Benno Möhlmann, 57, schwingt seit zweieinhalb Wochen das Zepter beim FSV Frankfurt. Der alte Fahrensmann ist ein akribischer Arbeiter, überlässt nichts dem Zufall. „Aber das machen andere Trainer in anderen Vereinen auch“, sagt er während des fast einstündigen Gesprächs mit der FR lächelnd. Möhlmann zog es nach seiner Beurlaubung in Ingolstadt schnell zurück auf die Trainerbank, die Familie in Bremen-Oberneuland muss wieder ohne ihn auskommen. „Ich muss einfach wieder arbeiten.“
Herr Möhlmann, Hand aufs Herz: Hätten Sie sich die Aufgabe beim FSV so schwer vorgestellt?
Mir war klar, dass es schwer wird. Das war auch die Einschätzung der Verantwortlichen. Und daran hat sich nichts geändert. Aber ich denke, dass genügend Qualität vorhanden ist, um die Klasse zu halten. Das Team hat eine solide Basis, wir haben leider nicht so viele Spieler, die etwas Außergewöhnliches machen können. Aber es ist keine Mission impossible.
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Trotzdem haben sich viele gefragt, weshalb der Dino Benno Möhlmann zur grauen Maus FSV Frankfurt geht?
Ich arbeite einfach gerne, und ich habe vor meinem Ingolstadt-Engagement gemerkt, dass ich die Zeit nicht sinnvoll nutzen kann, wenn ich keine Aufgabe habe. Ich werde zu Hause nicht hektisch oder unruhig. Aber ich kann halt auch auf kein richtiges Hobby zurückgreifen. Natürlich lese ich mal ein paar Bücher, aber das ist ja auch nicht die Erfüllung.
"Ich bin Pragmatiker"
Aber Sie haben Ihre Familie.
Ja, aber Familie ist doch kein Hobby. Ich bin zwar ein Familienmensch, aber keiner, der sich pausenlos mit seinem zweijährigen Enkelkind beschäftigen kann. Ich brauche eine Aufgabe. Und als Trainer sollte man zugreifen, wenn die Möglichkeit da ist.
Aber sahen Sie sich nicht in der Position, auf ein lukrativeres Angebot bei einem größeren Verein zu warten?
Wegen des Geldes hätte ich nichts annehmen müssen. Ich hatte noch Vertrag in Ingolstadt, und wenn Ingolstadt die Klasse hält, hätte ich in anderthalb Jahren mehr verdient als hier beim FSV. Aber ich hatte hier ein gutes Gefühl. Und ich bin Pragmatiker.
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