Den Chef zurückrufen, das Familienessen planen, den Schreibtisch aufräumen, die Kinder abholen: Allein der Gedanke an die noch zu erledigenden Aufgaben lässt bei vielen Menschen den Blutdruck steigen. Wem es dagegen gelingt, in solchen Situationen gelassen zu bleiben und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, lebt gesünder und stressfreier. Denn Stress entsteht vor allem im eigenen Kopf – und genau dort liegt auch die Lösung.
Entwicklungsgeschichtlich gesehen war Stress eine sinnvolle Reaktion, um zu überleben und die Leistungsfähigkeit zu steigern: Bei Gefahr schüttet der Körper die Hormone Cortisol und Adrenalin aus. Das sorgte dafür, dass der Mensch in der Steinzeit nicht mehr groß nachdenken musste, ob er fliehen oder angreifen sollte. Doch darin liegt mittlerweile das Problem: „Das Wenigste ist heute lebensbedrohlich“, betont der Diplom-Psychologe Lutz Hertel vom Deutschen Wellnessverband (DWV) in Düsseldorf.
„Viele Situationen werden aber dennoch übermäßig oder unbegründet als bedrohlich empfunden. Und genau diese Gedanken sind es, die stressen.“ Wie in der Steinzeit werden Hormone ausgeschüttet, Pulsschlag, Herzfrequenz und Blutdruck steigen an, die Atmung beschleunigt sich.
Dabei verengen und verkrampfen sich auch die Blutgefäße schlagartig, erläutert Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. „Wenn das Problem gelöst ist, sind Sie nicht wieder sofort im alten Zustand. Es dauert noch ein bis zwei Stunden, bis Sie wieder entspannt sind.“ Ist der Stress chronisch, kann das zu dauerhaften Gefäßverengungen führen. Die vom Körper ausgeschütteten – ursprünglich leistungssteigernden – Substanzen Zucker und Fett tun ein Übriges. Im schlimmsten Fall kann der Stress dann zum Herzinfarkt führen, wie unter anderem im Jahr 2004 die Interheart-Studie belegte.
Am besten man versucht den Stress so gut wie es geht zu vermeiden. In der Bildergalerie verraten wir clevere Strategien gegen Stress. (dpa)
1. Was sind die Symptome von Stress?
Dass man Stress hat, merkt man dem Mediziner und Führungscoach Jörg-Peter Schröder zufolge so: Es fällt schwer, sich etwas zu merken und sich zu konzentrieren, die Zunge ist trocken. Auch Denkblockaden, Muskelverspannungen, Spannungskopfschmerzen, ein zuckender Lidwinkel und Zähneknirschen können Anzeichen sein.
Foto: dpaNachrichten zu Ernährung, Psychologie und Sexualität
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