 Jahre alt und unter der Woche ebenfalls auf Länderspielreise, war nach seinem zweiminütigen Kurzeinsatz im Trikot seines Landes um den halben Erdball geflogen, um seine Teamkollegen in Dresden zu unterstützen. Nachdem die „Socceroos“ in Seoul 2:1 gegen Südkorea gewonnen hatten, hockte sich Leckie flugs in den Flieger und traf erst wenige Stunden vor dem Anpfiff in Dresden ein. Nach anfänglichen Problemen steigerte er sich in der zweiten Hälfte und glänzte neben John Verhoek als zweite Spitze. „Das war okay“, lautete Möhlmanns knappes Lob. Und das nicht nur, weil es die Leihgabe von Borussia Mönchengladbach war, die nach feiner Einzelleistung das Anschlusstor zum 1:2 erzielte.
Genutzt hat es den Bornheimern allerdings nichts mehr. Der Schiedsrichter hatte etwas dagegen. Das zu verdauen, braucht es mitunter eine nächtliche Fahrt über die A4.

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