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25. Februar 2013

FSV Frankfurt: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

 Von Sebastian Rieth
Hat sich aus dem Fenster gelehnt: Clemens Krüger (l). Foto: Pressehaus

Das 0:3 beim FC St. Pauli führt allen beim FSV Frankfurt vor Augen, dass mehr als eine Platzierung im vorderen Mittelfeld der Zweiten Bundesliga nicht realistisch ist.

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Das 0:3 beim FC St. Pauli führt allen beim FSV Frankfurt vor Augen, dass mehr als eine Platzierung im vorderen Mittelfeld der Zweiten Bundesliga nicht realistisch ist.

Am Samstagvormittag schnürte Clemens Krüger mal wieder selbst die Fußballschuhe. Allzu viel Zeit hat der Finanz-Geschäftsführer des FSV Frankfurt dafür zwar nicht mehr, aber ab und an, wenn die Gelegenheit günstig ist, trifft er sich mit seinen Kumpels vom SV Blau-Weiß Berlin auf einen freien Tag. Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, damit sind sie bislang immer gut gefahren. So war es dann auch beim Hallenturnier in Magdeburg, als sich Krügers Mannschaft nicht viel ausrechnete, zum Auftakt aber dreimal siegte und plötzlich von mehr zu träumen begann.

Vielleicht, so die zarte Hoffnung, dekoriert ja ein Pokal auf der Heimfahrt die Rückbank des Autos. Prompt setzte es die erste Niederlage. 0:3 – die Berliner Oldies waren auf dem Boden der Tatsachen zurück. Clemens Krüger fühlte sich stark an den Abend zuvor erinnert.

Ziel: Aufmerksamkeit

Da hatte der FSV Frankfurt im Zweitligaspiel beim FC St. Pauli mit dem gleichen Resultat ebenfalls eine eindeutige Abreibung bekommen. Die Parallelen, gab Krüger zu, seien nicht von der Hand zu weisen. Denn auch in Frankfurt-Bornheim waren in der Woche zuvor erste Knospen gesprossen. Stimmen, die längst nicht mehr nur auf Understatement machten und gebetsmühlenartig vom Erreichen des ohnehin fast schon sicheren Klassenerhaltes sprachen, sondern durchaus den Stoff lieferten, aus dem Träume sind. Krüger selbst war es, der nach dem 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus und dem Vorpreschen auf den vierten Tabellenrang das Wort Bundesliga nicht wie sonst galant umschifft hatte. Für ihn sei der Aufstieg „ein persönlicher Traum“. Das Medienecho ließ nicht lange auf sich warten, der sonst ein wenig stiefmütterlich behandelte und als Stadtteilklub abgestempelte FSV stand plötzlich im Rampenlicht. Genau das hatte Krüger gewollt, wie er nun zugibt. „Ich habe das bewusst gemacht, weil ich die Leute mit der Euphorie aufwecken wollte“, sagt er. Die „Steilvorlage der Presse“ habe er da gerne angenommen. Waren die Bundesliga-Hoffnungen also ein PR-Gag? Zumindest verfolgte Krüger ein eindeutiges Ziel: Aufmerksamkeit.

Arbeit zu wenig gewürdigt

Noch immer sehen die Verantwortlichen des Klubs ihre Arbeit viel zu wenig gewürdigt. Der Zuschauerschnitt stagniert im fünften Jahr der Ligazugehörigkeit bei 5 000 Besuchern. Deutschlandweit nimmt der Klub damit nur den 49. Rang ein, sogar vier Regionalligisten sind besser. „Deswegen“, sagt Krüger, „war es legitim, den Hype für uns zu nutzen.“ Intern sei die Sprachregelung immer eine andere gewesen. „Wir wissen, dass wir keine absoluten Überflieger sind. Bei uns spinnt keiner rum, es hebt keiner ab.“

Deshalb glaubt Krüger auch nicht, dass es die Mannschaft auf St. Pauli belastet haben könnte. Dafür seien die Jungs zu geerdet, zu bodenständig. Torwart Patric Klandt wählte nach der Niederlage allerdings andere Worte. Er hoffe, „dass die ganze Scheiße mit dem Aufstiegsgerede jetzt endlich aufhört“. In der Tat wirkte das Team in Hamburg seltsam gehemmt, Trainer Benno Möhlmann hatte „eine Lehrstunde im Bereich Laufbereitschaft, Kampf und Leidenschaft“ ausgemacht und auch schon in der Trainingswoche den fehlenden Einsatz einiger Spieler bemängelt.

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Am Millerntor gab der FSV trotz 52 Prozent Ballbesitz keinen einzigen Schuss auf den Kasten der Gastgeber ab und bekam zudem den dreifachen Torschützen Daniel Ginczek nicht in den Griff. In der Umschaltbewegung waren die Beine und der Kopf zu langsam, vor allem die beiden, in dieser Saison eigentlich sehr sicheren Innenverteidiger Björn Schlicke und Tim Heubach erwischten einen schwachen Tag, trafen in den entscheidenden Momenten die falschen Entscheidungen. Sie standen oft zu hoch, um anschließend noch rettend eingreifen zu können.

Etat soll erhöht werden

Sportchef Uwe Stöver sah sich deshalb in seiner Annahme bestätigt, „dass wir an guten Tagen alle schlagen können und an schlechten Tagen gegen jeden unsere Probleme bekommen“. Der FSV, das ist die nicht wirklich bahnbrechende Erkenntnis des Wochenendes, ist eine Mannschaft des tabellarischen Mittelfeldes. Mal spült es sie ein paar Plätze nach oben, mal rutscht sie ein paar Ränge nach hinten. Nur mit dem Auf- oder dem Abstieg hat man nichts zu tun. Die Sicherheit wirkt sich positiv auf dem Personaletat aus, den Krüger zur neuen Saison um bis zu 400 000 Euro auf dann knapp 5,5 Millionen Euro erhöhen will. Ein wenig Spielraum für Stöver, der intensiv nach einem neuen Linksverteidiger und Verstärkungen für die offensiven Außenbahnen sucht. Denn bei den Leihgaben Odise Roshi (1. FC Köln) und Mathew Leckie (Borussia Mönchengladbach) sehe es danach aus, „dass sie zu ihren Vereinen zurückkehren“.

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