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News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

01. März 2013

FSV Frankfurt: Zäher Kampf um jeden Zuschauer

 Von Frank Hellmann und Udo Muras
Gewohntes Bild: FSV-Kicker vor leeren Rängen.  Foto: Jan Huebner

Der FSV Frankfurt erwartet am Sonntag gegen den 1. FC Köln ein gut gefülltes Stadion, das ist aber die Ausnahme.

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Ein einziges Pflichtspiel hat es bislang zwischen dem FSV Frankfurt und dem 1. FC Köln gegeben. Das Pokalspiel zwischen den beiden Klubs, die sich am Sonntag (13.30 Uhr) im Verfolgerduell der zweiten Liga am Bornheimer Hang gegenüberstehen, fand am 15. Oktober 1977 statt, und weniger der 3:0-Sieg des Favoriten aus dem Rheinland fand Eingang in die Annalen, sondern ein prominenter Besuch aus Brasilien. Kein Geringerer als Edson de Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé, führte seinerzeit den symbolischen Anstoß aus. Der damals 37-Jährige hatte gerade seine große Karriere mit seinem 1 281. Tor in New York beendet und war auf PR-Tour. Zum Jubiläum der Stadt Offenbach, auf die Frankfurter Buchmesse – und eben zu diesem Pokalspiel. „Weltstar Pelé kam bei den vielen Autogrammwünschen selbst nur selten dazu, ein Blick auf das Spielfeld zu werfen“, stand am folgenden Montag in der Frankfurter Rundschau in dem von Harald Stenger verfassten Bericht.

Damals pilgerten 8 000 Zuschauer an den Bornheimer Hang, was enttäuschend war, denn der FSV hatte mit 10.000 gerechnet und auf 15.000 gehofft. Auch diesmal ist das Kölner Gastspiel mit der Hoffnung verbunden, dass das 10.470 Zuschauer fassende Stadion endlich mal gut gefüllt ist – im Vorverkauf sind tatsächlich 8000 Tickets abgesetzt, darunter alle 4 470 Sitzplätze.

Das ist erfreulich, denn der FSV Frankfurt belegt im fünften Jahr seines Zweitliga-Daseins noch einen Abstiegsplatz in der Zuschauertabelle. Einem Problem, das in erster Linie an den verlorenen Generationen aus den 80er- und 90er-Jahren liegt, als die Bornheimer oft vor wenigen Hundert Getreuen kickten. „Wir waren sehr lange nicht im Profifußball vertreten, das ist dann schwer aufzuholen“, erklärt Geschäftsführer Clemens Krüger. „Mir geht die Entwicklung auch nicht schnell genug, aber wir müssen eben anerkennen, dass Eintracht Frankfurt in der Stadt momentan die klare Nummer eins ist.“

Manuel Conrad bleibt

Manuel Conrad hat seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2014 verlängert. Der 24-Jährige kam vor drei Jahren vom Drittligisten Unterhaching nach Frankfurt und hat bislang 57 Zweitligaspiele für den FSV bestritten. „Er ist zu einer festen Größe in unserem Spiel herangereift“, urteilt Geschäftsführer Uwe Stöver.

Trainer Benno Möhlmann, Baumeister der seit mehr als einem Jahr anhaltenden erfreulichen Entwicklung, hat sich mit den Gegebenheiten längst arrangiert. „Manchmal wünschte ich mir schon, dass im Stadion mehr los ist. Aber sich den Rückhalt zu erarbeiten, ist ein langer Prozess. Das habe ich auch in Fürth erlebt“, erzählt der 58-Jährige. „Ich kann zwar nicht so viele Vorteile darin erkennen, dass es beim FSV ruhiger ist, aber ein konzentriertes Arbeiten im Training ist natürlich besser möglich.“ Geschäftsführer Uwe Stöver erläutert: „Vereine wie St. Pauli, Union Berlin oder 1860 haben es von der Tradition ein bisschen einfacher. Bei uns ist es ein zäher Kampf um jeden Zuschauer, aber ich erinnere mich noch gut, dass auch Mainz früher nur einen Kern von 3000 Besuchern hatte.“

Spiele wie gegen den 1. FC Köln können da helfen: Der Bundesliga-Absteiger lechzt danach, noch den Relegationsrang zu erreichen. Aber: Der FSV Frankfurt kann Köln mit einem Sieg vom vierten Platz verdrängen, ohne dass dann Aufstiegspläne geschmiedet würden. Zumal Krüger weiß, dass die für die zweite Liga von der DFL erteilte Ausnahmegenehmigung bezüglich der zu geringen Stadionkapazität − Fassungsvermögen derzeit 10.470 Plätze, gefordert sind aber 15.000 − für die erste Liga nicht erteilt würde. Dann müssten die Tribünen hinter den Toren aufgestockt werden, obwohl die selbst Sonntag wieder nicht voll werden.

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