Am Bornheimer Hang türmen sich die Schuttberge. Die Abrissbirne hat vor Jahresfrist ganze Arbeit geleistet. Der Trümmerbruch der maroden Haupttribüne steht sinnbildlich − auch oder gerade für die sportliche Situation beim abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt. Kurz vor Weihnachten haben die Bornheimer den Trainer gewechselt: Hans-Jürgen Boysen war gestern, nun hat Benno Möhlmann das Sagen. Mit ihm kamen vier neue Spieler zum Tabellen-16. Nach vier Wochen der Vorbereitung „gilt es nun, Farbe zu bekennen“, sagt der 57 Jahre alte Cheftrainer. Die Zeit der Experimente ist vorbei, am Freitagabend startet der FSV beim MSV Duisburg seine neuerliche Mission Klassenerhalt. Möhlmann kann es kaum erwarten: „Es geht wieder los − und das ist auch gut so.“ Endlich wieder kicken, endlich Punkte einsammeln.
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"Wir haben die Qualität"
Davon braucht der Fußballsportverein reichlich, will er auch im fünften Jahr zweitklassigen Fußball spielen. Von der Qualität seines Kaders ist der neue Trainer überzeugt. „Wir haben die Qualität, im Abstiegskampf zu bestehen“, sagt Möhlmann. Er sagt es mit dem Brustton der Überzeugung. Die Arbeit der vergangenen Wochen mache ihn zuversichtlich, nun müssen „wir den Eindruck, den ich gewonnen habe, auf dem Platz bestätigen“. In Duisburg soll etwas Zählbares herausspringen. Natürlich. Aber Möhlmann ist lang genug im Geschäft, um zu wissen, dass der Schuss im wahrsten Sinne des Worte auch nach hinten losgehen könnte. Er sagt: „Das ist kein absolutes Endspiel um den Ligaerhalt, wir haben kein Spiel um Sein oder Nichtsein.“
4-4-2 als System
Seine erste Elf hat Möhlmann zweifellos schon im Kopf, er will sich aber keinesfalls in die Karten schauen lassen. Er wird ein 4-4-2 spielen lassen, viel mehr verrät er nicht. „Ihre Zeitung erscheint schließlich auch in Duisburg.“ Die Eindrücke der letzten Trainingseinheit am heutigen Vormittag will er noch in seine Überlegungen einfließen lassen.
Von den Neuen wird vermutlich nur Michael Görlitz im rechten Mittelfeld spielen. Ilian Micanski und Chadli Amri konnten in dieser Woche verletzungsbedingt kaum oder gar nicht trainieren. Dennis Cagara ist erst am Dienstag verpflichtet worden.
Stellt sich die Frage, ob das Spiel überhaupt angepfiffen wird: Die Meteorologen sagen für NRW nach ein wenig Schneefall in der Nacht zum Samstag bis zu minus 20 Grad voraus.
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