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News vom Bornheimer Hang: Spielberichte und Interviews, Nachrichten und Hintergründe zum FSV

27. November 2012

VfL Bochum - FSV Frankfurt 1:3: Gegessener Käse

 Von Jörg Hanau
Der FSV Frankfurt siegt beim VfL Bochum mit 3:1. Foto: dpa/Bernd Thisse

Der FSV Frankfurt frustriert mit einem dominant herausgespielten 3:1 Karsten Neitzel, den Trainer des VfL Bochum. Die Bochumer rutschen durch die Niederlage immer weiter in dien Liga-Keller hinab.

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Der FSV Frankfurt frustriert mit einem dominant herausgespielten 3:1 Karsten Neitzel, den Trainer des VfL Bochum. Die Bochumer rutschen durch die Niederlage immer weiter in dien Liga-Keller hinab.

Bochum –  

Bochum Teilnahmslos stand Karsten Neitzel am Spielfeldrand. Die Arme verschränkt, restlos bedient. Dabei waren gerade einmal 60 Minuten rum, der FSV Frankfurt aber führte bereits 3:0. Wäre Neitzel Trainer einer Boxstaffel und nicht etwa Übungsleiter der Berufsfußballer des VfL Bochum, er hätte vermutlich ein weißes Handtuch auf den Rasen geworfen: technischer Knockout.

Der FSV war tief im Westen klar die überlegene Mannschaft gewesen, taktisch wie spielerisch eine Klasse besser als der gegen den Abstieg kämpfende VfL Bochum. Der verkürzte kurz vor Schluss zwar noch auf 1:3, der Treffer von Yusuke Tasake war aber nicht mehr als eine Petitesse. „Nach dem 0:3“, gestand ein blasser Neitzel, „war der Käse gegessen.“

Gerechtes und verdientes Ergebnis

Den Bornheimern war das natürlich einerlei. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte FSV-Trainer Benno Möhlmann nach dem Abpfiff und sprach von einem „gerechten wie verdienten“ Ergebnis. Von der ersten Minute waren die Frankfurter Herr im fremden Haus. In der Zentrale glänzten Manuel Konrad und Yannick Stark, auf den Außenpositionen wirbelten Mathew Leckie und Michael Görlitz.

„Abermals haben wir gut gespielt, endlich haben wir aber auch mal wieder gewonnen“, sagte Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver. „Das Team hat sich heute für ihr gutes Spiel selbst belohnt.“ Nach zuletzt drei verlorenen Spielen sei dies natürlich Balsam für die Seele.

Von Selbstzweifeln keine Spur. Nichts deutete darauf hin, dass der Negativlauf der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen hätte. Warum auch? Sie heimsten stets gute Kritiken für ihr Spiel ein, nur der Ertrag stimmte nicht. Wenn überhaupt, war es eine Ergebniskrise. Durch den Dreier in Bochum kletterte der FSV mit nun 24 Punkten auf Platz sieben der Tabelle.

Der Sieg in Bochum schmeckte den Bornheimern besonders süß. Noch nie in der Zweitliga-Geschichte des Fußballsportvereins gab es was Zählbares für sie in Bochum. Alle vier Begegnungen gegen den VfL gingen verloren, nicht mal ein Tor haben sie geschossen. Das änderte Linksverteidiger Nils Teixeira in der 21. Minute mit einem herrlichen Distanzschuss. Ausgerechnet Teixeira! Der ehemalige Jugend- und Junioren-Nationalspieler zeichnete sich bislang nicht wirklich durch seine große Torgefahr aus.

„Den habe ich aber richtig schön getroffen“, sagte er später freudestrahlend. Es war sein erstes Tor im 45. Zweitligaspiel für den FSV. Fast anderthalb Jahre musste er auf dieses ganz besondere Erfolgserlebnis warten. „Tex hat ja nicht mal in Freundschaftsspielen getroffen“, frotzelte Kapitän Björn Schlicke. Der Trainer habe in der Mannschaftssitzung gesagt, Teeixeira dürfe auch mal aus der zweiten Reihe schießen. Darauf angesprochen, witzelte auch Möhlmann: „Aber nicht wieder aus 35, 40 Meter, davon sollten ihn die anderen abhalten.“ Teixeira hielt sich dran, schlänzte die Kugel aus etwa 18 Meter über Bochums Keeper Philipp Heerwagen hinweg ins lange Eck. Trainer Benno Möhlmann: „Er muss jetzt aber nicht wieder anderthalb Jahre warten, bis er das nächste Tor erzielt.“

Noch höherer Sieg möglich

Nach dem Wechsel dasselbe Spielchen: Der FSV hielt das Heft des Handelns in der Hand. Ball- und kombinationssicher erspielten sich die Frankfurter Chance um Chance. Herrlich Starks Vorarbeit zum 2:0 von Edmond Kapllani (54.), als er Marcel Maltritz im Strafraum schwindlig spielte.

Nur sechs Minuten später setzte John Verhoek mit seinem Abstauber zum 3:0 nach. Es war dies der 600. Zweitligatreffer in der Geschichte des FSV Frankfurt. Der Niederländer profitierte dabei von einem großen Schnitzer Heerwagens, dem der Ball nach einer Flanke von Konrad aus den Händen flutschte. Dafür erntete der bedauernswerte Torwart von den eigenen Fans fortan nur noch Hohn und Spott.

Der FSV hätte gut und gerne noch ein viertes oder fünftes Tor nachlegen können, meinte Möhlmann, „das wäre vermutlich aber des Guten etwas zu viel gewesen“. Sein Bochumer Kollege Neitzel nickte zustimmend: „Solche Spiele können dann noch ganz bitter enden.“ Wenn kein weißes Tuch zur Hand ist.

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