Die Worte waren wohl gewählt. Vor der obligatorischen Pressekonferenz des abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt am Mittwochmittag waren Geschäftsführung und Trainer noch einmal zusammengetroffen, um eine gemeinsame Strategie der Kommunikation zu entwickeln. Wenig später redete Hans-Jürgen Boysen über die nächste schwere Aufgabe des Tabellen-14. am Freitagabend gegen den SC Paderborn. Dreieinhalb Minuten lang parlierte er über Stärken und Schwächen „der Überraschungsmannschaft“ aus Ostwestfalen. Dann allerdings sprach der 54 Jahre alte Fußballlehrer nur noch über sich selbst.
„Es wurde in der Vergangenheit viel darüber spekuliert, wie es mit dem Trainer aussieht“, sagte Boysen: „Ich möchte ihnen einfach vermitteln, warum ich es als problemlos ansehe, den FSV Frankfurt auch aus dieser schwierigen Situation herauszuführen.“ Er wirkte aufgeräumt, keinesfalls emotional. Der Mann war hörbar um Sachlichkeit bemüht. Schließlich sei er ein Trainer mit großer Erfahrung. Einer, der diese Situation in der Vergangenheit nicht nur einmal gemeistert habe. „Ich habe es in meinen 21 Jahren im Trainerjob fünfmal geschafft, den Aufstieg zu realisieren, aber auch schon sechsmal Mannschaften aus aussichtslosen Situationen geführt.“
Boysen denkt nicht ans Scheitern
Kein Wort des Zweifels, kein Gedanke an ein mögliches Scheitern. Das verbietet sich in seiner Situation. Die anhaltende Erfolglosigkeit lässt nur den Blick nach vorne zu. Er weiß: Ein Dreier gegen Paderborn, und es herrscht wieder Ruhe in Bornheim. Sollte aber auch dieses Heimspiel verloren gehen, dürften die allseits bekannten Mechanismen greifen. Auch wenn niemand in der Führung des Klubs den Terminus „Endspiel“ verwenden will, für Boysen steht am Freitag mehr auf dem Spiel als nur drei Punkte.
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An ein Scheitern verschwendet Boysen öffentlich keinen Gedanken: „Ich bin ein Trainer, der Erfahrung in schwierigen Situationen mitbringt und deswegen bleibt der Trainer Boysen auch in dieser Situation optimistisch.“ Wie es wirklich in ihm aussieht, verriet er nicht. „Man muss als Trainer nicht immer sein Gefühlsleben jedem unter die Nase binden.“ Eigene Fehler räumte er nur indirekt ein. „Wir Trainer werden nie fehlerlos unseren Job machen.“ Ins Detail ging er nicht.
Aufgeben ist nicht, „fortlaufen tut man nicht, außer es wird provoziert“, sagte Boysen, ehe er vom Podium stieg. Wie gesagt, seine Worte waren wohl gewählt, die Botschaft unmissverständlich: „Ich bin eine Kämpfernatur.“
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