Der Kontakt steht, die ersten Gespräche sind nach FR-Informationen bereits vor Wochen geführt worden: Michael Thurk, 35, ausgemusterter Stürmerstar des FC Augsburg, könnte im Winter in seine Heimatstadt Frankfurt zurückkehren.
Der abstiegsgefährdete Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt zeigt großes Interesse an einer Verpflichtung des Torjägers in der Winterpause. „Ich werde Namen nicht kommentieren. Aus Eigenschutz und zum Schutz des Spielers“, sagte zwar der für den Sport verantwortliche FSV-Geschäftsführer Uwe Stöver am Montag. Ein Dementi klingt anders.
Stövers Zurückhaltung ist verständlich und nachvollziehbar. Schließlich ist der FSV längst nicht der einzige Klub, der um die Unterschrift des ehemaligen Profis von Mainz 05 und Eintracht Frankfurt buhlt. „Uns liegen vier Angebote aus der zweiten Liga vor“, bestätigte Thurks Berater Klaus Gerster gestern. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei neben dem FSV unter anderem um die ebenfalls vom Abstieg bedrohten Hansa Rostock und FC Ingolstadt.
Zwei Angebote aus USA
Allerdings wäre für Thurk ein Wechsel in die zweite Liga nicht die erste Option. Der Stürmer würde seine Karriere nur allzu gerne in der nordamerikanischen Major League Soccer ausklingen lassen. Ob sich der Traum erfüllt, wird sich laut Gerster in dieser Woche entscheiden. „Dann wissen wir, ob das mit Amerika klappt, oder nicht.“ Philadelphia Union und Vancouver Whitecaps liegen Thurks Gehaltswünsche vor. Jetzt ist es an den MLS-Vereinen, sich zu positionieren.
Michael Thurk bescherte dem fünftklassigen 1.FC Eschborn Mitte August 2011 viel Aufmerksamkeit. Der suspendierte Stürmer des FC Augsburg wollte sich beim Hessenligisten fit halten. Seine erste Trainingseinheit wurde zum kleinen medialen Ereignis.
Foto: dapdThurk, so viel steht fest, will endlich wieder Fußball spielen. „Sollte der Wechsel in die MLS nicht klappen, muss ich mich mit ihm zusammensetzen und schauen, ober er in die zweite Liga gehen oder in Augsburg bleiben möchte“, sagte Gerster. Thurks Vertrag läuft am Saisonende aus. Der Hesse fühlt sich weiterhin als ein Teil der Augsburger Mannschaft − auch wenn sein Stammplatz ein kalter Schalensitz auf der Haupttribüne ist.
Der in Augsburg als Aufstiegsheld gefeierte Thurk war vor der Saison bei den Verantwortlichen des FCA in Ungnade gefallen und suspendiert worden. Gelinde ausgedrückt waren es „atmosphärische Störungen“ zwischen Trainer Jos Luhukay und Thurk, die den Bundesliga-Aufsteiger dazu verleitete, den Augsburger Publikumsliebling auszusortieren.
In der aufgeheizten Stimmung in Dresden gingen die biederen Bornheimer zu Beginn regelrecht unter. Nach einer Leistungssteigerung und viel Glück erkämpfte der FSV Frankfurt aber noch einen Punkt gegen Dynamo.
Foto: dapdKurz vor Ende der Wechselfrist versuchte der FCA im vergangenen Sommer Thurk nach Aachen zu transferieren − Thurk lehnte dankend ab. „Meinen Verein suche ich schon noch selbst aus“, wurde Thurk in der Augsburger Allgemeinen zitiert.
Ein Wechsel in seine Geburtsstadt Frankfurt würde für Thurk zweifellos einen gewissen Charme besitzen. In Kelkheim im Taunus besitzt er ein Haus, beim Hessenliga-Spitzenreiter FC Eschborn hält er sich fit. Manager des FC ist Marcus Klandt, der Bruder von FSV-Torwart Patric Klandt.
Auf der Wunschliste des FSV Frankfurt steht Thurks Name ganz oben −er ist aber längst nicht der einzige Kandidat. Stöver: „Auf unserer Liste stehen acht Spieler für den Sturm und 14 bis 15 für die Außenbahnen.“ Darunter seien auch Profis, deren Klubs vielleicht noch gar nicht daran dachten, diese abzugeben, so Stöver. Namen nannte er natürlich nicht. „Es macht keinen Sinn, sich zu irgendwelchen Gerüchten zu äußern.“ Die Personalie Thurk ist längst keines mehr.
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