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28. Oktober 2012

FSV Frankfurt: Schlickes Fauxpas wirft FSV nicht um

 Von Jörg Hanau
Den entscheidenden Tick schneller am Ball: Michael Görlitz kurz vor seinem Treffer zum 2:0. Foto: Huebner

In Unterzahl setzt sich der FSV Frankfurt mit 3:1 gegen Regensburg durch. Eitel Sonnenschein herrscht deswegen nicht am Bornheimer Hang: FSV-Geschäftsführer Krüger ärgert sich maßlos über den Aussetzer von Björn Schlicke. "Was er da gemacht hat, geht gar nicht."

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In Unterzahl setzt sich der FSV Frankfurt mit 3:1 gegen Regensburg durch. Eitel Sonnenschein herrscht deswegen nicht am Bornheimer Hang: FSV-Geschäftsführer Krüger ärgert sich maßlos über den Aussetzer von Björn Schlicke. "Was er da gemacht hat, geht gar nicht."

Auf der menschenleeren , weil noch im Bau befindlichen Haupttribüne hockte einzig Björn Schlicke. Zerknirscht, frustriert und vermutlich mächtig sauer − vor allem auf sich selbst. Lediglich 19 Minuten durfte der Kapitän des FSV Frankfurt gegen Jahn Regensburg am Sonntag mitspielen, dann war für ihn Feierabend. Eine Unbeherrschtheit reichte. Dem sonst so besonnenen Innenverteidiger waren die Sicherungen durchgebrannt. Nach einem Tritt von Jonatan Kotzke nahm der Routinier Revanche. Schiedsrichter Christian Fischer blieb nichts anderes übrig, als Schlicke den roten Karton unter die Nase zu halten. Ihm droht nun eine längere Sperre wegen Tätlichkeit.

Der Fauxpas des 31 Jahre alten Manndeckers blieb zumindest an diesem Nachmittag ohne Folgen für den FSV Frankfurt. Trotz Unterzahl besiegten die Bornheimer den Aufsteiger aus Regensburg 3:1 (1:0) und kletterten auf den sechsten Tabellenplatz in Liga zwei.

Schlicke schweigt

Trotz der schönen Tore von Mathew Leckie (13.), Michael Görlitz (56.), Moise Bambara (90.+1) und dem Anschlusstreffer von Francky Sembolo (84.) gab es nach dem Abpfiff nur ein Gesprächsthema: Wie konnte sich der erfahrene Schlicke so provozieren lassen? Der Delinquent schwieg. Kurios: Ausgerechnet er musste nach dem Spiel zur Dopingkontrolle und trollte sich anschließend vom Bornheimer Hang.

Möhlmann sprach von „einer Überreaktion“. Da müsse man nicht drum herumreden. „Dass das einem erfahrenen Spieler passiert, ist natürlich nicht schön.“ Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver grantelte, und auch wenn der erste Dreier nach zuletzt vier sieglosen Partien in trockenen Tüchern war, ärgerte sich Finanz-Geschäftsführer Clemens Krüger maßlos über Schlickes Aussetzer: „Er wird uns jetzt vermutlich in den nächsten wichtigen Ligaspielen fehlen. Was er da gemacht hat, geht gar nicht.“

Bereits vor einer Woche war Marc Heitmeier vorzeitig vom Platz geflogen. Bei der 0:1-Niederlage bei Union Berlin sah der defensive Mittelfeldspieler schon nach 16 Minuten die Gelb-Rote Karte. „Zweimal in so kurzer Zeit letztlich 75 Minuten in Unterzahl spielen zu müssen, ist verdammt anstrengend“, sagte Möhlmann über die Duplizität der Ereignisse. Der Vorteil diesmal aber war, dass der FSV vor Schlickes Blackout bereits in Führung lag. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Leider hat sich die Situation nach dem 1:0 geändert. Wir haben dann versucht, kompakter, etwas tiefer zu stehen“, sagte Möhlmann, der wiederum ein 4-4-2 spielen ließ.

Yelen erhält Spritzentherapie

Wie schon vor einer Woche in Berlin war das Experiment rasch beendet. „Ich hätte gerne gesehen, wie sie mit zehn Mann weitergespielt hätten“, sagte der Cheftrainer und freute sich über den starken Beginn: „Wir haben seit langem mal wieder von Anfang an gezeigt, dass wir die Initiative übernehmen wollten.“ Die Erleichterung war Möhlmann merklich anzusehen. Mit nun 18 Punkten hat sich der FSV einen Punktepuffer im Kampf gegen den Abstieg zugelegt, von dem die Schwarzblauen erst mal zehren können.

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Zu den Gewinnern des Nachmittags zählte vor allem Yannick Stark, der gestern seinen 22. Geburtstag feierte und sich mit einer guten Leistung auf der Sechs selbst beschenkte. „Nach vorne hat er es gut gemacht, auch was das Verteilen der Bälle angeht“, sagte Möhlmann, übte aber auch Kritik: „Es gibt noch genug Situation, in denen er taktisch das eine oder andere besser machen könnte.“ Stark nahm’s gelassen und war einfach nur froh, dass trotz Schlickes Aussetzer „alles gut ging“. Rückhalt erhielt der Kapitän auch vom wiedererstarkten Michael Görlitz, der Verständnis äußerte: „Das ist immer ärgerlich, kommt aber vor im Fußball.“ Entscheidend sei nur der Sieg gewesen, und „dass wir auch für Björn das Spiel heimgeholt haben. Da fühlt er sich nicht ganz so traurig.“

Traurig blickte auf der Tribüne auch Zafer Yelen drein. Der Spielmacher des FSV ist wegen seiner Sprunggelenksverletzung zum Zusehen verurteilt. Eine Operation droht. In dieser Woche soll nun ein letzter Versuch unternommen werden, die Verletzung konservativ mit einer Spritzentherapie in den Griff zu bekommen, teilte Stöver mit. Ein Versuch sei es wert. „Nach einer OP würde Zafer schließlich drei bis vier Monate ausfallen.“

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