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20. Dezember 2012

Dicke Arme und Beine: Lymphödeme richtig behandeln

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung: Mit speziellen Handgriffen regt die Therapeutin den Lymphfluss an. Foto: dpa-tmn

Von Lymphödemen sind vor allem Frauen betroffen. Die Schwellungen in den Lymphgefäßen sehen nicht schön aus und sind manchmal sehr schmerzhaft. Heilen lassen sich Lymphödeme nicht, doch es gibt Möglichkeiten, die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

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Lymphödeme sind nicht nur wegen ihres wenig ästhetischen Anblicks ein Problem. Die unschönen Schwellungen, die meist an Armen und Beinen auftreten, können auch sehr schmerzhaft sein. Auch die Beweglichkeit schränken sie oft ein - im Extremfall so stark, dass Betroffene berufsunfähig werden. Schätzungsweise ein bis zwei Millionen Menschen leiden an Lymphödemen, vor allem Frauen.

Grund der Schwellung ist eine Fehlfunktion des Lymphgefäßsystems, das vor allem für den Transport abgestorbener Zellen, Fette und auch Keime verantwortlich ist. In den Lymphknoten wird die Transportflüssigkeit, die sogenannte Lymphe, gefiltert und wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt. Ist das System gestört, kann sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammeln - ein Lymphödem entsteht.

Überwiegend sind Frauen betroffen

Betroffene sehen zuerst nur die Schwellung und spüren die Spannung der Haut. „Aber die Symptome sind nicht spezifisch für das Lymphödem, sie können auch bei anderen Ödemen auftreten“, erklärt der Mediziner Wilfried Jungkunz, Spezialist für Haut- und Gefäßerkrankungen aus Friedberg in Hessen. Erst im fortgeschrittenen Stadium vermehrt und verhärtet sich das Bindegewebe.

Diese sogenannte Fibrosklerose lässt sich per Ultraschalluntersuchung oder durch gezieltes Tasten erkennen. Häufig treten Lymphödeme asymmetrisch auf, manchmal nur an einem Körperteil.

Unterschieden werden zwei Formen des Lymphödems. Die primäre Form ist entweder angeboren oder entsteht in jungen Jahren. Überwiegend sind Frauen betroffen. „Es kann in jedem Lebensalter auftreten, meistens allerdings nach der Pubertät, manchmal weit danach“, sagt der seit 1989 in der klinischen Dermato-Lymphologie tätige Arzt. Auch das sekundäre Lymphödem kommt öfter, aber nicht nur, bei Frauen vor. Es kann durch Verletzungen, Venenerkrankungen oder OPs entstehen.

Kompressions- und Bewegungstherapie

Lymphödeme treten meist an Armen und Beinen auf - die Schwellungen entstehen, wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt.
Lymphödeme treten meist an Armen und Beinen auf - die Schwellungen entstehen, wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt.
Foto: dpa-tmn

Eine vollständige Heilung ist zwar ausgeschlossen. Die richtige Therapie kann aber das schnelle Fortschreiten verhindern. „Optimal ist die Kombination aus manueller Lymphdrainage (MLD) und Kompressionsbandagierung, die vom Arzt zu verordnen sind“, sagt Birgit Kienle vom Deutschen Verband für Physiotherapie in Köln. Bei der MLD wird die Lymphgefäßmotorik angeregt, Flüssigkeit kann vermehrt aus dem Gewebe verschoben und abtransportiert werden.

Auch Jungkunz ist von der Wirkung der MLD überzeugt. Sie müsse Teil einer komplexen physikalischen Entstauungstherapie sein. Neben der regelmäßigen MLD besteht sie aus Hautpflege, Kompressions- und Bewegungstherapie. Betroffene müssen Verletzungen im Bereich des Ödems unbedingt vermeiden und ihre Garderobe anpassen.

Patienten müssen geeignete Strümpfe tragen

In der Bewegungstherapie gibt es spezielle gymnastische Übungen. „Das kann man zum Beispiel machen, wenn man im Urlaub ist oder selbst das Gefühl hat, dass etwas viel Lymphe in den Gefäßen ist“, erläutert Martina Schwarz von der Lymph-Selbsthilfegruppe Bremen. Aquafitness oder Schwimmen seien zusätzlich sinnvoll, da Wasser hypostatischen Druck auf das betroffene Gewebe ausübt.

Jede Bewegung außerhalb des Wassers sollte unter lymphologischer Kompression stattfinden. Patienten müssen deshalb möglichst immer geeignete Strümpfe aus flachgestrickter Nahtware tragen - selbst wenn es im Sommer sehr heiß ist. Diese müssen individuell auf den Patienten zugeschnitten sein und im Sanitätshaus extra angemessen werden, sagt Schwarz. „Die Strümpfe werden dann von Kompressionshosenherstellern nach einem speziellen Verfahren gestrickt.“ Auch viele Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung an. „Dort sieht man, dass man mit dem Problem nicht alleine ist“, sagt Schwarz. Außerdem seien sie erste Anlaufstelle für praktische Fragen. (dpa)

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Quelle: Onmeda

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