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17. September 2014

Fraport-Chef Stefan Schulte: Fluglärm? Muss eine Gesellschaft aushalten

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Fraport-Chef Stefan Schulte ist für gesetzlichen Mindestlohn und die Aufnahme von mehr Flüchtlingen.  Foto: imago stock&people

Konflikte zwischen öffentlichem Nutzen und persönlicher Betroffenheit sieht Fraport-Chef Schulte bei jedem Bauvorhaben – Flughafen, Straßen, Bahntrassen. Die müsse eine Gesellschaft aushalten. Aber es seien dafür auch Regeln nötig.

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Frankfurt a.M. –  
Zur Person

Stefan Schulte ist seit September 2009 Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers Fraport. 2003 hatte er bei dem Unternehmen angefangen.

Den weiteren Ausbau des Flughafens hält der 54-Jährige für alternativlos. Die Bürgerinitiativen greifen ihn deshalb scharf an. (geo)

Der Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, fordert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. „Wir sind eine sehr, sehr reiche Gesellschaft und schauen nur zu, wie Tausende in Syrien und Irak ohne Schutz in einen Winter geraten werden, in dem viele sterben werden“, sagte Schulte im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

Schulte sprach sich zudem für einen gesetzlichen Mindestlohn aus. Er halte es aber für falsch, eine Höhe bundesweit festzulegen: „Mit 8,50 Euro kann ich in Mecklenburg-Vorpommern natürlich mehr anfangen als in Frankfurt oder im Rhein-Main-Gebiet“, sagte der Manager, der sein eigenes Jahresgehalt mit 400.000 Euro zuzüglich Boni angab.

Die Frankfurter Rundschau interviewte Schulte im Rahmen ihres Schwerpunkts zu Gerechtigkeit. Eine gerechtere Verteilung des Fluglärms  - etwa durch eine Verlagerung von Flügen auf andere deutsche Airports – hält Schulte für nicht möglich. Durch den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens seien weniger Menschen von Fluglärm betroffen als zuvor.

Auszug aus dem Interview

Herr Schulte, ist es gerecht, dass in der Rhein-Main-Region Hundertausende unter Fluglärm leiden?

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Durch den Ausbau des Flughafens gibt es, auch wenn der öffentliche Eindruck ein anderer ist, heute weniger Menschen als vorher, die massiv vom Fluglärm betroffen sind. Für die Neubetroffenen ist das Thema natürlich schwierig, was ich nachvollziehen kann. In der Summe sind wir jedoch leiser geworden. Aber den einzelnen, persönlich negativ Betroffenen interessiert das natürlich nicht.

Ist das gerecht?
Gerechtigkeit kann man vor dem Kontext der eigenen persönlichen Situation diskutieren. Gerechtigkeit muss man aber auch vor einem gesellschaftlichen Hintergrund diskutieren.

Der Einzelne sollte im Dienste der Sache zurückstehen?
Bei jedem neuen Bauvorhaben – Flughafenausbau, Straßenausbau, Hochgeschwindigkeitszug, Stromtrassen – besteht immer der Konflikt zwischen volkswirtschaftlichem Nutzen, der einer Gesellschaft zugutekommt, und dem Lärm oder anderen Belastungen, die damit verbunden sind. Wenn eine Gesellschaft sich weiterentwickeln soll, wenn etwa mehr Menschen den öffentlichen Schienenfernverkehr nutzen sollen, was sinnvoll ist, dann gibt es immer den Konflikt zwischen öffentlichem Nutzen und persönlicher Betroffenheit. Das muss eine Gesellschaft aushalten. Es muss Regeln geben, die eingehalten werden. Die haben wir, auch wenn es um den Frankfurter Flughafen geht.

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