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Für Sie gelesen

01. Februar 2016

Für Sie gelesen: Die Lehren aus dem EM-Titel

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Sportliche Erfolge begeistern trotz vieler Affären.

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Das Faszinierende an den Sportereignissen vom Wochenende war, dass die körperliche Ertüchtigung von Wettkampf betreibenden Menschen wie kaum etwas anderes Emotionen hervorzulocken vermag. Die „Stuttgarter Zeitung“ bezieht das zunächst auf den Handball-Sport. „Dieser spektakuläre Coup eines krassen Außenseiters verdient absolute Hochachtung. Dennoch darf sich beim Deutschen Handballbund (DHB) nun keiner zurücklehnen. Nach dem WM-Triumph 2007 hat der DHB Konzepte und Aktivitäten vermissen lassen, um die historische Chance nachhaltig zu nutzen. Inzwischen ist der Verband professioneller aufgestellt. Das bietet gute Voraussetzungen, um junge Leute in die Hallen zu locken. Nötig wäre das. Die Mitgliederzahlen sinken. Im Pool der Kinder und Jugendlichen, der kontinuierlich kleiner wird, steigt der Anteil der Migrantenkinder. Die mit muslimischem Hintergrund spielen im Handball bisher so gut wie keine Rolle. Die Strahlkraft des EM-Titels bietet eine gute Grundlage, sich allen zu öffnen.“

Bietet sich nicht auch die Gelegenheit, die Übermacht der Popularität des Fußballs ein wenig zu brechen? Das fragt sich „Die Welt“: „Die Erfolge im Handball und Tennis zeigen, dass der Zuschauer mehr als Fußball verträgt, sich aber dem Leistungsprinzip verschrieben hat. Es sind nicht die ‚fehlenden Typen‘, die die Sportarten ein Nischendasein fristen ließen. Die DHB-Auswahl ist eine Ansammlung unbekannter Handballer. Sie überzeugt als Mannschaft und durch Leistung. Ebenso wie die sympathische, aber wenig glamouröse Kerber. Der deutsche Zuschauer will Erfolg. Ist er da, stehen ARD und ZDF in der Pflicht. Kerbers nächster Auftritt am Samstag in Leipzig wird nur von Sat.1 Gold übertragen. Die Handball-WM in zwölf Monaten wird im öffentlich-rechtlichen TV nicht zu sehen sein. Falsche Signale an diesem Sport-Wochenende.“

„Spiegel online“ schreibt: „Die Faszination, die Kraft des Sports, sie hat sich in den Erfolgen von Kerber und den Handballern gezeigt. Dieser Spitzensport, er ist diskreditiert bis ins Mark. Durch Doping, durch Korruption, durch Machtbesessenheit, durch die hohen Herren Funktionäre, die an wenig anderem interessiert waren, als sich die eigenen Taschen zu füllen. Aber selbst Joseph Blatter, Michel Platini, der korrupte Leichtathletik-Boss Lamine Diack, Lance Armstrong und all die anderen Trickser, Doper und Betrüger, sie schaffen es nicht, die Wirkungsmacht solcher magischer Momente wie den Endspielen von Melbourne und Krakau zu zerstören. Wenn dem vermeintlichen Außenseiter Dinge gelingen, die er sich vielleicht selbst nicht zugetraut hat. Wenn Menschen über sich hinauswachsen. Wenn Teamgeist keine hohle Phrase ist. Und ‚Die Mannschaft‘ kein gelackter Marketing-Brand, sondern gelebtes Zusammenspiel. “

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