Michael Görlitz, 24, heißt der neue Hoffnungsträger des abstiegsgefährdeten Zweitligisten FSV Frankfurt im rechten Mittelfeld. Es ist das erste Profi-Engagement des ehemaligen Jugendnationalspielers in Deutschland, der 2008 von den Amateuren des FC Bayern München zu Halmstads BK in die schwedische Liga gewechselt war und nun den nächsten Karriereschritt plant.
Herr Görlitz, es gab bereits 2008 für Sie Angebote aus der zweiten Liga, Sie sind aber nach Schweden gewechselt. Warum?
Ich war jung, gerade aus den Amateuren rausgekommen. Da war mir klar, dass ich in der zweiten Liga nur wenige Spielzeiten bekommen würde. Also habe ich den Umweg über Schweden gewählt, um Spielpraxis zu bekommen.
Sie sind zuletzt mit Halmstads BK abgestiegen...
...in den ersten beiden Jahren haben wir uns im Mittelfeld der Liga bewegt, 2010 war das schon Abstiegskampf − und im letzten Jahr hat es uns erwischt.
Sie sind also abstiegskampferprobt. Was bringen Sie mit, um den FSV vor dem Gang in die Drittklassigkeit zu bewahren? Sie gelten ja als offensivstarker Mittelfeldspieler.
Das stimmt, mein Spiel ist offensiv ausgerichtet, ich vernachlässige aber nicht meine Defensivaufgaben. Meine Stärken liegen im eins gegen eins, ich kann über die Flügel, aber auch zentral spielen, und ich bin in der Lage, den finalen Pass zu spielen. Und torgefährlich kann ich auch sein.
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Der FSV Frankfurt hat das letzte Testspiel vor Beginn der Restrunden beim Ligakonkurrent VfL Bochum 1:0 (0:0) gewonnen.
Das Tor des Tages erzielte Kapitän Samil Cinaz per Freistoß (81.). „Das war eine kompakte Mannschaftsleistung, mit einer gut arbeitenden Defensive als Basis“, sagte FSV-Cheftrainer Benno Möhlmann.
Testspieler Jonas Elmer vom Schweizer Erstligisten FC Sion, seit Samstag in Bornheim, kam auf der linken Abwehrseite zum Einsatz.
Ob der 23 Jahre alte eidgenössische U21-Nationalspieler verpflichtet wird, „ist noch nicht offen“, sagte FSV-Geschäftsführer Uwe Stöver am Sonntagabend. Elmars Rückflug ist für heute Abend geplant.
Sie haben auch bei Greuther Fürth vorgespielt. Es heißt, sie seien nicht verpflichtet worden, weil Sie zu offensiv seien.
Greuther Fürth war eigentlich auch von meinen Fähigkeiten überzeugt, aber dann hat sich bei ihnen Kingsley Onuegbu verletzt, und ich passte nicht mehr ins Anforderungsprofil.
Nun also der FSV. Wie ist Ihr ersten Eindruck?
Ich will mich etablieren in der Mannschaft und wurde sehr gut von Trainer und Mannschaft aufgenommen. Meine volle Konzentration liegt auf den nun kommenden 15 Spielen.
Haben Sie schon mal mit dem einen oder anderen FSV-Profi zusammengespielt?
Ich kenne Manuel Konrad, mit ihm habe ich mir früher Duelle geliefert, er in der Jugend des SC Freiburg, ich beim FC Bayern. Und dann kenne ich noch Samil Cinaz, der wie ich in der Jugend des 1. FC Nürnberg angefangen hat.
Sie haben von der U16 bis U19 alle Nachwuchsnationalmannschaften des DFB durchlaufen und wurden fußballerisch beim FC Bayern ausgebildet. Warum hat es nicht beim FCB geklappt?
Pro Jahrgang schafft das vielleicht einer. Die Konkurrenz ist riesig − und ich hatte Franck Ribéry vor der Nase (lacht).
Haben Sie damals im Profikader des FC Bayern mittrainieren dürfen?
Ab und an, wenn mal ein paar Spieler verletzt waren, hat mich Ottmar Hitzfeld dazugeholt. Damals hatte ich die Ehre mit Ribéry zu trainieren. Das hat großen Spaß gemacht. Es ist eine Augenweide mit ihm zu spielen. Aber wenn er eins gegen eins gegen einen geht, macht das weniger Spaß.
Haben Sie noch Kontakt nach München?
Mit Holger Badstuber halte ich Kontakt, ich habe auch mit Thomas Müller zusammengespielt. Die meisten meiner Kumpels spielen mittlerweile auch woanders.
Wo denn?
Mit Stephan Fürstner habe ich Kontakt, er spielt bei Greuther Fürth. Mit Markus Steinhöfer treffe ich mich regelmäßig, der war ja früher bei Eintracht Frankfurt und kickt jetzt in Basel. Kontakt halte ich aber auch noch zu Fabian Müller in Aue oder Michael Rensing in Köln.
Haben Sie in Schweden den Werdegang des FSV verfolgt?
Natürlich habe ich in Schweden verfolgt, was in der Ersten und Zweiten Bundesliga passiert. Aber natürlich habe ich nicht bewusst auf den FSV geachtet. Der Verein hat sich verstärkt, dazu einen neuen Trainer geholt. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt packen.
Das Gespräch führte Jörg Hanau.
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