Keine akuten Beschwerden, keine unmittelbar spürbaren Folgen: Wer von derartigen Krankheiten betroffen ist, neigt dazu, sie auf die leichte Schulter zu nehmen - wenn er überhaupt davon weiß. Bluthochdruck gehört zu den lautlosen, schleichenden Erkrankungen, die - zu spät erkannt - das Leben gefährden. Rechtzeitiges Gegensteuern kann das Schlimmste verhindern. Und das geht nicht nur mit Medikamenten.
Betroffen von Hypertonie, so der Fachbegriff, sind der Hochdruckliga zufolge schätzungsweise 35 Millionen Deutsche. Aber nur etwa die Hälfte weiß davon. Und selbst von denen lassen sich nur rund 20 Prozent behandeln.
Schlaganfall und Herzinfarkt mögliche Folgen
Das größte Problem: „Einen mäßig erhöhten Blutdruck merkt man nicht“, sagt der Kardiologe Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Münster. „Wir haben kein Wahrnehmungsorgan dafür.“ Über längere Zeit kann Bluthochdruck aber die Gefäßwände verändern und zu Schäden an Herz, Blutgefäßen, Nieren und Hirn führen. Mögliche Folgen sind Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen. „Das sind häufig erst die Ereignisse, wo bemerkt wird, dass der Blutdruck zu hoch war.“
Doch so dramatisch muss es gar nicht sein. Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen berichtet von Patienten, die etwa mit dem Verdacht auf Herzkranzgefäß-Erkrankungen in seine Praxis kommen, tatsächlich aber an zu hohem Blutdruck leiden. „Sie haben Schwindel, Kopfschmerzen oder einen Druck in der Brust.“ Solche Symptome machen sich jedoch erst bei einer schweren Hypertonie bemerkbar. (dpa)
Wann der Blutdruck zu hoch ist, wie viele Menschen betroffen sind und was man gegen den hohen Druck in den Arterien tun kann: Die wichtigsten Tipps und Infos zum Thema lesen Sie in der Bildergalerie.
1. Was ist der Blutdruck überhaupt
Der gemessene Blutdruck entspricht dem Druck in den Arterien. Gemessen werden zwei verschiedene Werte. Das hängt mit dem An- und Absteigen des Drucks in den Arterien während der Pumparbeit des Herzmuskels zusammen. Der obere (systolische) Wert entspricht dabei dem höchsten, der untere (diastolische) Wert dem niedrigsten Druck in der Arterie.
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