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11. Februar 2014

Lästige Blutsauger: Bettwanzen reisen nach Deutschland ein

Eine Bettwanze beim Blutsaugen auf der Haut. Kammerjäger müssen die Tiere in Deutschland immer öfter bekämpfen.  Foto: Piotr Naskrecki/CDC/Harvard University/dpa

In letzter Zeit müssen Kammerjäger in Deutschland immer häufiger wegen Bettwanzen ausrücken. Einmal eingeschleppt, wird man die Parasiten nur schwer wieder los. Sie kommen wochenlang ohne Nahrung aus und verstecken sich in Bettritzen oder hinter Tapeten.

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Berlin –  

Der neue Feind im Bett hat sechs dünne Beine und will Blut sehen. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen Luxushotel, Villa und Wagenburg: Bettwanzen sind hungrig, nicht wählerisch. Rund 16 Mal pro Woche sind Berliner Kammerjäger inzwischen unterwegs, um den lästigen Krabbeltieren in Wohnungen oder Hotelzimmern zu Leibe zu rücken - ein neuer Spitzenwert in der Hauptstadt. Seit 2007 haben sich die Zahlen fast vervierfacht. Doch es ist nicht nur ein Metropolen-Problem.

Bettwanzen oder ihre Brut reisen überall in Deutschland immer öfter ein - in den Koffern von Geschäftsleuten und Touristen aus Asien und Osteuropa. Die flinken Insekten lauern aber auch in Ritzen gebrauchter Möbel bis hin zur teuren Antiquität. „Neulich hatten wir sie sogar auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff“, sagt Lydia Böhm vom Bundesverband der Schädlingsbekämpfer. Sie sieht bei den Bettwanzen-Einsätzen der Branche bundesweit eine steigende Tendenz. „Erschreckend steigend“, sagt sie. „Es gibt zu wenig Aufklärung.“

„Problem ist die Unwissenheit“

Am Berliner Tropeninstitut führt Biologin Karolina Bauer-Dubau seit dem Jahr 2000 ihre eigene Statistik. Damals gab es 32 Anfragen im Jahr zu Bettwanzen, 2013 waren es 251. Es sind alles freiwillige Angaben, eine Meldepflicht für Krabbeltiere gibt es nicht. „Das eine Problem ist die Unwissenheit“, sagt die Expertin. „Das zweite ist die Scham.“ Denn noch immer sind Bettwanzen mit dem Gedanken an mangelnde Hygiene verbunden. Heute völlig unbegründet, versichert Bauer-Dubau.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg galten die rotbrauen behaarten Schädlinge dank heftiger Chemiekeulen in Deutschland als ausgerottet. Dass sie nun wieder vermehrt herumkrabbeln, hat eher mit dem Luxus vieler Reisen zu tun als mit Armut. Es reicht schon, dass ein Urlauber unbemerkt ein paar winzige Eier mitbringt, die an Schuhen, Handy, Gürtelschnalle oder CD-Hülle haften. Manchmal muss es gar keine eigener Urlaub sein - es reicht schon ein weit gereister Besucher.

Minus 18 Grad - oder über 55 Grad

„Wir sind oft bei den Schönen und Reichen, weil sie so viel unterwegs sind“, sagt Mario Heising, Vorstand beim Berliner Verband der Schädlingsbekämpfer. Manchmal bekommen Kammerjäger Anrufe von Reisenden aus dem Urlaub. Sie haben dort Bekanntschaft mit Bettwanzen gemacht - und wollen die Brut auf keinen Fall mit nach Hause bringen. „Dann holen wir die Koffer am Flughafen ab“, berichtet Heising. Dem Reisenden wird frische Kleidung empfohlen, sein Gepäck tiefgefroren. Denn gegen Bettwanzen helfen neben Chemikalien nur Temperaturen unter Minus 18 Grad - oder über 55 Grad, berichtet der Experte.

Meist haben Menschen, die in Deutschland morgens mit juckenden Quaddeln auf der Haut aufwachen, keine Ahnung, was sie da gestochen hat. Denn Bettwanzen lassen sich tagsüber kaum sehen - sie leben versteckt in Bettritzen, Kommoden oder auch hinter der Tapete. Daher auch der Spitzname für die flachen Insekten: Tapetenflunder.

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