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Ex-Bundespräsident: Linke will Ehrensold für Wulff notfalls blockieren

Dass Ex-Bundespräsident Christian Wulff seinen Ehrensold bekommt, wird immer unwahrscheinlicher.
Dass Ex-Bundespräsident Christian Wulff seinen Ehrensold bekommt, wird immer unwahrscheinlicher.
Foto: dapd

Die Debatte über die Versorgung von Ex-Bundespräsident Christian Wulff reißt nicht ab. Die Linksfraktion im Bundestag droht damit, die Auszahlung des Ehrensolds an den zurück getretenen Bundespräsidenten Christian Wulff notfalls zu blockieren.

„Das Parlament muss das letzte Wort haben“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch der FR. „Es muss eine solide rechtliche und danach politische Prüfung geben. Wegen Wulff sollten wir nicht das Gesetz brechen.“  Bartsch ist Mitglied im Haushaltsausschuss und dort  zuständig für den Etat des Bundespräsidenten. Nach einem Bericht der Financial Times  Deutschland gibt es auch unter den Haushaltsexperten der schwarz-gelben Koalition Vorbehalte gegen die Auszahlung der 199.000 Euro pro Jahr.

Chronologie: Die Wulff-Affäre
25. Oktober 2008:

Christian Wulff, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, erhält von der Unternehmergattin Edith Geerkens einen Privatkredit über 500.000 Euro für den Kauf eines Privathauses in Burgwedel bei Hannover.

Wulff, so meldet das Blatt, solle das Geld nicht kriegen, wenn er einen Job in der Wirtschaft annehme oder wegen Vorteilsnahme verurteilt werde. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Mittlerweile werden auch Rufe nach einer Änderung des einschlägigen Gesetzes laut. Da ist von derartigen Einschränkungen nicht die Rede.

Ein Präzedenzfall mit Christian Wulff?

Für die Festsetzung des Ehrensolds ist das Bundespräsidialamt verantwortlich. Das Gesetz sieht  jedoch vor, dass ein zurück getretenes Staatsoberhaupt das Geld nur  bekommt, wenn es aus politischen oder gesundheitlichen Gründen gegangen ist. Kritiker finden, bei Wulff lägen die Gründe eindeutig in persönlichen Verfehlungen als niedersächsischer Ministerpräsident; sie seien also weder politischer noch gesundheitlicher Natur.

Wulff und seine Freunde

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Was passiert, wenn der Haushaltsausschuss oder das gesamte Parlament die Summe nicht freigibt, ist unklar. Es existiert  kein Präzedenzfall, da der Ehrensold bisher in allen Fällen gezahlt wurde und an die Ex-Präsidenten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler heute noch gezahlt wird.

Das Gesetz kommt einem vor wie aus dem 19. Jahrhundert

Der Berliner Staatsrechtler Ulrich Battis erinnerte unterdessen daran, dass ein Beamter, der zu einer Strafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde,  alle Bezüge einbüße, während spätere Verdienste auf die Pension nicht angerechnet würden. Allerdings sei Wulff kein Beamter. Battis plädierte  aufgrund dieser und anderer Unklarheiten für eine Korrektur des Gesetzes, denn: „Das alles ist nicht ausdrücklich geregelt.  Das kommt einem vor wie aus dem 19. Jahrhundert. Hier besteht Regelungsbedarf.“ Am besten, man gebe Wulff das Geld und  erarbeite dann ein neues Gesetz.  Rückwirkend sei in diesem Fall nichts mehr zu machen.

Autor:  Markus Decker
Datum:  23 | 2 | 2012
Kommentare:  23
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Kleine Anfrage und Antworten von Stefan Schostok (SPD)

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