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Inter im Sturzflug: Vor 65 Jahren zuletzt so schlecht

Die Inter-Fans hatten nach der peinlichen Heimpleite gegen Novara endgültig die Nase voll. «Geht arbeiten» riefen die ...

Die Inter-Profis Diego Milito (r) und Yuto Nagatomo verlassen enttäuscht den Platz. Foto: Daniel dal Zennaro
Die Inter-Profis Diego Milito (r) und Yuto Nagatomo verlassen enttäuscht den Platz. Foto: Daniel dal Zennaro

Mailand. Die Inter-Fans hatten nach der peinlichen Heimpleite gegen Novara endgültig die Nase voll. «Geht arbeiten» riefen die empörten Anhänger im Mailänder Giuseppe Meazza-Stadion den erneut enttäuschenden Inter-Stars nach dem 0:1 gegen den Tabellenletzten zu.

Die Schmach gegen Novara war bereits die neunte Niederlage in 23 Spielen. So schlecht war Inter Mailand seit 65 Jahren nicht mehr. Elf Punkte trennen den Tabellenfünften der Serie A von Spitzenreiter Milan, sogar die Champions League-Teilnahme ist in Gefahr. «Ein Alptraum!», titelte die «Gazzetta dello Sport». Und die Tifosi fragen sich: Wer soll Inters Absturz auf Raten aufhalten?

Seit dem Champions League-Triumph vor zwei Jahren geht es mit dem Club des Mailänder Öl-Magnaten Massimo Moratti Schritt für Schritt bergab. Mit Erfolgstrainer José Mourinho hat sich bei den Blauschwarzen im Sommer 2010 anscheinend auch die Sieger-Mentalität verabschiedet. Die Mannschaft ist verunsichert, Mittelfeld-Stratege Wesley Sneijder mutierte vom Superstar zum Problemfall. Mit Samuel Eto'o ging vor einem halben Jahr auch noch der erfolgreichste Torjäger, und die Neuzugänge schlagen nicht ein. Zwischenhochs wie die Vize-Meisterschaft in der vergangenen Saison oder der Dienstantritt von Trainer Claudio Ranieri im Herbst vergangenen Jahres waren nur von kurzer Dauer.

Auch der Glanz von Retter Ranieri scheint schon wieder verblasst. Nach dem total enttäuschenden Kurz-Gastspiel von Gian Piero Gasperini hatte der weißhaarige Signore den Club übernommen und das Team aus der Abstiegszone wieder an die Spitze herangeführt. Jetzt aber geht seinem Kader schon wieder die Luft aus, Ranieri steht in der Kritik, auch wenn er zurecht beklagte, dass sein Team gegen Novara und in den Spielen zuvor «vom Pech verfolgt» war. «Jetzt wird es zappenduster für Ranieri», prophezeit die Gazzetta.

Moratti sprach Ranieri zwar erneut öffentlich das Vertrauen aus, viel Wert ist dies aber nicht. Der 66-jährige Club-Boss ist bekannt dafür, Trainer in Rekordzeit zu verschleißen. Seitdem Mourinho nach dem Gewinn des Triple seinen Vertrag gekündigt hat und zu Real Madrid gewechselt ist, hat es Moratti mit vier Trainern versucht. Der hoch eingeschätzte Rafael Benitez wurde nach nur wenigen Monaten von Milans Ex-Coach Leonardo ersetzt. Der Brasilianer holte immerhin den zweiten Platz in der Serie A, verabschiedete sich aber schnellstens in Richtung Paris. Dann folgten Gasperini und schließlich Ranieri.

Die Trainer wechseln, die Zahlen aber bleiben ernüchternd: Nach 23 Spielen steht Inter so schlecht da, wie noch nie seit Einführung der Dreipunkteregelung. «Jetzt müssen wir uns neue Ziele setzen», sagt Dejan Stankovic. Der Wiedereinzug in die Champions League ist nun das Ziel Nummer eins, die Meisterschaft haben die Mailänder abgeschrieben. (dpa)

Datum:  13 | 2 | 2012
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