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Für Mich - Einfach besser leben

28. Juni 2011

Bandscheiben: Strecken gegen den Rückenschmerz

Der Schmerz ist stark, und er strahlt aus bis in die Hände und die Füße. Wenn die Bandscheiben, die Stoßdämpfer im Rücken, ausleiern, kann das den ganzen Körper lahmlegen. Bei einem Bandscheibenvorfall drückt die häufig altersbedingt verformte Scheibe auf die vom Rückenmark abgehenden Nerven.

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Technik Tisch

Mit Hilfe eines hochtechnisierten Tisches wird die Behandlungsmethode der „Spinalen Dekompression“ angewendet. Der mit Gurten fixierte Patient wird auf Grundlage von Daten der Voruntersuchung gezielt und exakt gedehnt. Unterstützt von einem Monitor überwacht der Therapeut die Behandlung.

Normalerweise verursacht das die Lähmung einzelner Muskeln, im Extremfall kann aber auch das Rückenmark Schaden nehmen. Schwere Fälle müssen umgehend operiert werden, etwa 90 Prozent lassen sich konservativ behandeln. Dabei lindern Medikamente und Präparate zur Muskelentspannung die Schmerzen, und physiotherapeutische Maßnahmen ergänzen die Therapie, indem sie die Rückenmuskulatur kräftigen.



Entlastung nötig.
Ein Verfahren zur nachhaltigen Stärkung ist die Wirbelsäulen-Dehnung (Extension). Sie zielt darauf ab, die beschädigte Bandscheibe zeitweise zu entlasten und so die Regeneration zu unterstützen. Diese Methode wird von Orthopäden oder Physiotherapeuten beispielsweise an einem Schlingentisch oder manuell durchgeführt. Der Therapeut dehnt dann die Wirbelsäule durch verschiedene Übungen und Handgriffe. „Diese Verfahren sind klinisch evaluiert und haben sich bewährt“, sagt der Frankfurter Facharzt für Neurochirurgie, Prof. Volker Seifert. 



Streckung auf dem Tisch.
Eine Alternative zur manuellen Therapie ist die computergestützte Behandlung an einem hochtechnisierten Behandlungstisch, die sogenannte „Spinale Dekompression“. In den USA wird das Verfahren schon seit Jahren erfolgreich praktiziert. Der Bandscheibenvorfall wird eingangs exakt ausgemessen und analysiert. Diese Daten sind die Grundlage für die weitere Behandlung, die wie bei herkömmlichen Methoden auf einer Liege stattfindet. Darauf wird das Becken des Patienten fixiert und der Oberkörper mit Gurten gehalten. Dann heißt es: „Tischlein, streck dich!“. Der Automat bringt den Patienten in die jeweils optimale Behandlungsposition und dehnt mittels einer exakten, schmerzfreien und computerkontrollierten Zugspannung einen bestimmten Zwischenwirbelraum. Der Therapeuth beaufsichtigt die Maschine. 



Konzentrierter und kürzer.
Den Vorteil der computergestützten Methode sieht Dr. Eduard Chen in ihrer Präzision. „Die Zugspannung lässt sich besser und genauer dosieren“, sagt der Kronenberger Orthopäde. Er war vor drei Jahren bundesweit der erste Arzt, der die in den USA schon seit Längerem praktizierte Technik anwendete. Im Vergleich zur herkömmlichen Behandlung, sagt er, verlaufe die Spinale Dekompression konzentrierter und damit auch kürzer. Eine Behandlung dauert etwa fünf Wochen und umfasst insgesamt rund 25 Sitzungen. Anschließend folgt die physiotherapeutische Stärkung von Rumpf und Rücken. „Die Patienten sind schneller am Erfolg als bei herkömmlichen Methoden, die drei bis zwölf Monate benötigen“, verspricht Chen. Das hat jedoch auch seinen Preis. Eine Sitzung schlägt mit rund 100 Euro zu Buche. Eine komplette Behandlung kostet rund 2500 Euro, die der Patient in der Regel selbst aufbringen muss. Dr. Chen: „Vielen Patienten ist die schnellere Erlösung vom Schmerz das Geld wert.“

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