Als Tufan Tosunoglo am Ende der morgendlichen Trainingseinheit vom Platz trabt, wird er von einem Fotografen gestellt. „Mach mal den Daumen hoch“, ruft der ihm zu. Tosunoglo lächelt etwas verkniffen, spielt aber mit. Etwas zögerlich zwar, aber dann reckt er den Daumen nach oben. Ein Sinnbild für die Rückkehr des 24 Jahre alten Fußballprofis in den Trainingsbetrieb des Zweitligisten FSV Frankfurt.
Zweieinhalb Jahre war er verletzt. Zweieinhalb Jahre arbeitete er für sein Comeback. Nun steht er wieder auf dem Platz. Ein erster Erfolg. Tosunoglo spricht von einem Traum, der in Erfüllung gegangen sei. Endlich wieder kicken. Auf dem Weg in die Kabine greift er sich ans Knie, so, als wolle er ertasten, ob noch alles heil ist. Die Angst vor einem neuerlichen Rückschlag ist allgegenwertig.
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Die Zeit des Leidens begann für ihn im September 2010 − damals hieß der Trainer noch Hans-Jürgen Boysen. Kreuzbandriss im rechten Knie. Drei Monate später rutschte Tosunoglo auf dem Weg in die Reha aus und riss sich den Quadrizepsmuskel im Oberschenkel. Mehr Pech geht nicht.
Nun ist er zurück, allen Unkenrufen zum Trotz. Wann er wieder spielen kann, weiß niemand. „Er ist erstmal wieder dabei“, sagte Trainer Benno Möhlmann. Ein Urteil abzugeben, falle ihm aber noch schwer. Nach zweieinhalb Jahren Zwangspause nachvollziehbar. „Mal schauen, ob er stabil bleibt.“
Am Freitagabend sitzt Tufan Tosunoglo wieder auf seinem Schalensitz auf der neuen Haupttribüne und drückt seinen Kollegen gegen den VfR Aalen die Daumen. Der FSV hat schließlich noch eine Rechnung offen. Die 0:3-Hinspielniederlage im vergangenen September schmerzte. Möhlmann fordert einen Sieg gegen den Aufsteiger von der Ostalb und somit drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg. „Je schneller wir die 40 Punkte haben, desto weniger Nervosität wird aufkommen“, sagte der Cheftrainer. Bislang haben die Schwarzblauen 34 Zähler. Das wäre natürlich auch im Sinne von Tufan Tosunoglu, der noch in dieser Saison auf einen Einsatz hofft − allerdings in der U23 des FSV. Der Sprung zurück in den Profikader bleibt das Fernziel.
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