FSV
News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

02. Dezember 2012

FSV unterliegt Braunschweig: Bornheimer Tiefschlaf

 Von Jörg Hanau
Artistisch: Tim Heubach nimmt in der Nachspielzeit die Kugel per Fallrückzieher. Der Ball klatscht gegen den Pfosten. Foto: Huebner

Der FSV Frankfurt erhält eine Lehrstunde vom Herbstmeister aus Braunschweig und beendet die Hinrunde als Tabellenachter.

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Die Enttäuschung war Clemens Krüger anzusehen. Am Morgen hatten eifrige Helfer den Bornheimer Hang vom Schnee befreit. „Wir haben sehr viel investiert, damit dieses Spiel überhaupt stattfinden konnte – und dann sowas“, sagte der Finanz-Geschäftsführer des FSV Frankfurt nach dem Abpfiff eines Spiels, dessen Verlauf Krüger hörbar verstimmt hatte. Das lag nicht allein am Ergebnis. Mehr als die 1:2 (0:2)-Niederlage des FSV gegen Eintracht Braunschweig ärgerte sich Krüger einen Tag vor seinem 42. Geburtstag über die Leistung der Bornheimer im letzten Vorrundenspiel. Die Braunschweiger verpassten dem Fußballsportverein eine Lehrstunde in Sachen Laufbereitschaft und Aggressivität. „In der ersten Halbzeit haben wir gesehen, warum Eintracht Braunschweig die Tabelle anführt“, sagte Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver.

Am Anfang geschlafen

Früh war der FSV in Rückstand geraten: Dennis Kruppke (12.) und Orhan Ademi (33.) sorgten mit ihren Toren rasch für klare Verhältnisse am ersten Advent, den die Bornheimer allzu besinnlich angegangen waren. „Wir haben die Anfangsphase wieder verpennt“, ätzte später Manuel Konrad. Der defensive Mittelfeldspieler zählte wieder mal zu den Besten im Trikot des Fußballsportvereins. Ein Vorbild in Sachen Einsatzwillen. Er gab den unermüdlichen Antreiber. Sein Bemühen war augenscheinlich, brachte den FSV gegen clevere Braunschweiger aber auch nicht zurück in ein Spiel, das FSV-Trainer Benno Möhlmann nach dem 0:2 als „bereits gelaufen“ bezeichnete.
Eintracht Braunschweig war von Beginn an Herr im fremden Haus und „hat uns unsere Grenzen aufgezeigt“, sagte Möhlmann. Es war ein über weite Strecken souveräner Auftritt des Herbstmeisters, der in den ersten 45 Minuten vollends überzeugte, nach dem Wechsel aber merklich einen Gang rausnahm. Dennoch schienen die Niedersachsen nie wirklich in Gefahr zu geraten, den verdienten Lohn noch einmal hergeben zu müssen. „Es war vor allem die hohe Aggressivität im frühen Aufnehmen von Zweikämpfen, die es uns nicht ermöglicht hat, in unser Spiel zu kommen“, analysierte Stöver. Torchancen des FSV konnten die 4748 Zuschauer am Bornheimer Hang in den ersten 60 Minuten an einer Hand abzählen: Moise Bambara (25.) vergab kläglich, Edmond Kapplani drosch die Kugel nach 55 Minuten erstmals auf das Tor von Daniel Davari. Der Torhüter der Eintracht verlebte lange Zeit einen mehr als ruhigen Nachmittag. Zu souverän standen seine Vorderleute. Erst als Möhlmann „die Brechstange“ rausholte, nach einer Stunde mit der Einwechslung von Moses Lamidi und Odise Roshi (später kam auch noch Jutae Yun) die Offensive verstärkte, wurde das Spiel des FSV etwas besser und es war Konrad, der mit einem herrlichen Distanzschuss zum 1:2 (87.) ein Ausrufezeichen setzte. „In den letzten zehn Minuten haben wir den Druck so aufgebaut, dass vielleicht zwangsläufig ein Tor fallen musste“, meinte Stöver. Plötzlich war Leben in der Bude, und „wir haben gesehen, dass auch Braunschweig verwundbar ist“ (Stöver).

Fast noch einen Punkt geholt

In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Im Strafraum der Braunschweiger spielten sich tumultartige Szenen ab. Und es war der aufgerückte Tim Heubach, der mit einem gekonnten Fallrückzieher beinahe noch den Ausgleich erzielt hätte (siehe weiteren Bericht). Der Ball aber klatschte gegen den Pfosten.
Klar, „den Punkt hätten wir gerne mitgenommen“, sagte Stöver. Natürlich. „Aber das wäre des Guten etwas zu viel gewesen“, konterte Möhlmann. Auch wenn sein Braunschweiger Kollege Torsten Lieberknecht „vom Glück des Tüchtigen“ sprach, gab es am verdienten Erfolg der Niedersachsen an diesem Nachmittag nichts zu deuteln.
Dem FSV Frankfurt blieb am Ende nur die Erkenntnis, die Partie verschlafen zu haben. „So wie am Schluss muss es von Anfang an gehen. Dann funktioniert das auch“, mäkelte Konrad, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte und am nächsten Freitag gegen den SV Sandhausen gesperrt sein wird. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit dem ehemaligen FSV-Coach Hans-Jürgen Boysen, der mittlerweile das sportliche Sagen in Sandhausen hat und gestern auf der Tribüne kiebitzte. Der Sieg der Braunschweiger soll ihm aber nicht als Blaupause dienen. „Im Spiel gegen Sandhausen haben wir eine gute Gelegenheit, unser Konto auf 27 Punkte auszubauen“, sagte Stöver unmissverständlich.
Nach der nun dritten Heimniederlage schloss der FSV die Hinrunde mit 24 Zählern als Tabellenachter ab. „Das ist okay“, sagte Möhlmann: „Das ist besser, als wir es vorher erwartet hatten, aber schlechter, als ich es nach dem guten Saisonstart erhofft habe.“

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